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Dein hochsensibler KÖRPER und DU – Warum wir uns so sehr von unserem natürlichen Wohlbefinden entfernt haben und wie Du Dich und Dein Kind unterstützen kannst, es wiederzufinden.

Im 21. Jahrhundert angekommen

  • können wir vernetzter denken als je zuvor
  • können wir uns technische Hilfsmittel zu Nutze machen, die uns das Leben enorm erleichtern
  • wissen wir größtenteils über die tiefsten Ozeane und die höchsten Berggipfel Bescheid
  • sitzen wir mindestens 9 Jahre in Schulen und lernen die komplexesten Inhalte
  • füttern wir unseren Geist tagtäglich über`s Handy, Fernsehen und den Computer …

ABER, ich traue mich zu sagen, dass wir eine sehr wichtige Sache dabei vergessen haben:

  • wir wissen nicht mehr, wie es sich anfühlt in einem völlig schmerzfreien, leichten und gesunden Körper zu leben – davon sind wir in dieser Zeit mehr entfernt als jemals zuvor.

Unser Verstand ist stark, wurde jahrhundertelang trainiert, enorm wichtig genommen und über den Verstand definieren wir nach wie vor Intelligenz.

Unseren Körper haben wir immer mehr in den Hintergrund gedrängt, versteckt, geleugnet, missachtet und sogar misshandelt – des Verstandes wegen, der uns vorgegaukelt hat, wie ein Schönheitsideal auszusehen hat, wie man sich zurechtmachen, zurechttrainieren oder zurechtoperieren soll, um einer Norm zu entsprechen, die der Verstand kreiert hat.

Unser Verstand ist stark.
Unsere Körper wird immer schwächer, kann nicht mehr mithalten mit dem Tempo, das der Kopf uns vorgibt.

Wenn wir aus irgendeinem Grund doch einmal auf ein Signal unseres Körpers achten und uns beispielsweise Ruhe gönnen, fühlen wir uns oft schuldig – unser Verstand hat gelernt, dass man nunmal auf eine bestimmte Weise funktioniert – tut man das nicht, ist man krank, nicht angepasst genug oder unwillig. Dann passen wir nicht mehr in die Norm und in das System.

Was also tun?
Die Signale des Körpers weiterhin missachten des Verstandes wegen? Mit Schmerz, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Überforderung, Stress und nicht selten Traurigkeit leben lernen (mit dem Verstand)?
Solange bis
… wir entweder am Boden zerstört merken, dass es so nicht weitergehen kann,
… oder wir ab einem gewissen Alter das Einnehmen von Pillen und Pulverchen zu unserer täglichen Routine zählen,
… oder bis wir unseren Verstand so weit trainiert haben, dass er sich völlig vom Körper losgelöst hat. Dann haben wir gelernt, den Verstand so stark zu machen und immer wieder mit Input zu füttern, der uns hilft zu ignorieren, um weitermachen zu können.

Ganz ehrlich – das beobachte ich heutzutage sehr oft.

Geist und Körper sind keine Einheit mehr sondern 2 seelenlose Teile eines einstmals seelenvollen Ganzen.

So sehr wir hochsensible Menschen auch oft mit unserem Körper hadern, der uns immer wieder fordert, achtsam zu sein, hinzuspüren und wahrzunehmen, so sehr haben wir auch die Möglichkeit durch genau diese Gabe wieder zu einer anderen Dynamik und Achtsamkeit unseres Alltags beizutragen.

Unsere Kinder sind das beste Beispiel dafür. Ihr Kopf ist so stark und es ist eine unendlich große Herausforderung für den Körper, sich bemerkbar zu machen, beachtet zu werden und zur Ruhe zu kommen.

Nur wenn es uns gelingt, unsere Kinder beim bewussten Umgang mit ihrem Körper zu unterstützen, dann können sie auch ihr volles Potential leben – dann sind sie GANZ.

Auch hier gilt natürlich: wir als Eltern sind gefordert, unseren eigenen Körper so gut zu achten, dass es uns oft gelingt in unserer Mitte zu sein, einen guten Mittelweg zu finden zwischen Über- und Unterforderung und einen guten Weg zu finden, die Körperlichkeit jedes Geistes wahrzunehmen – der Körper ist unser Mittel, den Geist hier auf der Erde zu halten, um unser Potential auch leben zu können. Wir sind gefordert uns mit unserer eigenen Ganzheit auseinanderzusetzen – eine gesunde Seele und ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.

Das kannst Du am Besten unterstützen, wenn

  • Du Deinen Körper immer wieder bewusst wahrnimmst und auch Dein Kind anleitetet, das zu tun.
    Wie fühlt sich Dein Körper heute an?
    Was braucht er?
    Kindern macht es Spaß, kleine Dinge (Muscheln, Steine…) aufgelegt zu bekommen, die sie einfach nur spüren und wahrnehmen sollen.
  • Du darauf achtest, stets beide Fußsohlen am Boden zu halten. Viele hochsensible Erwachsene und Kinder neigen zum Zehenspitzengang. Unser Körper ist unsere Erdung und somit macht es Sinn, ihn auch ganz am Erdboden zu halten.
  • Du darauf achtest, eine gesunde Beziehung zu Deinem Körper aufzubauen und zuzulassen. Nütze Deine somatische Körperintelligenz. Das bedeutet, dass Dein Körper weiß, was er gut verträgt und was nicht, wann er genug hat und was ideal (Gewicht) für ihn ist. Wahrnehmen und “Zuhören” zu lernen, was wir brauchen, jenseits vom herkömmlichen Alltagsverständnis, wie etwas zu sein hat, ist essentiell. Wir alle brauchen unterschiedliche Nahrung, Ruhepausen und ein unterschiedliches Tempo – hilf Deinem Kind, seine Bedürfnisse zu erkennen.
  • Du Dich bewegst. Wenn Du keine sportlichen Ambitionen hast, geh viel spazieren oder generell zu Fuß. Spüre Deine Beine, Deine Schritte, die Du setzt.
    Schüttle Dich/Dein Kind regelmäßig so richtig durch. Das macht Spaß und befreit von “zu viel Verstand”.
  • Du auf Deine Haltung achtest und auf die Haltung Deines Kindes. Stelle Dich seitliche und schaue in den Spiegel – stehst Du aufrecht? Oder trägst Du vielleicht einen Rucksack voll mit ungelösten Themen Deines Verstandes?
  • Du versuchst, Dir Schritt für Schritt bewusst zu machen, welcher Lebensrhythmus zu Deinem Körper passt, wie und wann es ihm am Besten geht. Taste Dich schrittweise dorthin – wenn Du ein Kind hast, bist Du so das beste Vorbild!

…und, ja, ich weiß: es gibt viele JA, ABER und Hindernisse auf diesem Weg…

WIR SCHAFFEN ES GEMEINSAM, DAZU BEIZUTRAGEN, DASS UNSER BEWUSSTSEIN, UNSERE WELT UND UNSER MENSCHSEIN WIEDER GANZ WIRD <3

Shiatsu ist übrigens ein wunderbares Mittel, um das Hinspüren wieder zu erfahren und den Körper sanft von Ungleichgewichten zu befreien…schau mal hier.

Hast Du ein Kind mit Neurodermitis  und einem sehr sehr empfindlichen Körper?  Lies mal hier.

Hilfe Pubertät! – 5 Gedanken, die Dich beim Umgang mit Deinem hochsensiblen pubertierenden Kind unterstützen können

“Guten Morgen, mein Schatz – gut geschlafen?”
Ein grantiges Gesicht als einzige Antwort darauf. Danach sofort ein: “Wo sind meine Fußballschuhe?”
“Da, wo Du sie gestern ausgezogen hast, mein Schatz!”
“Ich hab´Hunger!”
“Was möchtest Du frühstücken, mein Schatz?”
“Weiß nicht. Mach mir was!”

Spätestens jetzt spüre ich, wie meine Gelassenheit die Geduldsprobe nicht besteht.
“Kannst Du vielleicht bitte sagen, wenn Du Etwas von mir möchtest!? Und überhaupt – ich bin nicht Deine Dienstbotin!!”

Wenn darauf eine Antwort zurückkommt, dann: ” Sei nicht immer so genervt, Mama!!”

Ich genervt?? Wohl vielmehr erschüttert, wie schnell sich doch mein lieber, süßer und freundlicher Sohn in ein ungehobeltes grantiges Monster mit riesigen Händen und Füßen verwandelt hat!
JA, ich weiß, diese Entwicklung ist “normal” und hilft (irgendwann) beim Finden der eigenen Identität.
Ich muss in dieser Zeit sehr aufpassen, meine eigene – mühsam erarbeitete – nicht zu verlieren 🙂

Gerade als hochsensible Mama mit sehr enger Bindung zu ihrem hochsensiblen Sohn (und einem Hand zur Überidentifizierung) ist es eine riesige Herausforderung, bei mir zu bleiben und mich nicht allzu sehr auf die Stimmungsschwankungen meines pubertierenden Sohnes einzulassen. Ansonsten ist das Drama vorprogrammiert, indem wir beide uns allzu sehr in den Stimmungen und Schwingungen des jeweils anderen verlieren. Eine Dynamik, die meist darin endet, dass Türen fliegen, Wort fallen, die einem hinterher leid tun oder stundenlang eisiges Schweigen die einzige Gemeinsamkeit zwischen uns bleibt.

Kennst Du das auch?

Meine mittlerweile fast 15 jährige Tochter hat einen Großteil ihrer pubertierenden Tage bereits hinter sich (hoffe ich :). JA, es war auch herausfordernd und ich habe manchmal meine Grenzen verloren. Vor allem deshalb, weil ihre Persönlichkeit so gänzlich anders als meine ist und mir das immer wieder schmerzlich bewusst wurde – heute finde ich es großartig und ich kann viel von ihr lernen 🙂
Bei meinem 13 jährigen hochsensiblen Sohn erlebe ich es ganz anders. Es nimmt mich regelrecht ein, wenn negative Energie herrscht, wenn wir aneinander anecken und uns immer wieder aufs Neue gegenseitig herausfordern und provozieren. Das passiert nahezu automatisch und es kostet viel Kraft, aus dieser Dynamik auszusteigen und sie zu durchbrechen – eine Aufgabe, die mir als Mama aber sehr bewusst und wichtig ist. Wer sonst soll es tun 🙂 ?

Folgende Gedanken helfen mir immer wieder, aus negativen Verstrickungen auszusteigen, mehr bei mir zu bleiben und meinen hochsensiblen Sohn und seine Pubertät loszulassen. Vielleicht kannst Du auch was davon mitnehmen:

1. ZEIT

Wenn ich merke, dass Wut und Unverständnis in mir hochkommen, reagiere ich nicht sofort. Ich versuche die Welle, die da überschwappt, abzufangen, indem ich langsam bis 10 zähle. Meistens ist meine Reaktion dann weit weniger emotional und abgegrenzter.

2. ATMEN

So einfach es klingt, so schwierig ist es, wenn mich negative Schwingungen und destruktive Dynamik versuchen einzulullen. Ich merke dann sofort, wie sehr sich mein gesamter Körper verspannt und meine Atmung auf ein Minimum reduziert wird. Wir hochsensible Menschen reagieren sofort über unseren Körper. Ich achte darauf, beide Fußsohlen am Boden zu spüren und bewusst in den Bauch zu atmen. Das hilft mir, die Energie nach unten zu holen, damit sie mich nicht emotional oder voreilig reagieren lässt.

3. BERÜHRUNG

Wenn ich das Gefühl habe, mein Sohn überschreitet mit seinen Worten oder Verhaltensweisen eine Grenze, atme ich ruhig und berühre ihn meist an beiden Schultern. Das holt ihn sehr oft runter. Ich bitte ihn dann, mir in die Augen zu schauen (klappt meistens) und rede mit ihm möglichst gelassen, aber sehr bestimmt und meine Grenzen absteckend.
Zum Beispiel:”Es ist in Ordnung, dass Du heute schlechte Laune hast. Ich möchte diese nicht übernehmen. Wenn Du etwas von mir möchtest oder etwas brauchst, dann rede mit mir bitte freundlich.”

4. NICHT PERSÖNLICH NEHMEN

Etwas, das für ich als hochsensible Mama besonders wichtig ist, ist der Gedanke, dass ich es nicht persönlich nehme, wenn meine Sohn zum Beispiel schlechte Laune hat oder andere Eigenschaften an den Tag legt, die mir ein negatives Gefühl vermitteln. Ich weiß, ich neige dazu, das persönlich zu nehmen und dementsprechend emotional zu reagieren.

5. LAST BUT NOT LEAST

“Mit einer Kindheit voll Liebe kann man ein Leben hindurch die kalte Welt aushalten.”

…ein Zitat von Jean Paul (ein Pädagoge aus dem 18. Jh.)

 

Vielleicht interessieren Dich auf folgende Artikel zum Thema:

Hilfe Schulalltag – 7 Tipps für ein entspanntes Miteinander

Das starke Band zwischen hochsensiblen Kinder und Eltern

10 Dinge, die Eltern hochsensibler Kinder loslassen dürfen

Gastartikel von Autorin Birgit Böhm: Vom “Ruf des Abenteuers” und dem Weg zu einem einzigartigen Schatz

Als Biologin und Pädagogin sieht Birgit Böhm eine wichtige Aufgabe darin, Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, dass die Natur einen Schatz darstellt, den wir Menschen gut behüten sollten. Spät hat sie ihre eigene Hochsensitivität und synästhetische Wahrnehmungsweise entdeckt (mehr Information dazu im Beitrag). Seitdem liegt es ihr als Autorin am Herzen, anderen Menschen diese Phänomene durch Erzählungen nahezubringen. Auch die fabelhaften Hauptcharaktere ihrer Bücher tragen hochsensible Wesenszüge.

Die Erzählungen von Alba eignen sich
  • zum Selberlesen ab circa 10 Jahren,
  • zum Vorlesen auch für jüngere Schulkinder
  • für Erwachsene, die sich als “feinsinnig” einschätzen und die einen Blick zurück in die jungen Jahre hs Persönlichkeiten werfen möchten
  • als Familienlektüre in hochsensiblen Familien

Lass Dich verzaubern 🙂

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Die Raunächte mit ihrem ganz eigenen Zauber sind vorbei. Wie jedes Jahr seit Jugendzeiten haben sie ihre Wirkung auf meine Gefühle und Gedanken entfaltet: Mit Spannung und Vorfreude fühle ich mich nun bereit, mein wichtigstes Projekt für 2017 beherzt umzusetzen.

Meine Naturverbundenheit verdanke ich wohl meiner Kindheit in den 50er und 60er Jahren in Norddeutschland. Eingebunden in solide familiäre Strukturen, mit einer fürsorglichen Großmama, die mit mir im Sommer geduldig Blumen am Deich pflückte und im Herbst bunte Blätter sammelte, durfte ich weit gehend im eigenen Tempo groß werden. Die Nähe zur Nordsee mit ihren gefährlichen Sturmfluten lehrte mich früh den Respekt vor den Naturgewalten.

Waldrebe

Die Gemeine Waldrebe: Sie sollte später als „Zauberpflanze“ in meine Fantasy- Welt eingehen.

Dachs

Der Europäische Dachs: Er wurde zur Figur des „Fulgur“ in meiner Fantasy- Welt.

 

Diese enge Beziehung zur Natur beeinflusste auch meine Berufswahl.

Ich wurde Realschullehrerin mit Schwerpunkt Biologie, ging aber daneben künstlerischen Neigungen mit Kunst und Textilem Werken nach sowie meiner Liebe zu Büchern und Filmen. Nach Zeiten von Familienarbeit mit zwei Kindern, beruflicher Selbstständigkeit und als Sachbuchautorin erwarb ich an der Uni Kiel das Diplom in Schulpädagogik.
Mit frisch erworbenem Wissen in Psychologie, Soziologie, Pädagogik und beeindruckt von Wilhelm von Humboldts Bildungstheorie unterrichtete ich voller Elan: Biologie und Deutsch, Textillehre und Kunst.

Im Deutschunterricht meiner 6. Klasse wurde im Jahre 2006 die Idee geboren, eine Fantasy-Reihe für Kinder zu schreiben. Eine Schülerin hatte Cornelia FUNKEs „Tintenherz“ vorgestellt und ein Schüler schwärmte von Schullektüre „mit Einhörnern und so“. Als Pädagogin mit Liebe zur Biologie und Faible für TOLKIEN widmete ich fortan Ferienzeiten diesem Projekt: Eine spannende Heldenreise sollte jungen Lesern Möglichkeit zur Identifikation bieten und „nebenbei“ Wissen aus Botanik, Zoologie, griechischer Mythologie vermitteln. Die Helden: das norddeutsche Mädchen „Alba“ (12 Jahre) und der italienische Junge „Tonio“ (13 Jahre).

Alba

„Alba Brunnstein“

Schwebende Sterne

„Schwebende Sterne“

 

Einhorn_Morgenröte

„Morgenröte“

Wenn ich, oft in der Stille der Nacht, am Laptop saß und einzeln Szenarien erdachte, dann war ich immer voll im Bild, im Film, mitten im Geschehen. Ich spürte die Atmosphäre, fühlte mit meinen Figuren, sah Landschaft, Tiere, Pflanzen leibhaftig vor mir. Mit Hilfe eines alten Taschenbuches für Wortfelder und Synonyme suchte ich nach den treffendsten Formulierungen, damit meine Leser möglichst dasselbe sähen wie ich.

Schattenschloss

Das „Schloss der Schatten“

Für diese leidenschaftliche Beschäftigung mit Bildern und Sprache fand ich zwei Jahre später eine verblüffende Erklärung, als ich eine Fernsehsendung über „synästhetische Wahrnehmung“ sah: Ich bin vielfache Synästhetin. Fasziniert von dem Phänomen, thematisierte ich es in einer Erzählung für Jugendliche.

(Links zum Thema „Synästhesie“: siehe Anmerkungen)

Einige Jahre später machte mich eine Psychologin auf das Phänomen „Hochsensibilität/ Hochsensitivität“ aufmerksam. Ich fühlte mich sofort angesprochen, sichtete etliche Publikationen, stellte fest: Ich bin hochsensitiv.

Eine Durchsicht meines Manuskriptes zeigte: Das Element der Hochsensitivität war in Schreibstil und Inhalt meiner Erzählung eingeflossen, die Hauptfiguren „Alba“ und insbesondere „Tonio“ trugen entsprechende Persönlichkeitszüge. Eine sehr aufwühlende Entdeckung für mich, die ich zur Schöpfung meiner Figuren auch eigene Jugenderinnerungen herangezogen hatte!

So „eigen“ die Hauptfiguren, so außergewöhnlich die Reise in die wundersame Gegenwelt. Alba folgt ihrem Freund Tonio eher widerstrebend in diese Welt der „Elben“ mit unberührter Natur und geheimnisvollen Bewohnern. Dabei ahnt sie nicht, worin das eigentliche Ziel dieser Heldenreise besteht. Je tiefer die beiden in die „Welt der tausend Tore“ eintauchen, desto deutlicher wird die gegenseitige Abhängigkeit beider Welten.

Leseprobe 1:

„Wenig später standen Tonio, Alba und der Signore um das Wasserbecken herum. Ein warmer, seidiger Nachtwind wehte durch Frau Miros Garten. Der Mond stand als scharf umrissene, silberfarbene Sichel am tintenblauen Abendhimmel. Ein eigenartiges Zwielicht fiel durch das Blätterdach des alten Walnussbaumes. Ein einzelner Vogel zwitscherte in seinem Geäst.

Irgendwo huschte ein kleines Tier durchs trockene Gras. Alba spürte, dass an diesem Abend etwas Magisches von dem Becken ausging; es schien lautlos in jeden Winkel des Gartens zu strömen. Aufbruchstimmung, dachte sie, und schluckte trocken.
‚Keine Angst’, flüsterte Tonio ihr zu. ‚Horch auf das Rauschen der Blätter. Der Baum spricht zu uns: Wir sollen vertrauen.“ (aus: Alba Brunnstein – Das Geheimnis der tausend Tore. S. 103. FIORELLA. Uetersen 2013)

Leseprobe 2:

„Während Alba vergeblich nach Antworten suchte, veränderte sich das Bild des Weihers, das sie die ganze Zeit vor Augen hatte: Langsam, aber unaufhörlich und in immer schnellerer Folge leuchteten kleine, weiße Lichtpunkte auf der schwarzen Wasseroberfläche auf. Es war beinahe, als stürzten Sternschnuppen aus den dunklen Höhen des Himmels in den Weiher hinein. Zugleich näherte sich ein tiefes Rauschen …“ (aus: Alba Brunnstein – Die Befreiung der tausend Tore. S. 233. FIORELLA. Uetersen 2015)

Nun widme ich mich dem Manuskript für Band 3:
“Alba Brunnstein – Das Herz aus liebendem Gold“.

Guido

Natürlich wieder dabei: „Guido, der Mitternachtskobold“

 

Portrait_Autorin_BirgitBöhm

Birgit Böhm Autorin

Uetersen, am 11. Januar 2017

 

Anmerkungen:

Alle Abbildungen unterliegen dem Copyright des FIORELLA Verlages. Mehr im Internet unter: www.alba-brunnstein.de
Bezugsquelle: www.fiorella-verlag.de

Links zum Thema „Synästhesie“:

www.welt.de/gesundheit/psychologie/article148866017/Wie-Menschen-mit- Synaesthesie-die-Welt-wahrnehmen.html
www.eliane-reichardt.de

 

5 hochsensible Gedanken für ein ruhiges und schönes Weihnachtsfest

1 Woche vor Weihnachten.
Meine 14 jährige Tochter gibt sich entspannt der Vorfreude hin – trotz Matheschularbeit 😉 und ihre Gedanken konzentrieren sich momentan hauptsächlich auf das Thema “Was zieh`ich bloss am Heiligen Abend an??”
Mein 12 jähriger Sohn ist gerade die Unruhe in Person, launisch, zappelig und zerstreut. Pubertät und Hochsensibilität sind alleine für sich schon eine große Herausforderung – vor allem für hochsensible Elternteile wie mich 😉

Die Wintersonnenwende und die beginnenden Raunächte sind für mich jedes Jahr eine besondere Zeit. Ich spüre ganz deutlich den Wert, Altes loszulassen und mich Neuem zuzuwenden. Jedes Jahr versuche ich noch ein bisschen bewusster in diese Zeit hineinzugehen.

Heuer habe ich mir vorgenommen für die Zeit zwischen 24.12. und 6.1. Facebook loszulassen, dann das zerstreut immer mal wieder (und mehr als ich möchte) meine Aufmerksamkeit.

Oft wünsche ich sehr, dass meine Kinder mit mir in diese Ruhe eintauchen können (und wollen). Ich merke sehr stark wie sehr ich meine Erwartungen an anderen Menschen festmachen und dann gestresst und enttäuscht bin, wenn sie nicht eintreffen.

Ich habe mir einige Gedanken darüber gemacht, wie es gelingen kann, noch besser im Hier und Jetzt zu sein, um die Ruhe und den Frieden des Weihnachtsfestes mit (und trotz ;-)) meiner Familie und mit allem was SO IST auf der Welt, genießen zu können.

Vielleicht ist auch etwas für Dich dabei 🙂

  1. Ich versuche meine Erwartungen dahingehend zu verändern, dass ich mir bewusst mache, dass ICH es bin, die in ihrer Mitte sein muss, um die Ruhe, die ich mir wünsche, auch wahrnehmen zu können.
    Das bedeutet für mich, dass ich mich im Familientroubel immer wieder auf MICH besinne, meine Füße bewusst auf den Boden stelle und durchatme.
  2. Ich versuche bewusst, meine Grenzen wahrzunehmen. Ich neige sehr dazu, sofort in andere Menschen, deren Gefühle und Stimmungen einzutauchen. Das kann umso belastender sein, je näher mir der Mensch steht.
    Ich stelle mir dann vor meinem geistigen Auge meine Grenzen vor – bei mir ist das meistens so etwas ähnliches wie eine Seifenblase. ICH bestimme, was ich hineinlassen möchte.
  3. Ich liebe meine Familie genauso sehr wie ich manchmal mit allem und allen hadere. Weihnachten war für mich die meiste Zeit meines Lebens ein emotionaler Supergau, dem ich mich ausgesetzt gefühlt habe ohne ihn selbst steuern zu können.
    Ich versuche mir ganz bewusst zu machen, dass ICH SELBST es bin, die das Leben in jedem Augenblick „in der Hand hat“ und gestaltet. Meine Familie und mir nahestehende Menschen waren und sind große Lehrmeister. Auch wenn ich mir als spiritueller Mensch oft ein „anderes“ Weihnachten wünsche – ICH habe die Verantwortung, mit dem, was IST, bestmöglich umzugehen.
  4. Ich schaffe mir Raum, um zu verarbeiten. Das bedeutet, dass ich bewusst Zeit für`s Alleinsein einplane, um nach viel Interaktion rund um die Weihnachtsfeier wieder ganz bei mir anzukommen und loszulassen, was nicht bleiben soll.
    Der Ausblick auf meine Alleinzeit hilft mir, wenn ich mich zu sehr von meinen Wahrnehmungen und Eindrücken überrollt und beansprucht fühle.
  5. …und wenn es mich doch erwischt und ich gestresst, traurig, überrollt von Emotionen und Wahrnehmungen werde, versuche ich mir liebevolle Aufmerksamkeit zu schenken und mir zu sagen: „Du bist genau da, wo du sein sollst, mit allem, das gerade genau so sein soll, wie es ist. Stell dich auf den Boden, atme durch und gehe weiter – Schritt für Schritt.“

    *** VON HERZEN EINE SCHÖNE WEIHNACHTSZEIT ***

Ich möchte mich bedanken, weil ich unendlich dankbar bin

Seit etwas mehr als einem Jahr ist in meinem Leben nichts mehr so wie vorher. Ich habe endlich – nach vielen wertvollen, anstrengenden, aufregenden, erhellenden, erschütternden und aufwühlenden Erfahrungen – meine Berufung zum Beruf machen dürfen.

*** ICH LIEBE MEINE ARBEIT AUS GANZEM HERZEN ***

Lange Zeit hätte ich mir nicht gedacht, das jemals sagen zu können. Ständig habe ich mich fehl am Platz gefühlt, war unendlich ausgelaugt und energieleer, bin durch sehr viele Tiefen gegangen, habe ihn aber immer deutlich gespürt: Den Herzensruf, der mir immer wieder den Weg ebnete, um weiter zu gehen.

Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit und mit viel Respekt vor dem Leben, Menschen in ihrem SO-SEIN unterstützen zu dürfen, ihnen aus eigener Erfahrung Mut machen zu können, sie abholen und ein Stück weit auf ihrem Weg begleiten zu dürfen.

Im letzten Jahr ist so viel passiert…

Ich sehe meine Aufgabe darin, Menschen zu Be – Rühren. Etwas aufzuwühlen, das schon lange schlummert, um endlich angenommen und gelebt zu werden.

Ich schätze die Gespräche mit unterschiedlichsten Menschen so sehr. Auch ich kann immer sehr viel davon mitnehmen.

Es braucht viel Vertrauen, um den Körper eines Menschen wirklich berühren und in die Tiefe vordringen zu können.

Ich durfte ein Interwiev für Ö1 geben (wird bald gesendet), werde in einem Fach Artikel auf gesund.at als „Expertin“ genannt (auch dieser erscheint bald), durfte Workshops und Seminare halten, habe mein Buch über Hochsensibilität in Alltag und Schule fertig geschrieben, das voraussichtlich Ende Februar erscheint und darf kommendes Jahr endlich auch auf der Pädagogischen Hochschule eine Fortbildung zum Thema Hochsensibilität anbieten.

Es ist mir ein so unendlich großes Anliegen, BewusstSein zu schaffen. Dadurch glaube ich, geht vieles so viel einfacher. Weg von gesellschaftlichen Norm-Vorstellungen, hin zur bewussten, achtsamen und individuellen Gestaltung unseres Lebens.

Ich bedanke mich aus ganzem Herzen bei Euch, die Ihr

…meinen Blog lest,

…mir Kommentare schreibt und Feedback gebt,

…mir Euer persönliches Vertrauen schenkt.

Das treibt mich unglaublich an, weiterzumachen und den Weg weiterzugehen.

*** DANKE DAFÜR ***

Hier ein paar Zeilen, die mir persönliche KlientInnen als Feedback weitergegeben haben:

***

Liebe Karin,

vielen vielen Dank!

Wir haben schon einige Techniken ausprobiert und S. gefallen sie gut :o). Ich bin auch entspannter seit unserem Gespräch!

***

 Sehr geehrte Fr. Abriel!

 Ich bin dabei mein eigenes Verhalten während Maxis Wutanfällen zu ändern. Mehr ICH-Botschaften und auch ihm mehr Zeit alleine geben, bis ich zu ihm gehe. Das ist ein großer Lernprozess für mich!

Ansonsten war ich heute bei meiner/unserer Therapeutin um mit ihr zu besprechen, wie wir das Bearbeiten der Altlasten die Max und mich belasten angehen.

Es liegt noch ein langer Weg vor uns. Aber es tut im Moment einfach gut, “dass das Kind einen Namen bekommen hat”. Will heißen: wir wissen jetzt was bei uns los ist. Und damit haben wir eine Basis von der Weg wir arbeiten werden. Ich bedanke mich also vielmals bei ihnen für das wertvollste Telefonat, das ich je geführt habe!

 ***

 Hallo Frau Abriel,

Vielen lieben Dank für das gute Gespräch. Habe mich sehr gut dabei gefühlt und bin mir jetzt sicher das wir soviel nicht falsch gemacht haben und kann jetzt vieles besser einordnen. Danke

 ***

 Liebe Frau Abriel,

 vielen Dank für die gute Zusammenfassung und die wertvollen Tipps. Wir werden nun versuchen, Ihre Empfehlungen umzusetzen und schauen wie’s weiterhin läuft. 

 ***

 Liebe Karin, 

 Wir haben das Gefühl, dass unser Gespräch uns sehr geholfen hat, A. (und auch oft uns selber) besser zu verstehen. Langsam scheint eine harmonischere Beziehung in unsere Familie einzukehren.

***

 Sehr geehrte Frau Abriel!

 Vielen Dank für das tolle Gespräch gestern und die Zusammenfassung mit den Tipps.

Wir werden versuchen diese bestmöglich umzusetzen.

 ***

 Liebe Frau Abriel!

 J. hat freitags sehr entspannt und ausgeglichen gewirkt. Ich habe ihn daweil nur auf den Körperarbeitsteil angesprochen und er hat gesagt, dass er seinen Körper gut spüren kann und “dass jetzt alles wieder zu ihm gehört”. 😉

Ihre Meinung finde ich sehr hilfreich und bereichernd. 

 Danke!!!

 ***

“Warum bin ich manchmal so hilflos?” – oder: Das starke Band zwischen hochsensiblen Kindern und Eltern

 

Viele von Euch kennen sicher folgende Situationen, vor allem dann, wenn Ihr selbst ein hochsensibler Elternteil seid:

  • Noch bevor Dein Kind in einer angespannten Situation zum Beispiel wütend wird, spürst Du die Wut Deines Kindes bereits am eigenen Leib. Du übernimmst sie praktisch und wirst auch selbst wütend. Das macht die Situation natürlich nur noch anstrengender für alle.
  • Du beginnst schrecklich zu leiden, wenn sich Dein Kind weh getan hat. Du spürst die Schmerzen am eigenen Körper.
  • Du gehst stark in den Widerstand, wenn Dein Kind in einer Situation ist, die Du selbst schwer aushältst – zum Beispiel das Thema Schule. Du leidest darunter, dass Dein Kind in die Schule geht.
  • Du willst Deinem Kind aus ganzem Herzen alle Themen abnehmen, unter denen du als Kind oder auch noch als Erwachsener gelitten hast oder leidest.

Das starke Band zwischen Dir und Deinem Kind ist ein wunderbares Geschenk. Es ermöglicht Dir, bestmöglich auf die Bedürfnisse Deines Kindes einzugehen. Schwierig wird es dann, wenn Du

  • dich oft gestresst und belastet fühlst.
  • das Gefühl hast, völlig hilflos den oftmals starken Gefühlen Deines Kindes gegenüberzustehen.

Folgende Aspekte können Dir dabei helfen, Dich mehr in Deine Stärke im Umgang mit Deinem hochsensiblen Kind zu bringen:

1. Der Schritt nach Außen

In belastenden und anstrengenden Situationen mit Deinem Kind kann es helfen, ganz bewusst ein paar Schritte raus aus der Situation zu machen. Entweder tatsächlich nur ein paar Schritte oder auch ganz raus aus dem Zimmer und der Umgebung. Das hilft, das starke Band ein wenig zu lockern und zu vermeiden, dass Eure Gefühle ineinander überfließen.

2. Leidensdruck hinterfragen

Wenn ich merke, dass mir eine Situation zu nahe geht und ich zu sehr leide, versuche ich mir bewusst zu machen WARUM. Oft liegt es daran, dass ich ein Problem mit der Situation einfach auch meine (negativen) Erfahrungen habe und ich das dann auf mein hochsensibles Kind übertrage. Das heißt noch lange nicht, dass mein Kind darunter genauso leidet.

3. Den eigenen Weg gehen lassen

In Situationen, in denen ich besonders gefordert bin, versuche ich mir bewusst zu machen, dass mein Kind SEINEN Weg geht, auf dem ich es “nur” begleiten kann. Ich kann ihm den Weg nicht abnehmen. Dieser Aspekt des Loslassens ist wohl einer der schwersten, aber für Eltern und Kinder sehr gesund.

4. Dein Kind als Spiegel

Diesen Punkt will ich mir oft am wenigsten anschauen, weil er doch recht schmerzlich sein kann. Ich versuche mir bei allen anstrengenden und unangenehmen Verhaltensweisen meines Kindes bewusst zu machen, dass sie ein Spiegel meiner eigenen bewussten oder unbewussten Gefühle sind. Mein Kind ist genauso stark mit mir verbunden wie ich mit ihm.

Wenn es mir gelingt, einen oder mehrere dieser Aspekte in anstrengenden Situationen zu beachten, merke ich immer sehr stark, wie sehr sich das Thema entspannt und auch etwas objektiviert.

Viel  Erfolg beim Üben :-)!

Solltest Du mehr Unterstützung wollen, freue ich mich über einen Anruf (0660/1234 376) oder ein Mail (info@hochsensibilitaet.at).

Danke auch für`s Teilen des Beitrags!

 

 

“Ich bin so wütend!!!” – Warum dieser Satz wichtig ist und wie wir gerade unsere hochsensiblen Kinder dabei unterstützen dürfen

Die Atmosphäre ist dicht. Die Anspannung ist spürbar. Ich kenne meinen hochsensiblen Sohn. Ich weiß, was jetzt passiert. Ich versuche, aus der Situation auszusteigen. Es gelingt nicht. Seine Stimme hebt sich, es wird laut im Zimmer. Er schreit, beginnt zu toben und ein Kissen zu schmeißen. Ich hole tief Luft und verlasse das Zimmer. Und das alles wegen nichts. Das ist zumindest meine Wahrnehmung.

ER sieht das anders. Ich würde ihn nicht verstehen. Er fühlt sich von mir bedrängt, kann sich nicht entfalten. So oder so ähnlich lässt er es mich wissen.

Ein Teil von mir sagt mir, dass er Recht hat. Der Teil sagt mir auch, dass ICH es mir als Kind nie zugestanden habe, wütend zu sein, zu schreien und Gegenstände durchs Zimmer zu schmeißen.

Wahrscheinlich ist es deshalb so schwer für mich. Ich konnte mit derartigen Gefühlsausbrüchen lange nichts anfangen, weil ich sie bei mir nie kennengelernt habe.

Ich gehörte zu jenen hochsensiblen Kindern, die sich zwar auch nie verstanden fühlten, aber immer sehr angepasst und auf Harmonie bedacht waren. Bevor ich es zuließ, selbst wütend zu werden, versuchte ich die Wut anderer auszugleichen. Ich war noch lieber und noch braver, um andere nicht wütend zu machen.

Meine Wut behielt ich stets fest verschlossen tief drinnen in mir.

Später fiel mir das alles auf den Kopf und es dauerte lange, bis ich erfahren habe, dass ich wütend sein darf. Ich musste lernen, auf erwachsene Art mit meiner Wut umzugehen, die ich als Kind oder Jugendliche nicht rausschreien konnte.

Also bin ich doch stolz auf meinen Sohn. Und ich beneide ihn auch ein bisschen. Dafür, dass er etwas macht, das ich mich nie getraut habe.

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Mit Gefühlen, die wir als negativ einstufen, umzugehen, ist in unserer Gesellschaft schwierig. Damit, dass vielleicht gerade diese Gesellschaftsstruktur das Auftreten solch negativer Gefühlsäußerungen begünstigt, beschäftigen sich nur wenige. Vielmehr gibt es einen großen Erwartungsdruck, einer definierten Norm zu entsprechen und sich ihr anzupassen. WARUM? Fragen dazu können kaum beantwortet werden und sind eher unerwünscht. “Das ist eben so!” ist wohl eine jener Aussagen, die vor allem hochsensiblen Menschen die größten Schwierigkeiten bereitet. Vor allem hochsensible Kinder stellen diese WARUM? Fragen in vermehrtem Ausmaß und lassen sich nur sehr schwer in das enge Korsett von Systemen drängen. Wenn es ihnen zu nahe kommt, droht Explosionsgefahr.

JA, Grenzen sind wichtig. AUCH und VOR ALLEM für hochsensible Kinder. Sie geben nicht nur einen Rahmen, sondern auch Sicherheit, sich in dieser oft unverständlichen Welt zurechtzufinden.

ABER: Wir als Eltern müssen zulassen, dass unsere Kinder diese Grenzen sprengen wollen. Das ist bei Jugendlichen in der Pubertät oder bei Kleinkindern in der Trotzphase ein natürlicher Entwicklungsschritt zur Individualisierung.

Bei hochsensiblen Kindern ist es unendlich wertvoll, dass sie lernen, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen, um sie verarbeiten zu können. Nicht nur, um ihnen spätere harte Lernerfahrungen zu ersparen, sondern auch und vor allem, um ihre zarte Persönlichkeit zu stärken und zu erden.

Wenn ich ernst genommen werde, auch in meiner Wut, kann ich weitergehen und sie produktiv nutzen. Wut und Aggression sind Antriebsfaktoren für die Entstehung von Neuem. Wenn ich sie vor der Welt verschließe, kann nichts Neues wachsen.

  • Lassen Sie Ihr Kind wütend sein. Auch schreien und toben gehört dazu.
  • Setzen Sie sich, wieder abgekühlt ist, zu Ihrem Kind und fragen, was genau der Grund für seine Wut war. Zeigen Sie Verständnis und zeigen Sie Wege, damit umzugehen.
  • Lassen Sie auch IHRE Wut zu. Leben Sie Ihrem Kind vor, damit umzugehen.
  • Vor allem: REDEN – REDEN – REDEN Sie mit Ihrem hochsensiblen Kind. Begründen Sie alles. Die meisten hochsensiblen Kinder haben ein enormes Gespür und Verständnis für Worte. Das, was Sie begründen, kann verinnerlicht werden und zu neuen Sichtweisen beitragen.

Viel Kraft dabei 🙂