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Dein hochsensibler KÖRPER und DU – Warum wir uns so sehr von unserem natürlichen Wohlbefinden entfernt haben und wie Du Dich und Dein Kind unterstützen kannst, es wiederzufinden.

Im 21. Jahrhundert angekommen

  • können wir vernetzter denken als je zuvor
  • können wir uns technische Hilfsmittel zu Nutze machen, die uns das Leben enorm erleichtern
  • wissen wir größtenteils über die tiefsten Ozeane und die höchsten Berggipfel Bescheid
  • sitzen wir mindestens 9 Jahre in Schulen und lernen die komplexesten Inhalte
  • füttern wir unseren Geist tagtäglich über`s Handy, Fernsehen und den Computer …

ABER, ich traue mich zu sagen, dass wir eine sehr wichtige Sache dabei vergessen haben:

  • wir wissen nicht mehr, wie es sich anfühlt in einem völlig schmerzfreien, leichten und gesunden Körper zu leben – davon sind wir in dieser Zeit mehr entfernt als jemals zuvor.

Unser Verstand ist stark, wurde jahrhundertelang trainiert, enorm wichtig genommen und über den Verstand definieren wir nach wie vor Intelligenz.

Unseren Körper haben wir immer mehr in den Hintergrund gedrängt, versteckt, geleugnet, missachtet und sogar misshandelt – des Verstandes wegen, der uns vorgegaukelt hat, wie ein Schönheitsideal auszusehen hat, wie man sich zurechtmachen, zurechttrainieren oder zurechtoperieren soll, um einer Norm zu entsprechen, die der Verstand kreiert hat.

Unser Verstand ist stark.
Unsere Körper wird immer schwächer, kann nicht mehr mithalten mit dem Tempo, das der Kopf uns vorgibt.

Wenn wir aus irgendeinem Grund doch einmal auf ein Signal unseres Körpers achten und uns beispielsweise Ruhe gönnen, fühlen wir uns oft schuldig – unser Verstand hat gelernt, dass man nunmal auf eine bestimmte Weise funktioniert – tut man das nicht, ist man krank, nicht angepasst genug oder unwillig. Dann passen wir nicht mehr in die Norm und in das System.

Was also tun?
Die Signale des Körpers weiterhin missachten des Verstandes wegen? Mit Schmerz, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Überforderung, Stress und nicht selten Traurigkeit leben lernen (mit dem Verstand)?
Solange bis
… wir entweder am Boden zerstört merken, dass es so nicht weitergehen kann,
… oder wir ab einem gewissen Alter das Einnehmen von Pillen und Pulverchen zu unserer täglichen Routine zählen,
… oder bis wir unseren Verstand so weit trainiert haben, dass er sich völlig vom Körper losgelöst hat. Dann haben wir gelernt, den Verstand so stark zu machen und immer wieder mit Input zu füttern, der uns hilft zu ignorieren, um weitermachen zu können.

Ganz ehrlich – das beobachte ich heutzutage sehr oft.

Geist und Körper sind keine Einheit mehr sondern 2 seelenlose Teile eines einstmals seelenvollen Ganzen.

So sehr wir hochsensible Menschen auch oft mit unserem Körper hadern, der uns immer wieder fordert, achtsam zu sein, hinzuspüren und wahrzunehmen, so sehr haben wir auch die Möglichkeit durch genau diese Gabe wieder zu einer anderen Dynamik und Achtsamkeit unseres Alltags beizutragen.

Unsere Kinder sind das beste Beispiel dafür. Ihr Kopf ist so stark und es ist eine unendlich große Herausforderung für den Körper, sich bemerkbar zu machen, beachtet zu werden und zur Ruhe zu kommen.

Nur wenn es uns gelingt, unsere Kinder beim bewussten Umgang mit ihrem Körper zu unterstützen, dann können sie auch ihr volles Potential leben – dann sind sie GANZ.

Auch hier gilt natürlich: wir als Eltern sind gefordert, unseren eigenen Körper so gut zu achten, dass es uns oft gelingt in unserer Mitte zu sein, einen guten Mittelweg zu finden zwischen Über- und Unterforderung und einen guten Weg zu finden, die Körperlichkeit jedes Geistes wahrzunehmen – der Körper ist unser Mittel, den Geist hier auf der Erde zu halten, um unser Potential auch leben zu können. Wir sind gefordert uns mit unserer eigenen Ganzheit auseinanderzusetzen – eine gesunde Seele und ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.

Das kannst Du am Besten unterstützen, wenn

  • Du Deinen Körper immer wieder bewusst wahrnimmst und auch Dein Kind anleitetet, das zu tun.
    Wie fühlt sich Dein Körper heute an?
    Was braucht er?
    Kindern macht es Spaß, kleine Dinge (Muscheln, Steine…) aufgelegt zu bekommen, die sie einfach nur spüren und wahrnehmen sollen.
  • Du darauf achtest, stets beide Fußsohlen am Boden zu halten. Viele hochsensible Erwachsene und Kinder neigen zum Zehenspitzengang. Unser Körper ist unsere Erdung und somit macht es Sinn, ihn auch ganz am Erdboden zu halten.
  • Du darauf achtest, eine gesunde Beziehung zu Deinem Körper aufzubauen und zuzulassen. Nütze Deine somatische Körperintelligenz. Das bedeutet, dass Dein Körper weiß, was er gut verträgt und was nicht, wann er genug hat und was ideal (Gewicht) für ihn ist. Wahrnehmen und “Zuhören” zu lernen, was wir brauchen, jenseits vom herkömmlichen Alltagsverständnis, wie etwas zu sein hat, ist essentiell. Wir alle brauchen unterschiedliche Nahrung, Ruhepausen und ein unterschiedliches Tempo – hilf Deinem Kind, seine Bedürfnisse zu erkennen.
  • Du Dich bewegst. Wenn Du keine sportlichen Ambitionen hast, geh viel spazieren oder generell zu Fuß. Spüre Deine Beine, Deine Schritte, die Du setzt.
    Schüttle Dich/Dein Kind regelmäßig so richtig durch. Das macht Spaß und befreit von “zu viel Verstand”.
  • Du auf Deine Haltung achtest und auf die Haltung Deines Kindes. Stelle Dich seitliche und schaue in den Spiegel – stehst Du aufrecht? Oder trägst Du vielleicht einen Rucksack voll mit ungelösten Themen Deines Verstandes?
  • Du versuchst, Dir Schritt für Schritt bewusst zu machen, welcher Lebensrhythmus zu Deinem Körper passt, wie und wann es ihm am Besten geht. Taste Dich schrittweise dorthin – wenn Du ein Kind hast, bist Du so das beste Vorbild!

…und, ja, ich weiß: es gibt viele JA, ABER und Hindernisse auf diesem Weg…

WIR SCHAFFEN ES GEMEINSAM, DAZU BEIZUTRAGEN, DASS UNSER BEWUSSTSEIN, UNSERE WELT UND UNSER MENSCHSEIN WIEDER GANZ WIRD <3

Shiatsu ist übrigens ein wunderbares Mittel, um das Hinspüren wieder zu erfahren und den Körper sanft von Ungleichgewichten zu befreien…schau mal hier.

Hast Du ein Kind mit Neurodermitis  und einem sehr sehr empfindlichen Körper?  Lies mal hier.

“Aber ich kann es doch spüren” – Warum ich dieses Buch geschrieben habe.

Aber ich kann es doch spüren – Hochsensibilität als Potential nutzen. Mit Schwerpunkt Schule.

Warum ich dieses Buch geschrieben habe und was mir als hochsensible Frau, Mama eines hochsensiblen Sohnes (und einer sensiblen TochterJ, ehemalige Lehrerin und Scannerpersönlichkeit (mit Hang zum High Sensation Seeking) wichtig ist:

Ganz kurz – für alle, die (noch) nicht wissen, was sie mit den Begriffen Scanner und High Sensation Seeker anfangen sollen…

Scanner: sind Menschen, die ständig auf der Suche nach neuem Input sind, vielseitig interessiert sind, sich nicht gern festlegen, schwer fokussieren können und vielbegabt sind

(siehe auch: http://www.hochsensibilitaet.at/hochsensible-scanner-ich-bin-viele/)

High Sensation Seeker: sind Menschen, die die Balance zwischen höchster Anregung (=high sensation) und absolutem Rückzug brauchen. Nur 1 Seite auszuleben, macht sie auf Dauer krank.

 

Kennst Du das?

 

So, warum jetzt dieses Buch:

Jahrzehntelang war ich auf der Suche nach mir selbst. Ich konnte so Vieles, was da um mich herum passierte, wahrnehmen aber nicht einordnen. Ich war öfters unglücklich, fühlte mich schwer und traurig. Und ich habe mich sehr oft verstellt – um so zu sein wie die anderen – ohne zu wissen wer ICH bin.

Viel suchen, viel hinterfragen, viele Erfahrungen, viele Gespräche und viele Tränen, aber auch viele schöne Erlebnisse später, bin ich mir Schritt für Schritt näher gekommen.

Ich habe gelernt (und lerne immer noch) meine Bedürfnisse zu akzeptieren und zu leben.

Ich lerne meinen hochsensiblen Sohn als eigenständige Persönlichkeit (auch wenn er mir noch so ähnlich ist) da sein zu lassen und mich gesund abzugrenzen.

Ich lerne mein hochsensibles Mama Sein so zu nutzen, dass ich meinen Kindern Halt und Sicherheit geben kann.

Und ich habe gelernt – und lerne immer noch – beruflich mit meinen Herzensthemen zu arbeiten.

Ein langer, unsteter Weg – aber ich weiß, dass er zum Ziel führt :-).

Mit meinem Buch möchte ich dazu beitragen, Bewusstsein zu schaffen für Bedürfnisse hochsensibler Menschen, vor allem Kinder, in einer Gesellschaft, die diesbezüglich noch wenig Bewusstsein hat.

Je mehr wir hochsensiblen Menschen unser Potential leben und in die Welt einbringen können, umso mehr helfen wir mit, eben dieses Bewusstsein hervorzubringen.

Literatur über das Thema Hochsensibilität gibt es mittlerweile zahlreich.

Ich wollte mich als ehemalige Lehrerin und Mama eines hochsensiblen Sohnes vor allem dem Thema Kinder und Schulalltag annehmen.

Schule als Organisationsform mit starren und zumeist alten Strukturen ist für die meisten unumgänglich.

Ich bin überzeugt davon, dass sich auch das Schulsystem (so wie alle anderen starren und leidvollen Strukturen in Zukunft verändern (müssen).

Hochsensible Kinder können hier richtungsweisend sein, indem sie aufzeigen, was unbedingt beachtet werden muss und welche Bedürfnisse unsere Gesellschaft (wieder) ernst nehmen muss.

Jetzt aber leben wir noch in einem Alltag, der bestimmt ist von Stress – zu viel, zu laut, zu intensiv, zu schnell, zu unpersönlich und vor allem zu verstandesorientiert.

Mit meinem Buch möchte ich dazu beitragen, noch ein bisschen mehr in das Thema Hochsensibilität einzutauchen, und noch ein bisschen genauer wahrzunehmen, welche komplexen Aspekte hier Beachtung brauchen. Ich zeige einfache Möglichkeiten auf, sich selbst und sein hochsensibles Kind zu unterstützen auf einem Weg, der wichtig ist, um unsere Zukunft zu gestalten.

 

 

5 körperliche Merkmale hochsensibler Kinder ©KarinAbriel

Ich möchte in diesem Beitrag meine Wahrnehmungen körperliche Auffälligkeiten hochsensibler Kinder betreffend teilen.

hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung:

  1. Verspannungen
  2. Unruhe, Schlafschwierigkeiten
  3. sensible Haut, Anfälligkeit für Allergien, Neurodermitis, Verdauungsbeschwerden, schwaches Immunsystem
  4. Besonderheiten bei der Nahrungsauswahl
  5. Zehenspitzengang

Tipps für den Alltag:

  • viel streicheln (wenn Kinder sich nicht so gern berühren lassen, vielleicht an den Füßen – an den Achillessehnen – etwas fester angreifen), das hilft beim zur Ruhe kommen
  • Füße massieren, um Verspannungen im Oberkörper zu lösen
  • viel reden über die Wahrnehmungen des Alltags (Was hat dir heute am Besten gefallen? Was hat dir gar nicht gefallen?)
  • körperliche Grenzen zeigen: abrollen mit einem Massageball, Steine oder Muscheln am ganzen Körper auflegen…
  • somatische Intelligenz zulassen (= der sensible Körper weiß was er braucht und holt sich das)
  • viel Barfuß gehen, oft auf Erde gehen, in der Wiese gehen, auf einem Besenstil herumsteigen (das macht den Kopf frei)