Mitfühlen nicht Mitleiden – der große Unterschied!

»Mitgefühl und Empathie sind wunderbare Eigenschaften hochsensibler Menschen. Ich empfinde es als ungemeine Bereicherung, Menschen in ihrem SEIN wahrzunehmen und aus deren Sicht heraus ihr Handeln und Fühlen nachzuvollziehen. Oft erlebe ich aber hochsensible Menschen, die ihr Mitgefühl als Mitleid leben. Mitleiden hilft niemandem und schadet nur dem Selbst. Es ist ein großartiges Geschenk, mit allem was uns umgibt, fühlen zu können. Durch das Wahrnehmen anderer Lebenswelten wird unser Horizont erweitert. Im besten Fall können wir mit Gefühl und der notwendigen Distanz dazu beitragen, eine Situation, ein Problem oder eine Fragestellung zielführend zu analysieren und so zu einer Lösung beitragen.

Mit Mitleid geht das nicht. Dabei fehlt uns die notwendige Distanz zu der Person oder der Situation und wir leiden. Wir spüren das Leid so sehr am eigenen Körper, dass es uns nicht mehr gelingt, jene Ebene einzunehmen, die produktiv ist und den leidvollen Zustand aktiv beeinflussen kann.

Zu viel mitleiden überfordert den hochsensiblen Körper und Geist. Sätze wie “Warum kann ich nicht härter sein?” sind die Folge. Diese permanente Überforderung kann gelindert werden, wenn hochsensible Menschen lernen, Mitgefühl für sich selbst zu entwickeln. Dieses Mitgefühl ist ganz eng verwandt mit Selbstachtung, Selbstwert und Selbstliebe. 

Wenn wir hochsensiblen Menschen Mitgefühl mit uns selbst haben, können wir überfordernde Situationen frühzeitig erkennen, wir fühlen die Anforderung frühzeitig am eigenen Körper und wir überfordern uns nicht mehr. Wir gehen nicht mehr in die “ich muss um jeden Preis helfen, weil das Leid ist so groß” Rolle, sondern versuchen mit Distanz, jedoch auch mit viel Gefühl, einen positiven Beitrag zu leisten.«

Das folgende Video eines hochsensiblen Mannes greift diese Thematik auf berührende Art und Weise auf:

Immer mehr deutschsprachige Medien greifen das Thema Hochsensibilität auf

»Öffentliches Bewusstsein dem Thema Hochsensibilität gegenüber zu schaffen, ist großartig! Es ist erfreulich, dass darüber berichtet wird.

Was mich noch ein bisschen nachdenklich stimmt, ist der Aspekt, dass Hochsensibilität in den meisten Beträgen eher als “krankhaft” und “negativ” beschrieben wird als umgekehrt. Auch der hier angeführte Artikel aus der Berliner Zeitung beschreibt Hochsensibilität als etwas woran man leidet. Andererseits wird gut herausgearbeitet, dass Introversion, Neurosen und andere psychische Beeintächtigungen nicht automatisch mit Hochsensibilität in Verbindung gebracht werden dürfen. Lediglich die Neigung dazu ist verstärkt, umso mehr, wenn individuelle Vorgeschichten zusätzlich prägten. Auch wage ich zu behaupten, dass AD(H)S und Autismus nicht unabhängig von Hochsensibilität als Diagnosen existieren.

Es gibt noch viel zu tun….«

Hier der Bericht aus der Berliner Zeitung dieses Monats