Gastbeitrag von Pädagogin Sarina Falk: “Bilder In Mir” – Wie es gelingen kann, Potential im Schulalltag zu fördern

Bilder in MIR –  Lebe dein inneres Potential!

(Ein ganzheitliches Schulkind – und Jugendkonzept nach hochsensitiven Grundlagen)

Gerade sehr sensible und sensitive Kinder sowie Erwachsene, finden sich in den herkömmlichen Strukturen im Kindergarten, in der Schule oder im Beruf oftmals nicht zurecht. Ich möchte die altbekannten Systeme nicht als schlecht bezeichnen dennoch passen sie einfach nicht für alle. Unsere Welt lebt davon, dass jeder anders ist doch die meisten Institutionen zwängen uns alle in die gleichen Schienen.

Da ich selbst immer große Schwierigkeiten hatte mich anzupassen entwickelte ich nach eigenen inneren und intensiven Veränderungsprozessen ein ganzheitliches, ergänzendes Schulkind- und Jugendkonzept: Bilder in MIR – eine kreative Potentialwerkstatt.

Worum geht es?

Bilder in MIR geht davon aus, dass Talente, Fähigkeiten und Gaben in jedem von Natur aus angelegt sind. Der Blick richtet sich also nach innen, auf die Gefühle, die inneren Werte und  Welten, sowie die inneren Bilder. Das kreative natürliche Potential, dass in jedem steckt darf voll und ganz ausgelebt werden. Der hochsensitive Arbeitsansatz unterstützt das intuitive Erschaffen und Kreieren. Themen, Träume, Visionen, Wünsche und Sehnsüchte werden ernst genommen und bekommen Platz zum kreativen Ausdruck. Die Gruppe ergänzt sich durch die individuellen Stärken und entwickelt sich so weiter. Unterschiedlichste Projekte können entstehen und wachsen.

Helle, warme und klare Kreativräume die ästhetisch, sortiert und liebevoll eingerichtet sind, unterstützen die Gruppendynamik, sorgen für eine ruhige Atmosphäre und helfen sensitiven und sensiblen Kindern sich gehalten und sicher zu fühlen. Der Pädagoge sollte mit dem Raum in einer Beziehung stehen und sich mit der Gestaltung bewusst auseinander setzen.

Der sensitive Pädagoge

Bei Bilder in MIR geht es auch darum, einen Raum für sensible Pädagogen zu schaffen an dem sie ihr volles Potential entfalten, die Kinder liebevoll begleiten und weiche Strukturen vorgeben dürfen. Auch für Lehrer und Erzieher ist es von großer Bedeutung die eigenen Grenzen wahrzunehmen, anzuerkennen und einzuhalten sowie achtsam mit sich selbst umzugehen umso weiche und authentische Strukturen vorzugeben. Wichtig ist, dass man sich mit dem was man weitergibt rundum wohl sowie authentisch fühlt. Die Inhalte sollten frei fließen und mit Herz und Seele im Einklang stehen.

Ist eine Integration von sensitiven Pädagogen und Kindern im Schulsystem möglich?

Ich glaube, dass es durchaus möglich und wichtig ist einen Raum für sensitive oder sensible Menschen auch in den herkömmlichen Institutionen zu schaffen. Da immer mehr Pädagogen Wert auf liebevollere Strukturen legen und auch schon kleine Kinder von dem hohen Leistungsanspruch überfordert und erschöpft sind. Förderlich ist, dass sich immer mehr Menschen zu Wort melden, sich alternative Plattformen oder Konzepte auftun und über dieses Thema offen aufgeklärt wird. So ist es eigentlich egal ob man nun sagt ich bin hochsensibel oder hochsensitiv, es reicht wenn man zu sich und zu dem was man weitergeben möchte steht um so, an immer mehr Stellen eine Veränderung zu bewirken.

Hochsensitive Menschen arbeiten nach anderen, weder schlechteren noch besseren Prinzipien und können durchaus ein offenes System ergänzen und bereichern. Die Vermittlung von inneren Werten wie Achtsamkeit, Toleranz und Mitgefühl, das Anregen sein inneres ernst zu nehmen und sich selbst zu vertrauen, sowie das Erschaffen von Räumen zum eigenständigen Denken, Kreieren und Gestalten stellt eine ergänzende, wichtige Basis dar und trägt ebenso dazu bei, dass unsere Kinder zu ganzheitlichen, individuellen und stabilen Persönlichkeiten heranwachsen und reifen sowie ein gesundes Selbstbild entwickeln.

Für das nächste Jahr plant Bilder in MIR eine online Potentialwerkstatt in der Pädagogen und alle anderen Interessierten lernen, einen Zugang zu ihren inneren Bildern, Talenten und Gefühlen zu bekommen. Ein bewusstes Annehmen seines Innenlebens setzt enorme Kräfte frei und führt zurück in die Eigenverantwortung. Das natürliche Potential kann selbstbewusst nach außen gebracht und liebevoll in der Arbeit integriert werden.

Über mich:

Bilder in MIR b

Nachdem ich jahrelang den inneren Kontakt zu mir verloren hatte zog im Jahr 2013 mit meiner sehr feinfühligen Hündin ein unglaublicher innerer Wandlungsprozess ein, der alles auf den Kopf stellte und mich auf meine eigene Hochsensitivität zurück warf.

Über zwei Jahren arbeitete ich ganz intensiv an und mit meinen inneren Bildern: Was will ich wirklich, was brauche ich, was tut mir gut, wie will ich leben, wie möchte ich arbeiten…Ich entwickelte immer mehr ein neues Bewusstsein und kreierte intuitiv neue und weiche Grundlagen, Ideen und Bilder für alle Bereiche in meinen Leben.

Bilder in Mir soll auch andere animieren wieder mehr aus dem Herzen und mutig aus der inneren Kraft das eigene Leben lebendig, authentisch und freudvoll zu gestalten, sowie daran erinnern, dass Lehren und Lernen leicht sein darf und Menschlichkeit sowie Achtsamkeit – auch gegenüber den Tieren und der Natur – an erster Stelle stehen sollte.

Mehr Informationen findest du auf meiner Homepage: www.paulas-lesekoerbchen.de und auf meiner Facebookseite: facebook.com/BilderInMir.

Die ganze Konzeption findest du hier: http://www.paulas-lesekoerbchen.de/bilder-in-mir/

Kontaktiere mich auch gerne unter: mail@paulas-lesekoerbchen.de

“Wie fühlst du dich?” – Warum es Sinn macht, gerade mit hochsensiblen Kindern darüber zu reden

„Gewissheit ist die Grundlage nach der die menschlichen Gefühle verlangen“
(Honore de Balzac)

Dieses Zitat verdeutlicht sehr gut, wie wir unsere hochsensiblen Kinder unterstützen können, gefestigte Persönlichkeiten zu werden, die ihr Potential leben können.

Für viele Familien ist es immer noch eine große Herausforderung offen über auftretende Gefühle zu sprechen. Das liegt unter anderem sicher daran, dass viele Eltern selbst als Kinder nicht gelernt haben, ihre eigenen Gefühle bewusst wahrzunehmen und zu akzeptieren. Sehr lange Zeit wurden Gefühle, vor allem die negativen, als Hindernis dafür angesehen, im Alltag zu funktionieren. „Stell dich nicht so an“ „Heulsuse“ oder „Augen zu und durch“ sind nur einige wenige Aussagen, die viele von uns in ihrer Kindheit gehört haben. Weinerlich und ängstlich oder/und wütend und aggressiv aber auch freudig hüpfend und/oder glücklich strahlend – Gefühle anzusprechen, zu leben und zu akzeptieren passte meistens nicht ins anerzogene Weltbild unserer Eltern. Deshalb ist es für viele von uns immer noch sehr schwer, diese Hürde bei den eigenen Kindern zu überwinden.

Viele Psychotherapeuten aber auch spirituelle Sichtweisen gehen davon aus, dass es essentiell ist, die eigenen Gefühle wahrzunehmen und anzunehmen, um sie dann einordnen und bewusst damit umgehen zu können. Es gibt die unterschiedlichsten Ansätze darüber, warum welche Gefühle in uns arbeiten – ob man sich nun in der systemischen Familientherapie oder auf anderen Wegen damit auseinandersetzen möchte – für unseren Alltag und den Alltag unserer Kinder ist es absolut wesentlich, zu dieser bewussten Offenheit und Akzeptanz unseres Gefühlslebens zu gelangen. Das Bewusstsein unserer eigenen Gefühle und die Offenheit darüber zu reden, bringt uns einen Riesenschritt weiter, unsere Kinder darin zu unterstützen, die in ihnen arbeitenden Gefühle wahrzunehmen, anzusprechen und zu akzeptieren.

Hochsensible Kinder spüren und fühlen den ganzen Tag. So viele Wahrnehmungen, die unterschiedlichste Gefühle auslösen, so viele Eindrücke, die gefühlt und verarbeitet werden müssen, wirken kontinuierlich auf die Persönlichkeit ein und haben einen wesentlichen Einfluss auf das Verhalten in den jeweiligen Situationen – ein regelrechter „Gefühlssupergau“.

Oftmals tritt dann der rationale Verstand, der bei vielen hochsensiblen Menschen stark ausgeprägt ist, in den Vordergrund. Sich keine Blöße zu geben, nicht emotional zu reagieren und zu vermitteln, dass man die Situation „im Griff“ hat, sind häufige Tendenzen.

Auf Dauer kann das jedoch zu sehr ungesunden Symptomen führen. Vor allem dann, wenn man niemanden hat, mit dem man seine tatsächlichen Befindlichkeiten teilen kann.

Wie können Sie als Eltern unterstützen?

Wenn Eltern es geschafft haben, ihre eigene Gefühlswelt zu reflektieren und die meiste Zeit damit im Reinen zu sein, dann ist wohl die beste Unterstützung für ihre hochsensiblen Kinder:

Reden! Reden! Reden! So kurz, so gut.

So wie Berührung des Körpers heilsam ist, so ist es auch möglich, die Seele des Kindes zu erreichen, indem Gefühle erkannt, angesprochen und ernst genommen werden. Das gibt Sicherheit und die Gewissheit „richtig“ zu sein.

Konkret heißt das:

  • Nehmen Sie sich die Zeit und die Ruhe, ihr eigenes Gefühlsleben genauer unter die Lupe zu nehmen. Ist Ihnen bewusst, was sie fühlen? Können Sie darüber reden? Vielleicht erkennen Sie das eine oder andere Muster aus Ihrer Kindheit oder dem eigenen Familiensystem. Sobald wir uns die Mechanismen, die in uns arbeiten bewusst machen, können wir einen entscheidenden Beitrag für Veränderung leisten – bei uns und bei unseren Kindern.

  • Nehmen Sie sich die Zeit gemeinsam mit Ihrem Kind Situationen des Tages zu besprechen bzw. revue passieren zu lassen. Viele Kinder können (noch) nicht von sich aus darüber sprechen, was sie bewegt. Die Art und Weise, wie sie das tun, ist natürlich auch altersabhängig. Ein Ritual, beispielsweise vor dem Schlafengehen, wo der zuvor angesprochene Körperkontakt die Kommunikation über die Gefühlswelt verbindet, ist sehr wertvoll. Ihr Kind spürt Sicherheit und Interesse und Akzeptanz für seine Lebenswelt.

  • Erzählen Sie Ihrem Kind, wie Sie sich fühlen. Lassen Sie es im Lauf des Tages wissen, was und warum in Ihnen vorgeht, natürlich kindgemäß und ohne allzu große Schwere. Es ist in Ordnung, wenn Kinder mitbekommen, dass auch die Mama manchmal traurig, ängstlich oder angespannt ist. Hochsensible Kinder spüren über ihre Antennen jede Stimmung. Auch hier wieder gibt es enorme Sicherheit, das, was von Ihrem Kind ohnehin wahrgenommen wird, zu verbalisieren. Ihr Kind lernt, seine eigenen Wahrnehmung ernst zu nehmen und mit normalen Alltagsstituationen ohne Angst umgehen zu können. Wird über negative Gefühle nicht gesprochen, wird versucht, sie zu verbergen bzw. zu überspielen, können große Ängste, Traurigkeit und Schwere bei den Kindern hervorgerufen werden. Ich kann mich sehr gut daran erinnern, wie sehr es mich als Kind oftmals belastet hat, meine Mama angestrengt und belastet zu erleben. Das hat mich sehr verunsichert.

    Ebenso wichtig ist es, ihrer Freude Ausdruck zu verleihen und alle positiven Gefühle anzusprechen. Es ist ein großes Geschenk für Ihre Kinder, wenn sie – auch verbal – vermittelt bekommen, dass Sie dem Leben sehr viele schöne und fröhliche Aspekte zugestehen. Das gibt Halt und stärkt das Vertrauen ins Leben.

  • Empathische hochsensible Kinder können sich in Lebenswelten unterschiedlichster bekannter und unbekannter Personen einfühlen. Sie nehmen Mechanismen und Hintergründe wahr, die anderen oft verborgen bleiben. Machen Sie sich bewusst, dass im Laufe eines (Schul)tages sehr viele dieser Informationen von Ihrem Kind aufgesaugt werden. Die Verarbeitung solcher Wahrnehmungen kann sich durch unterschiedlichste Gefühle äußern. Traurigkeit, Aggression, Müdigkeit und/oder Unruhe treten auf ohne konkreten Anlass. Es erfordert von Ihnen als Eltern viel Feingefühl wahrzunehmen woher die Stimmung kommt. Wenn Sie solche scheinbar „aus dem Nichts“ und ohne erkennbaren Grund auftretenden Gefühle bemerken, reden Sie mit Ihrem Kind über die Erlebnisse des Tages. In vielen Fällen können Sie heraushören, was Ihr Kind beschäftigt und darauf reagieren. Dem Gefühlsleben Ihres Kindes hilft es oft, einfach nur „verstanden“ zu werden. Hier können Ihre Worte einen wertvollen Beitrag leisten.

    Mein 12 jähriger Sohn meinte – für mich sehr überraschend –  gestern: “Es ist so cool, dass du mich verstehst, Mama!”. Schön, wenn wir neben zahlreichen Emoticons am Computer und im Handy auch noch Worte kennen 🙂

 

 

Wenn die Seele über den Körper spricht – Neurodermitis bei hochsensiblen Kindern

Hochsensibilität ist Ausdruck einer zarten Seele. Einer Seele, der sehr schnell alles zu viel wird. ALLES zu VIEL.

Sensible Seelen leben in sensiblen Körpern, denen es oftmals sehr schwer fällt, sich ausreichend vor dem hektischen Alltag und dem vorherrschenden Zeit- und Anpassungsdruck zu schützen.

Da der hochsensible Körper all die auftretenden Umweltreize nicht ausreichend verarbeiten kann, reagiert er mit Abwehr.

Die Haut als Spiegel der Seele ist wund, rissig und offen für Krankheitserreger.

Das bringt im Alltag sehr viel Leid mit sich, da es in jeder Hinsicht sehr schwer ist, der grenzüberschreitenden Zeit, in der wir leben, die Stirn zu bieten.

Die Leistungsorientiertheit, Schnelligkeit, das getriebene DaSein und die vorherrschenden Normen darüber, was „gesund“ und was „krank“ ist, wie etwas und jemand zu sein hat und sich anzupassen hat, erschweren es ungemein, das eigene Tempo zu leben, gut auf sich aufzupassen und Grenzen zu setzen.

Und genau darum geht es bei unserem größten Organ, der Haut. Sie dient dazu, unseren Körper und den darin wohnenden Geist, unser Wesen, unsere Seele von der Umwelt gesund abzugrenzen.

Verwundete Haut bedeutet Grenzüberschreitung!

Aus eigener leidvoller Erfahrung und Mutter eines hochsensiblen Sohnes mit Neurodermitis habe ich des Öfteren Ratschschläge gehört wie:

“Sei doch nicht so zimperlich!”

oder

“Dann nimm halt Cortison!”

oder

“Hör doch einfach auf zu kratzen!”

Außerdem haben mein Sohn und ich alle nur erdenklichen Mittelchen, Cremen und Tinkturen empfohlen bekommen – langfristig mit immer dem gleichen Effekt: gar keinem!

Medizinische Forschung über das Auftreten von Neurodermitis steckte in meiner Kindheit in den Kinderschuhen.

Aber auch heute wird bei der schulmedizinischen Betrachtung atopischer Dermatitis (der aktuellere, aber nicht so geläufige Begriff) in keinster Art und Weise mit einbezogen, dass es sehr viele äußere Faktoren sind, die das Auftreten bedingen:

  • Der unglaubliche Druck, der in unserer Gesellschaft vorherrscht.
  • Die Erwartung, mit einem als normal angesehenen stressigen (Schul)Alltag umgehen zu können.
  • Die Schnelligkeit, in der sich Alltagssituationen nacheinander abspielen. Man hetzt von der Schule zum Musikunterricht und dann noch zum nächsten und übernächsten Termin ohne zwischenzeitlich inne zu halten.

Der hochsensible Geist, der das alles nicht gut verarbeiten kann, kommt dadurch nicht zur Ruhe. Diese Unruhe kann sich in Neurodermitisschüben, begleitet von unglaublichem Juckreiz, nässenden Ekzemen, Hautinfektionen, Unverträglichkeiten und Allergien zeigen.

Und da physiologisch gesehen Haut, Darm und Lunge eine Einheit bilden, kommen zu dem ganzen Szenario auch oft noch Verdauungsstörungen wie Durchfall, Verstopfung und Blähungen sowie Atemwegserkrankungen, vor allem Asthma, dazu.

Oftmals sind auch jene Kinder, denen Konzentrationsschwäche, Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität zugesprochen wird, von Neurodermitis betroffen. Manchmal aber auch die ganz stillen, die, die alles über ihre zarte Haut aufnehmen und nichts verarbeiten können.

Was also tun? Wie können Sie Ihr Kind, das immer mal wieder oder chronisch an Neurodermitis leidet, bestmöglich unterstützen?

Wenn man Neurodermitis alternativmedizinisch, also ganzheitlich betrachtet, wirken hier demnach

  • die eigene (hochsensible) Veranlagung
  • Umweltfaktoren
  • und letztendlich der eigene Lebensstil zusammen.

Und genau da kann man ansetzen: Das Bewusstsein für dieses Zusammenspiel erleichtert es, damit umzugehen.

Bewusstes Leben heißt, bewusst und achtsam mit sich und seinem Körper umzugehen, wahrzunehmen, was ihm gut tut, wo die eigene Grenze liegt und wo Grenzen zu setzen sind.

Die Bewusstheit fängt bei uns Eltern an und darf unseren Kindern weiter vermittelt werden.

  • Achten Sie auf bewusste, typentsprechende und auf das Hautbild abgestimmte Ernährung. Hier hat Katharina Ziegelbauer in ihren Neurodermitis-Blogartikeln die besten Tipps und Hinweise für Sie und Ihr Kind.
  • Bemühen Sie sich um eine möglichst stressreduzierte und geordnete Umgebung für Ihr Kind. Laut TCM ist die Haut dem Metall Element zugeordnet. Metall steht für Struktur und Klarheit. Ist die Haut wund, kann mit äußerer Struktur das Wohlgefühl verbessert werden, Ihr Kind kann besser zur Ruhe kommen.
  • Achten Sie auf ausreichend Frischluft im Schlaf-/Kinderzimmer. Bei Neurodermitis ist die Lunge genauso wie die Haut von einer Imbalance betroffen. Viel frische Luft und immer mal wieder bewusst auf die Atmung achten, können das Wohlbefinden unterstützen. Leiten Sie Ihr Kind an, die Hände auf den Bauch zu legen und dann mit voller Aufmerksamkeit (ev. mit geschlossenen Augen) in die Hände zu atmen, frische Energie in den Bauchraum zu schicken, von wo sie sich im ganzen Körper verteilt.
  • Reduzieren Sie Stress im Alltag so gut es geht. Wohl eine der größten Herausforderungen, vor allem bei schulpflichtigen Kindern. Versuchen Sie den Zeitplan mit Ihrem Kind zu besprechen und fragen Sie Ihr Kind oft nach seinen Gefühlen und Bedürfnissen. Durch die wunde rissige Haut leidet auch immer der Selbstwert. Deshalb ist es so essentiell, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse in geschützter Umgebung wahrnehmen und ausdrücken zu lernen.
  • Berühren und Streicheln Sie Ihr Kind oft. Berührung nährt Haut und Seele und gerade hochsensible Kinder mit Neurodermitis sprechen sehr gut auf Hautkontakt an. So lernen sie liebevoll ihre „Grenze“ zu spüren. Oftmals helfen auch regelmäßige, sanfte Körperbehandlungen wie beispielsweise Shiatsu, damit die Kinder lernen in ihrem Körper zur Ruhe zu kommen.
  • Versuchen Sie Druck jeglicher Form zu vermeiden. Druck überschreitet die zarte Hautbarriere. Eng sitzende Hosen, Strumpfhosen, Gürtel aber auch Etiketten in Kleidungsstücken werden oft zur Qual.
  • Zu guter Letzt: Machen Sie sich bewusst, dass Ihr Kind durch seine dünne Haut sehr vieles aus seiner Umwelt wahrnimmt, was anderen oft verborgen bleibt – das ist ein großes Geschenk und kann mit Unterstützung den Alltag sehr bereichern.

 

“Berühr mich!” – Wie Körperkontakt das Leben Ihres hochsensiblen Kindes bereichert

“Die Seele kann man nicht anfassen, aber berühren”
(Robert Gampe)

Meine Erfahrung in der Körperarbeit zeigt mir immer wieder den Zusammenhang zwischen Körper und Psyche untrüglich auf. Es ist schön wahrzunehmen, wie positiv hochsensible Kinder auf Berührung reagieren, wie schnell sie darauf ansprechen und wie problemlos Barrieren, die in der Kommunikation vielleicht entstehen, über den Körperkontakt verschwinden. Der eigene Körper wird wahrgenommen, gespürt und kommt zur Ruhe.

Körperkontakt mag simpel klingen, jedoch herrscht heutzutage ein großer Mangel an Berührung vor.

Hochsensible Menschen sind durch ihre Reizoffenheit äußerst „berührbar“. Berührungen werden besonders intensiv wahrgenommen und tragen unmittelbar zu Entspannung und Wohlbefinden bei. Liebevolle Zuwendung vermittelt Sicherheit und Geborgenheit. Ja, natürlich weiß man das – aber ganz ehrlich: Wie oft berühren Sie Ihr Kind oder auch Ihren Partner/Ihre Partnerin? Wie oft werden Sie berührt? Lassen Sie sich berühren?

In unserem Alltag werden technische Geräte wie Computer und smartphones sicher um einiges öfter berührt als Menschen. Auch das berühren Lassen passiert wesentlich mehr über künstlich erzeugte Emotionen, zum Beispiel durch Filme oder Computerspiele, als über den Kontakt mit realen Personen.

Sogar Wissenschafter sprechen heute bereits von chronischer Berührungsarmut. Berührungen sind ein Grundbedürfnis jedes Menschen. Bei Umarmungen schüttet der Körper das Hormon Oxytocin aus, das gegen Stress wirkt. Der Blutdruck sinkt, das Stresshormon Cortisol wird vermindert, Ängste und Schmerzen verblassen.

Die Haut steht in engem Kontakt mit dem Immunsytem, den Nerven und der Psyche. Die Haut spiegelt unsere Seele und über die Haut können wir diese berühren. Vor allem bei hochsensiblen Kindern, die unter Neurodermitis leiden, lindern regelmäßige Berührungen die Anspannung und den Juckreiz enorm.

Die Arbeit mit unterschiedlichsten Kindern hat mir immer wieder gezeigt, dass Berührung und Augenkontakt der Schlüssel dafür sind, dass das, was man sagen möchte, auch ankommt. Die Kommunikationstheorie nennt das die „Beziehungebene“, die unbedingt hergestellt sein muss, damit die „Inhaltsebene“, also die Botschaft, auch vermittelt werden kann. Sobald jemand berührt wird, ist er im Hier und Jetzt.
Es mag manchmal eine Zeit brauchen, bis die Berührung „greift“, vor allem wenn der Geist sehr abgelenkt und sehr bewegt ist, aber wenn der Moment erreicht ist, dann ist es möglich, echten Kontakt herzustellen.
Bei hochsensiblen Kindern ist die Notwendigkeit groß, sie zu „erden“, ins Hier und Jetzt zu holen und den bewegten Geist zu entspannen – Berührung wirkt dabei wahre Wunder.

Bei meinem pubertierenden hochsensiblen Sohn gerate ich momentan oftmals an meine Grenzen. Wenn es mir gelingt, in Konfliktsituationen anstatt in Konfrontation “in Umarmung” zu gehen, merken wir sofort, wie sich die Situation entspannt.

Natürlich hat man es mit Berührungen nicht immer leicht, vor allem im Schulalltag. Allzu oft wird man heutzutage schief angeschaut, wenn man zum Beispiel als männlicher Lehrer eine weibliche Schülerin berührt. Leider ist unsere Gesellschaft hier in eine enorme Schieflage geraten. Wenn man in der U-Bahn sitzend jemanden mit Augenkontakt berührt und anlächelt, trägt bereits diese Geste oftmals zu Missverständnis und Unsicherheit bei: „Was will er/sie von mir?“ „Hab ich was falsch gemacht?“ … Wir sind große Einzelkämpfer geworden und es nicht mehr gewöhnt, einfach nur in Kontakt zu treten, ohne Absicht dahinter.

Der spirituelle Aspekt „Alles ist miteinander verbunden“ bedeutet, dass wir keine getrennten Individuen sind, die ständig auf ihren Vorteil schauen und sich behaupten müssen. Wir können so viel mehr in tatsächlichem Kontakt miteinander erreichen. Reizoffene Menschen, die gelernt haben, sicher in ihrer Mitte zu stehen, leben ständig in Berührung mit der sie umgebenden Umwelt. Und das ist eine große Bereicherung.

Wie können Sie als Eltern unterstützen?

Machen Sie sich bewusst: Berührung ist heilsam! Wenn Sie Ihr Kind berühren, treten Sie mit ihm in Kontakt. Es fühlt sich wahrgenommen und wertgeschätzt. Es mag das natürlichste der Welt sein und trotzdem ist es für viele Eltern sehr schwer, sich auf tatsächliche Berührung mit ihrem Kind einzulassen. Vielleicht weil man selbst nie die Macht der Berührung wahrnehmen durfte oder sich aus unterschiedlichsten Mustern heraus damit schwer tut. Wenn Sie Ihr Kind berühren, berühren Sie sich selbst.

Manche sehr unruhige Kinder brauchen oftmals ein bisschen Zeit, sich auf Berührung einlassen zu können. Auch hier ist es ganz wichtig, das eigene Tempo des Kindes zu respektieren, damit Berührung positiv, heilsam und beruhigend erlebt werden kann. Gerade bei unruhigen Kindern ist es sehr wichtig, zunächst einmal Raum zu schaffen, in dem ein zur Ruhe kommen und Entspannen möglich ist.

Konkret heißt das:

  • Nehmen Sie sich ab und zu gemeinsame Auszeiten, legen Sie sich mit Ihrem Kind auf die Couch oder ins Bett oder gehen Sie einfach mal Hand in Hand spazieren.
  • Machen Sie Berührung zu einem Ritual, zum Beispiel vor dem Schlafengehen. Ihr Kind kommt zur Ruhe und fühlt sich sicher.
  • Haben Sie auch in Alltagssituationen keine Angst vor Berührung. Legen Sie Ihrem Kind öfters mal die Hand auf den oberen Rücken. Das bedeutet, dass Sie es unterstützen, da sind und ihm „den Rücken stärken“.
  • Wenn Sie möchten, dass das, was Sie sagen, auch wirklich ankommt, achten Sie auf Augenkontakt, am besten gemeinsam mit einer Berührung der Schulter oder des Armes. Sie tragen damit wesentlich dazu bei, dass Anspannung abfällt und Ihre Worte integriert werden.
  • Nehmen Sie sich ab und zu die Zeit, ihr hochsensibles Kind zu massieren. Fragen Sie es, wo mögliche Verspannungen sitzen. Sie tragen so entscheidend dazu bei, dass Ihr Kind lernt, in seinen Körper hineinzuspüren und Signale zu deuten. Vielen Kindern macht es auch großen Spaß, die Eltern zu massieren. Sie werden überrascht sein, wie gut Ihr Kind hinspüren kann und dabei lernt, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.

 

Was mir hilft, meinen hochsensiblen Sohn im Schulalltag besser unterstützen zu können

Elterngespräch. Ich sitze einer Lehrerin meines Sohnes gegenüber. Noch bevor sie etwas sagt, fühle ich mich unverstanden. Außerdem fühle ich das Unverständnis meinem Sohn gegenüber. Ja, er ist anders. Ja, er findet sich mit diesem System nicht gut zurecht – nicht so wie sie, die Lehrerin, es sich wünscht. Ich fühle Wut, Zorn und großen Widerstand.

Genauso ging es mir sehr oft. Dieser unendliche Widerstand gegen ein nicht förderliches System. Gegen Unverständnis, gleich-machen und gleich-haben wollen habe ich permanent angekämpft.

Meinem Sohn und mir hat dieser Widerstand nur eines gebracht: Schwierigkeiten mit dem Alltag, so wie er ist, umzugehen. Ich habe so viel mit der Situation gehadert, dass es unumgänglich war – vor allem um meinen Sohn wirklich unterstützen zu können – Wege und Möglichkeiten zu finden, damit umzugehen.

Als ehemalige Lehrerin kenne ich Grenzen und Möglichkeiten auf schulischer Seite und als Mama ist es mir ein unendliches Bedürfnis, meinem Sohn einen stressfreien, verständnisvollen und gut erträglichen Schulalltag zu ermöglichen.

Ich bin immer noch permanent am Üben und Ausprobieren, aber folgende Herangehensweisen haben mir sehr geholfen, mir und meinem Sohn den Alltag zu erleichtern:

  • Ich lerne loszulassen. Meinen Sohn und seinen Schulalltag. Lange hatte ich das große Bedürfnis, ihn zu schützen vor der bösen, großen Welt da draußen, vor einem System, hinter dem ICH nicht stehen kann. Ich habe verstanden, dass er SEINEN Weg geht, auf dem ich ihn nur begleiten darf.
  • Ich lasse meinen Sohn (natürlich nur manchmal) auf gut Wienerisch “anrennen”. Das heißt, auch wenn ich weiß, dass er zum Beispiel seine Schulsachen noch kreuz und quer herumliegen hat und das am nächsten Tag in der Früh zu großem Stress beiträgt, diese noch ordentlich einzupacken, erinnere ich ihn nicht mehrmals daran. Wenn die Stresssituation dann vorbei ist, gelingt es mir immer öfter, ihn ruhig zur Seite zu nehmen und Verständnis dafür zu bekommen, wie wichtig es für ihn ist, sich vorher darum zu kümmern, um Stress zu vermeiden.
  • Ich bemühe mich sehr, keine negativen Kommentare zum Schulalltag oder zum Schulsystem überhaupt abzugeben. Das fällt mir oft sehr schwer, weil ich sehr viel Problematisches dabei wahrnehme. Aber ich habe stark gemerkt, wie sehr mein Sohn sich von meiner Negativität anstecken und leiten lässt. Und das hilft ihm in seinem Alltag in keinster Art und Weise weiter.
  • Ich lasse zu, dass er anders ist. Anders als ich. Auch wenn ich mich noch so sehr in ihm sehe, ist es mir bewusst, dass ich manchmal zu Überidentifikation neige.
  • Ich versuche, nicht allzu sehr in den Alltag meines Sohnes einzugreifen, auch wenn ich diesen als sehr stressig empfinde. Wenn mein Sohn sich beispielsweise in den Kopf setzt, 3mal pro Woche Fußball spielen zu gehen und sich zusätzlich für das Fußballmatch des Vereins am Wochenende anmelden möchte, lasse ich es zu, ohne zu sehr darunter zu “leiden”, weil dieser Zeitplan MIR zu viel wäre (Überidentifikation:-). Ich merke, dass mein Sohn selbst nach und nach ein Gefühl dafür bekommt, was gut für ihn ist. Je älter unsere (hochsensiblen) Kinder werden, desto mehr dürfen wir ihnen die Entscheidungen überlassen – auch wenn wir es anders tun würden.
  • Ich versuche in ruhigen, entspannten Situationen Themen aufzugreifen, die meinem Sohn bei der Strukturierung und Stressreduktion seines Alltags helfen können. Das kann beim Abendessen sein oder auch einmal zwischendurch. Besonders gut gelingt mir der Zugang, wenn ich meinen Sohn dabei berühre, streichle oder massiere. Ich mache die Erfahrung, dass sehr viel von diesen Gesprächen “hängen bleibt” und den Alltag erleichtert.
  • Und zu guter Letzt ein Thema, über das viel diskutiert wird: Wann und wie spreche ich die Hochsensibilität meines Kindes bei LehrerInnen an und macht das überhaupt Sinn? Die wichtigste Frage, die ich mir dabei stelle ist: Was will ich erreichen? Meine Antwort war oft: Ich möchte Verständnis. Verständnis und Berücksichtigung der Bedürfnisse meines Sohnes. Ein schwieriges Unterfangen, wo doch das Wissen über hochsensible Eigenschaften im Schulsystem noch am Anfang steht. LehrerInnen, die “verstehen”, tun dies auch ohne Erklärung, einfach weil sie Bedürfnisse erkennen und bestmöglich reagieren. Und bei jenen LehrerInnen, die nicht verstehen können, worum es bei Hochsensibilität geht, ist es sicher wertvoll, Hinweise auf homepages und Bücher zu geben – ohne den Anspruch, Verständnis zu bekommen. Verständnis für etwas, das man nicht kennt, nicht spürt und sich vorstellen kann, ist sehr schwierig. Ab nächstem Jahr darf ich in der LehrerInnenfortbildung in Wien einen Beitrag dazu leisten 🙂

Ich habe gelernt, ruhig zu bleiben, durchzuatmen, da wo es geht sanft einzugreifen und darauf zu vertrauen, dass mein Sohn SEINEN Weg geht – und manchmal gelingt es mir schon ganz gut…

Was Ihnen helfen kann, Ihr hochsensibles Kind besser zu verstehen

“Individualität ist das, was mich von der Welt absondert. Liebe ist das, was mich mit ihr verbindet. Je stärker die Individualität, desto stärker erfordert sie Liebe.” (Walther Rathenau)

Individualität wird in unserer Gesellschaft in keinster Weise ausreichend wertgeschätzt. Viele von uns sind sich ihres eigenen Wertes nicht bewusst, weil ihnen nie Wert-Schätzung entgegengebracht wurde. Je mehr man sich von einer Norm unterscheidet, desto schwieriger ist es, selbst ausreichend gefestigt zu sein, um dem Strom liebevoll standzuhalten.

Hochsensiblen Kindern kann man kaum ein größeres Geschenk machen, als ihr anders-Sein von Anfang an Wert zu schätzen und liebevoll zu begleiten. Das gelingt wohl am besten, wenn man Einblick hat, was in ihrem wachen Geist und Körper vorgehen kann. Auch hier natürlich sind die Ausprägungen höchst individuell und noch lange nicht ausreichend definiert (sofern man überhaupt jemals als Außenstehender definieren kann, was die Komplexität eines anderen Menschen ausmacht 🙂

Zu den in verschiedensten Tests angeführten Kriterien hochsensible Kinder betreffend, ist es mir ein Anliegen, folgende besonders hervorzuheben und Möglichkeiten der Unterstützung zu ergänzen:

  • Schon früh ist bei hochsensiblen Kindern Tiefgründigkeit in der Erforschung sogenannter Menschheitsfragen zu erkennen:“Warum lebe ich?” “Wie funktioniert das Universum und was war davor?” “Warum gibt es so viel Leid auf dieser Welt?” Die Themen Tod und Sterben und auch gesellschaftliche und hierarchische Strukturen werden schon früh hinterfragt.
    Gehen Sie auf die Fragen und Gedanken Ihres Kindes ein – auch wenn Sie keine Antworten parat haben. Natürlich ist es schön, wenn Sie Ihre Sicht aufs Leben und die Welt kindgemäß (mit)teilen können – das schenkt Vertrauen. Machen Sie Ihr Kind auf jeden Fall darauf aufmerksam, dass diese Fragen richtig und wichtig sind und es die Antworten dazu Schritt für Schritt und im Lauf der Zeit bekommen wird. Das führt zum nächsten Punkt:
  • Viele hochsensible Kinder verfügen über eine präzise sprachliche  Ausdrucksweise. Selbst die Mehrheit der introvertierten hochsensiblen Kinder zeigt sich erstaunlich kommunikativ, wenn ihnen ehrliches Interesse an der Wahrnehmung ihrer Welt entgegengebracht wird.
  • Bei hochsensiblen Kindern ist die stark spürbare Verbundenheit mit der sie umgebenden Umwelt besonders ausgeprägt. Sie erleben sich als Teil des großen Ganzen. So können bereits als Kind intensive Gefühle von “Weltschmerz” auftreten, da die feinen Sensoren hochsensibler Kinder nicht nur ihre unmittelbare Umgebung, sondern auch kollektiv vorherrschende Energien (Angst, Unsicherheit…) wahrnehmen.
    Sie werden wahrscheinlich nicht immer gleich nachvollziehen können, was auf die Gefühlslage Ihres hochsensiblen Kindes gerade Einfluss nimmt. Ein Kind, das morgens beispielsweise noch sehr gut gelaunt war, sitzt nachmittags, nachdem es einen Freund besucht hat, weinend im Zimmer, weil es mitbekommen hat, dass der unbekannte Onkel seines Freundes gestorben ist.
    Respektieren Sie so gut es geht die Gefühle Ihres Kindes – auch wenn Sie sie nicht nachvollziehen können und vermeiden Sie den Satz: “Es gibt keinen Grund, dich so zu fühlen!”
  • Hochsensible Kinder besitzen oftmals große Wahrnehmungsbegabung und ausgezeichnete Beobachtungsgabe jenseits des herkömmlichen Alltagsverständnisses. So können Befindlichkeiten anderer Personen im eigenen Körper wahrgenommen werden oder Gedanken “gelesen” werden.
    Das kann Kinder wie Eltern völlig überfordern. Hier liegt die große Herausforderung, behutsam zu unterscheiden, welches die eigenen Gefühle des Kindes sind und welche “übernommen” werden. Wenn Ihnen diese Unterscheidung gelingt, machen Sie Ihr Kind behutsam auf seine Gabe aufmerksam und unterstützen Sie es dabei, Bewusstsein dafür zu entwickeln.
  • Die sinnlichen Wahrnehmungen hochsensibler Kinder sind stark ausgeprägt. Vor allem ihr Geschmacks- und Geruchserleben können sehr auffällig sein. Sie werden oft als heikel angesehen, da sie schon sehr früh für sich auswählen können, was ihr Körper verträgt und was ihn überreizt.
    Versuchen Sie darauf zu vertrauen, dass ihr hochsensibles Kind weiß, was ihm gut tut. Die somatische Intelligenz (=Körperintelligenz) Ihres Kindes ist genauso gut ausgeprägt wie die restliche Wahrnehmung.
  • Oftmals neigen hochsensible Kinder schon frühzeitig zu Ticks und Zwängen, meist ungewöhnliche und unmerkliche Körperbewegungen (Schnippen der Finger…) oder Aktionen (Reiben an der Hosentasche…). Der Körper zeigt schon früh An- und Verspannungen als Reaktion auf Stress. Die Schmerzempfindlichkeit und die Tendenz zu Hauterkrankungen und Allergien ist erhöht. Viele hochsensible Kinder wirken dünnhäutig und der Körper reagiert mit Aggression, wenn seine Grenze überschritten wird.
    Für mich hat sich hier gezeigt, wie wertvoll es ist, hier mit vollem Verständnis zu agieren. Wenn Sie einen möglichen Tick Ihres Kindes mit ihm ansprechen und ihm ein Gefühl von “das ist ok” vermitteln, kann es besser damit umgehen und der Tick wird sich im besten Fall bei mehr und mehr Entspannung lösen.
    Zum Thema Hauterkrankungen und Allergien lesen Sie auch meinen Gastartikel bei Ernährungsberatung Mag. Katharina Ziegelbauer.

Viel Freude und Geduld beim Entdecken der Seelenlandschaft Ihres hochsensiblen Kindes!

 

Welche Schule ist die richtige für mein hochsensibles Kind?

Die “richtige” Schule – wohl eines der wesentlichsten Themen für alle Eltern von hochsensiblen Kindern. Und ein Thema, das mit großen Emotionen verbunden ist, sowohl für die Kinder als auch für die Eltern. In der 9-jährigen Pflichtschulzeit fließen oft Unmengen an Tränen auf beiden Seiten, toben Anpassungskämpfe und große Wut über das “nicht verstanden werden”. Die Situation erscheint oft aussichtslos, da man mit hochsensiblen Bedürfnissen sehr schnell an die Grenzen eines Systems stößt, das

  • genormt
  • unflexibel im Denken
  • und an einer Gesellschaft orientiert ist, die noch nicht ausreichend bereit ist nach Innen zu schauen und anzuerkennen, wie bereichernd und zukunftsweisend es sein kann, ein oder mehrere Kinder in der Klasse zu haben, die sich an ein vorhandenes System nicht anpassen können und wollen.

Alles Aspekte, die für hochsensible Kinder absolut hinderlich sind, sich aufgehoben und begleitet zu fühlen. Was also tun, um das eigene hochsensible Kind ohne großen Leidensdruck durch eine Schulzeit zu führen, die im besten Fall dazu beiträgt den eigenen Lebensweg selbst-bewusst und mit selbst-Vertrauen zu gehen?

  • Achten Sie darauf, Ihr Kind nicht zu früh einzuschulen. In vielen Fällen mag der Intellekt des Kindes schon sehr früh so weit ausgebildet sein, dass eine vorzeitige Aufnahme im Sinne der Anforderungen absolut machbar wäre. Auf der emotionalen Seite zeigt sich jedoch oft, dass hochsensible Kinder, die früh eingeschult werden, sehr instabil auf den schnell vorherrschenden Anpassungsdruck reagieren.
  • Informieren Sie sich genau, schauen Sie genau hin und vor allem spüren Sie genau hin, welche Schule für die Bedürfnisse Ihres hochsensiblen Kindes die richtige ist. Viele Eltern sehen im alternativen Schulsystem den ersehnten Ausgleich für ein zu vorhersehbares und eng strukturiertes klassisches Schulsystem. Alternative Schulen haben den Vorteil, dass sie sicher mehr auf die Individualität jedes Kindes eingehen als klassische Systeme. Der Nachteil, den man hier sehr oft findet, ist jener, dass sich das hochsensible Kind in chaotischen Strukturen wiederfindet, wo oftmals der Rahmen fehlt, sich festzuhalten und zu orientieren. Das eine Extrem eines zu engmaschigen Systems und das  andere Extrem eines zu weitläufigen und unorganisierten Miteinanders sind beide nicht förderlich für die Bedürfnisse hochsensibler Kinder. Gute Alternativschulen haben einen klar abgesteckten Rahmen, in dem sich jedes Kind in seinem eigenen Tempo und mit seinem eigenen unverwechselbaren Potential einbringen kann. Die Kinder werden liebevoll und rücksichtsvoll begleitet. Systeme leben durch die Personen, die sich darin bewegen. Demnach kann man liebevolle Begleitung auch in klassischen Schulsystemen finden, die Möglichkeit der Rücksichtnahme auf das eigene Tempo und die individuellen Bedürfnisse ist allerdings eingeschränkt. Die zu erreichenden Lerninhalte sind (leider) noch die gleichen. Auch gibt es nicht für jedes klassische System eine Alternative (das österreichische “Gymnasium” beispielsweise kennt kein alternatives System). Die Möglichkeit, das eigene Kind zu Hause oder in privaten Schulverbänden zu unterrichten ist eine, die in den letzten Jahren immer mehr Beachtung findet.
  • Vermeiden Sie Überidentifizierung. Gerade wenn Sie als Elternteil selbst hochsensibel sind und ihre Schulzeit in schlechter Erinnerung haben, neigen Eltern hochsensibler Kinder zu Überidentifizierung. Die eigene Wahrnehmung, der eigene Widerstand und die eigene Hilflosigkeit einem System gegenüber werden auf das Kind übertragen.
  • Verständnis vor Mitleid. Reden Sie viel mit Ihrem Kind darüber, wie es sich fühlt. Sollten Probleme auftreten, versuchen Sie Ihr Kind mit einfühlsamen Verständnis zu stützen. Achten Sie jedoch darauf, es nicht zu sehr “runterzuziehen”, weil sie mitleiden. Machen Sie sich immer bewusst, dass Ihr Kind Situationen mit Sicherheit des Öfteren anderes wahrnimmt als Sie (Überidentifizierung!) und dass Sie mit weniger Mitleid schneller zu einer entspannten Situation beitragen können.
  • Helfen Sie Ihrem Kind, sich im Schulalltag gut zurechtzufinden. Wenn Sie sich rechts → in meinen Newsletter eintragen, erhalten Sie 10 Tipps, die Ihnen und Ihrem hochsensiblen Kind helfen können, zu mehr Ruhe im Schulalltag zu kommen.

“Man wird nur dadurch dem Menschen gerecht, dass man in jedem einzelnen einen neuen Menschen sieht.”

Rudolf Steiner

 

 

Mein hochsensibles Schulkind steht unter Dauerstrom – wie kann ich es erden?

Unsere hochsensiblen Kinder haben tausende Antennen. Für alles. In einem Alltag, der auf “Schneller – Höher – Lauter – Weiter” ausgerichtet ist, fällt es umso schwerer, diese Antennen auf BEWUSSTEN Empfang einzustellen. Vielmehr passiert es sehr oft, dass das ungefilterte und dauerhafte Empfangen von Signalen zu Dauererregung eines hochsensiblen Kinderkörpers führt.

Hohe Reizbarkeit, Wutausbrüche, Aggression und emotionale Achterbahnfahrten sind die Folge. Viele Eltern hochsensibler Kinder wissen das und versuchen dieses Szenario auszugleichen, indem sie besonders bemüht sind, ihrem hochsensiblen Kind sportliche Aktivitäten, Musikangebote, Theaterbesuche oder dergleichen zu bieten.

Vor allem Sport kann ein sehr gutes Mittel sein, um die vermehrt ausgeschütteten Stresshormone eines hochsensiblen Körpers abzubauen. Das Lernen eines Musikinstruments ist eine sehr gute Möglichkeit, den ständig bewegten Geist zur Ruhe zu bringen und ein Theaterbesuch oder ein Besuch bei guten Freunden kann sehr bereichernd für die hochsensible Seele sein.

ABER VORSICHT!

Jede dieser Situationen birgt die Gefahr weiterer Überreizung.

Nach einem anstrengenden Schultag, der für viele Kinder bis in den späten Nachmittag dauert und tausenden Eindrücken, die bis dahin schon den hochsensiblen Körper und Geist erreicht haben, kann jede zusätzliche Aktivität statt gewünschtem Ausgleich das Gegenteil bewirken und das Verarbeiten des Alltags noch mehr erschweren.

Es erfordert sehr viel Feingefühl, hier die Grenze zu ziehen und seinem Kind sowohl essentielle Anreize als auch bewusste Ruhephasen zu ermöglichen. Es ist sehr wertvoll, möglichst früh damit zu beginnen, seinem hochsensiblen Kind diese notwendige Balance im Alltag nahezubringen.

Hier ein paar Möglichkeiten, wie Sie Ihr Kind bestärken, immer wieder hinzuspüren:

  • Geben Sie Ihrem Kind nach einem anstrengenden Schultag genug Zeit, um zu Hause anzukommen. Fragen wie:” Wie war es heute in der Schule?” und “Hast du deine Jause gegessen?” können und wollen von einem überanstrengten Geist nicht beantwortet werden. Ein gutes Essen, ein warmer Tee und einfach die Möglichkeit in Stille und im eigenen Tempo anzukommen, wirken Wunder, damit der bewegte Geist im Körper zur Ruhe kommt.
  • Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, den Rest des Tages selbst zu planen und zu strukturieren. Natürlich brauchen kleinere Kinder hier noch etwas mehr Anleitung, aber so lernen hochsensible Kinder schon früh in sich hineinzuspüren und wahrzunehmen, wie sich ihr Energiehaushalt anfühlt. Lassen Sie Ihr Kind immer wieder ansprechen, wie es sich fühlt. Das mag am Anfang ein bisschen schwierig sein, aber je öfter Kinder damit konfrontiert werden, in sich hineinzuspüren, desto öfter werden sie Worte dafür finden. Damit können Sie Ihrem Kind schon frühzeitig helfen, sich nicht selbst zu überfordern.
  • Berühren Sie ihr hochsensibles Kind so oft es geht und so oft es das zulässt. Hochsensiblen Kindern fehlt oft das, was wir Erdung nennen. Durch Berührungen holen wir ihren bewegten Geist in ihren Körper zurück und helfen ihnen so immer wieder im Alltag anzukommen und sich zu entspannen.
  • Manchen Kindern (auch Erwachsenen) macht es Spaß, am Abend, bevor sie ins Bett gehen, die “Schüttelübung” zu machen. Dazu stellen sie sich hüftbreit und die Knie etwas gebeugt auf den Boden und beginnen nun aus den Knien heraus, ihren ganzen Körper durchzuschütteln. Dabei können Sie Ihr Kind anleiten, alles was es tagsüber aufgenommen hat und nicht mehr braucht, in den Boden zu schicken. Dabei können vor der Übung 2 Fragen unterstützen: “Was hat dir heute am Besten gefallen?” und “Was hat dir gar nicht gefallen?” – das, was nicht gut war, darf einfach abgeschüttelt werden.

Viel Erfolg und eine schöne ruhige Zeit mit Ihrem Kind!

“Schulsystem adieu” – Wie hochsensible Kinder beitragen können, das Schulsystem zu reformieren

„Wir arbeiten an der Verengung, nicht an der Erweiterung des Bewusstseins.“

Ein Satz, den ich in diesem Zusammenhang einmal gelesen habe und der mir in Erinnerung geblieben ist. Den unterschiedlichen Wahrnehmungskanälen, die bei allen, vor allem aber bei hochsensiblen Kindern, vorhanden sind, wird im Regelunterricht in keinster Art und Weise Rechnung getragen.

Konzentrieren und Fokussieren auf ein Ziel sind ebenso wichtig und wertvoll für Kinder wie das angeleitete Ausdehnen der unendlichen Weiten der Seele. Die Vermittlung dieses Wertes ist ebenso sehr als Unterrichtsziel zu pflegen wie alle fokussiert kognitiven Inhalten, die den Intellekt fordern und fördern. Dieser Balance wird im jahrelang gewachsenen Regelschulsystem in keinster Art und Weise Rechnung getragen.

Dass das Schulsystem aus unterschiedlichen politischen und strukturellen Gründen auseinanderbröckelt und den verschiedenen Bedürfnissen nicht gerecht werden kann, ist eine Tatsache.

Für die Bedürfnisse hochsensibler Kinder ist es höchste Zeit das Bewusstsein dem Thema der Hochsensibilität gegenüber zu erweitern, um den Wert der besonderen Eigenschaften schätzen zu können.

Diese besonderen Eigenschaften sind es, die dem Schulsystem zur Veränderung verhelfen können.

Frei nach Pink Floyd „We don`t need no education, we don`t need no thought control….“ – alle Kinder, vor allem hochsensible Kinder, brauchen Begleitung dabei, ihr ureigenes Potential erkennen, erleben und ausleben zu dürfen und dazu gehören nicht nur intellektuelle Fähigkeiten und Fertigkeiten, sondern auch sogenannte neue oder vielmehr wiederentdeckte Werte wie:

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Achtsamkeit sich selbst, seinem Körper und der Umwelt gegenüber

Es kann wohl nicht jedes Kind anfangen zu meditieren, um Achtsamkeit zu lernen. Das ist in den Kulturkreisen der Kinder unserer Klassen in Mitteleuropa (noch) nicht möglich. Das bewusste Anleiten zur Stille allein führt schon zu einer erweiterten Wahrnehmung und zu mehr Gespür für sich selbst und seine Umwelt, um dem Lärm, der Aggression und Hektik entgegenwirken zu können.

Ein Mensch, der gelernt hat, bei sich zu sein und in sich ankommen zu können, wird viel Positives nach Außen tragen.

Angstfreiheit

Die Angst, nicht zu genügen, nicht mithalten zu können mit der vorgegebenen Norm und deren Bewertung durch Noten ist eine große in unseren Schulen. Angst blockiert jedes Potential, Angst hemmt Kreativität.

Unsere Gesellschaft ist eine Angstgesellschaft. Angst nicht mitmachen zu können beim Konsumwahn, Angst nichts zu erreichen, was im harten Business Alltag als anstrebenswert gilt, Angst, zu versagen, Angst zu kurz zu kommen, Angst, dass jemand anderer besser, schöner und liebenswerter ist….

Angstfreiheit zu lehren bedeutet zunächst einmal Selbst-Bewusst-Sein zu schaffen, um die Sicherheit zu geben, dass man sich selbst genügt. Außerdem überzogene Leistungsansprüche kritisch zu hinterfragen, keine Durchschnittsnorm zu forcieren, keine Zentralmatura durchzusetzen, sondern die notwendige Vielfalt der Gesellschaft zu fördern. Jeder kann und wird seinen Platz finden, ohne am Leistungsgedanken und der Vorstellung funktionieren zu müssen zu zerbrechen.

Selbstverantwortung

Die Sicherheit zu vermitteln, dass jeder Mensch für sein Leben selbst verantwortlich ist, dass jeder selbst entscheiden und gestalten kann, ist wesentlich, um Umbrüche in der Gesellschaft zu forcieren und um keine Opferrollen mehr zuzulassen.

Menschen, die sich entscheiden können, die Angstszenarien der Medien, der Politik und des Leistungskonsums im Allgemeinen zu ignorieren und ihre gesamte Aufmerksamkeit der bewussten positiven Zukunftsgestaltung schenken, werden zu Veränderungen beitragen.

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Natürlich führt all das letztlich zu gravierenden Einflüssen auf die bestehende Gesellschaftsstruktur, die durch das erweiterte Bewusstsein in ihren Grundpfeilern durchgerüttelt wird.

Mündige Menschen, die keine Angst haben, nicht der Norm zu entsprechen, die sich nicht durch Konsum und Leistungsstreben ihren Selbstwert bestätigen müssen, die verantwortlich mit ihren Grenzen und ihrem Potential umgehen, werden Schritt für Schritt ein auf Unmündigkeit und Angst aufgebautes System verändern.

Jede Veränderung beginnt mit dem Gedanken daran, dass es möglich ist. Fangen wir zu denken an!!

 

Ich bin wütend und ich will nichts leisten!!!

Gestern war Elternabend.

Die Wörter und Sätze, die am häufigsten gefallen sind:

“Ihr Kind muss…”

“Leistung”

“leistungsstark”

“Leistungsdefizit”

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Ich musste mich sehr zusammenreißen, das, was sich dabei in meinem Kopf abspielte, nicht lautstark hinauszuschreien. Deshalb MUSS ich meinen Gedanken jetzt und hier Luft machen.

  1. Die Geschichte hat uns vieles beigebracht. Das, was immer noch total im Argen liegt, ist der Gedanke, dass Menschen wie Maschinen vom Schulsystem programmiert werden, um in ein leistungsstarkes Wirtschaftssystem zu passen.
  2. Nur wer leistet, ist auch WERT-voll. Mindestens Durchschnittsleistung zu bringen, hilft dem System, sich zu erhalten. Guter Durchschnitt bringt gut in Systeme passende Menschen (Maschinen).Wir haben immer noch nicht verstanden, dass der Wert eines Menschen in den ganz individuellen persönlichen Talenten und Begabungen liegt. Ich muss nichts leisten, sondern darf meine Begabungen in die Welt einbringen. Diese Begabungen liegen zu oft zu weit weg von den normierten Leistungsstandards (was für ein Wort in Verbindung mit Menschen) des Schulsystems, sind demnach nichts wert.
  3. Herausragende Abweichungen der Durchschnittsleistung bedeuten immer noch “Da ist ein Fehler in der Programmierung, hier brauchen wir ein ‘reset’, damit das Ding (‘Mensch’) wieder funktioniert.”

Ich wünsche mir aus ganzem Herzen, vor allem für meinen hochsensiblen Sohn in diesem Schulsystem, dass der technische Begriff “Leistung” irgendwann abgelöst wird von dem, dem eigenen Verstand und Herzen entspringenden Talent, sich als Mensch in die Welt einzubringen. Mit unterschiedlichsten Begabungen, die nicht mehr an einem Durchschnitt gemessen werden, sondern am WERT für jedes einzelne Individuum.

Ein erforderlicher Umbruch im gesamten Denken, im Schulsystem und im Wirtschaftssystem.

Ich habe vor kurzer Zeit meine Anstellung als Lehrerin endgültig gekündigt. Hochsensible Menschen sind schon im frühen Kindesalter keine Systemerhalter. Im besten Fall tragen sie dazu bei, Systeme zu hinterfragen und zu verändern, aufzuzeigen wo Lücken liegen und wo sich der Horizont eines Systems erweitern darf.