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Hochsensible Mamas – Ein Appell an Deine besondere Aufgabe im Leben Deines Kindes!

  • Bist Du Mama?
  • Oft erschöpft?
  • Fühlst Du Dich in vielen Situationen hilflos?
  • Leidest Du viel mit Deinem Kind?
  • Möchtest Du Dein Kind vor dem Leben beschützen?
  • Fällt es Dir schwer, Dein Kind in „diese“ Welt zu entlassen?

JA?

Dann gehörst Du wahrscheinlich so wie ich zu jenen hochsensiblen Müttern, die ihr Kind um jeden Preis davor bewahren wollen, die negativen Erfahrungen, die wir selbst erlebt haben, durchmachen  zu müssen.

Gut so! Und vollkommen verständlich.

Ich könnte mir vorstellen, dass Du auch eine Mama bist, die sich sehr stark in ihr Kind einfühlen kann, die seine Gefühle noch vor allen anderen „liest“, manchmal sogar noch bevor Dein Kind sich derer bewusst ist.

Ich könnte mir vorstellen, dass Du eine Mama bist, die große Schwierigkeiten damit hat, wenn Dein Kind in der Schule oder im Kindergarten Menschen und Situationen ausgesetzt ist, die Du nicht gutheißen kannst.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Du Dich manchmal selbst verlierst und Deine Bedürfnisse sehr vernachlässigst, damit es Deinem Kind gut – oder sagen wir besser – geht.

Hab ich Recht? Ich kenne das alles!

Du bist wunderbar in Deiner Sensibilität!

Dein hochsensibles Kind hat bei Dir alles, was es braucht, um verstanden, in seiner Persönlichkeit akzeptiert und wahrgenommen zu werden. Alles Aspekte, die Du bei Deiner eigenen Mama womöglich (schmerzlich) vermisst hast. Es waren andere Zeiten und andere Umstände.

Also – Du bietest Deinem hochsensiblen Kind die besten Voraussetzungen, um eine selbstbewusste, starke und gleichzeitig sanfte und sensible Persönlichkeit zu entwickeln. Das ist großartig! Und wenn Du jetzt meinst, dass das ja alles schön und gut ist, aber Dich diese Großartigkeit doch jede Menge Kraft, Ressourcen und Mühen kosten, dann möchte ich Dir mit diesem Beitrag Mut machen und Dich bestärken, dass Du die beste Mama für Dein hochsensibles Kind bist,

…auch und vor allem, wenn Du Deine Bedürfnisse achtest, …auch und vor allem, wenn Du in Deiner Mitte bist,

…auch und vor allem, wenn Du vertraust, dass Dein Kind seinen eigenen Weg gehen wird,

…auch und vor allem, wenn Du Deinem Kind das Bewusstsein und die Stabilität vermittelst, die Du bei ihm sehen möchtest.

 

 

Und wenn Du Dich jetzt fragst, wie das gehen soll und wie Du es schaffen kannst, Dein hochsensibles Kind Schritt für Schritt in diese so wenig unterstützende Welt zu entlassen, dann möchte ich gerne meine Erfahrungen mit Dir teilen und Dir ein paar Impulse für Deinen Weg als hochsensible Mama mitgeben.

VERTRAUE!

Je nachdem, was wir in unserer Kindheit erfahren haben und wie viel Grundvertrauen wir mitbekommen haben, handeln wir in unserem späteren Leben auch aus diesem Vertrauen heraus.
Mamas, die wenig vertrauen in sich und das Leben als solches haben, neigen auch dazu, ihrem Kind oftmals nicht das Vertrauen entgegenzubringen, das es braucht, um eine selbstbewusste und stabile Persönlichkeit zu entwickeln.

Versuche Dein Vertrauen immer wieder zu stärken, indem Du Dich selbst herausforderst, Dein Kind Schritt für Schritt loszulassen, seine eigenen (auch leidvollen) Erfahrungen machen zu lassen.

Ich habe in diesen Situationen immer folgende Sätze im Kopf: „Ich vertraue meinem Sohn. Es ist sein Weg, den er geht. Ich kann ihm diesen Weg nicht abnehmen. Ich kann ihn beim Gehen unterstützen.“

Je mehr Du in Deiner Stabilität und im Vertrauen bist, desto stabiler und vertrauensvoller kann Dein Kind seinen Weg gehen.

KÜMMERE DICH UM DICH!

Es führt zu nichts, wenn Du Dich selbst aufgibst und verlierst, weil Du Dich über Dein Kind identifizierst. Dein Kind leidet mit Dir, anstatt ihm sein Leid und seine Erfahrungen, die es zu machen gilt, nehmen zu können.

Kümmere Dich darum, dass es DIR gut geht. Schau gut auf Dich und sorge gut für Dich. Dann wird Dein Kind lernen, das auch für sich zu schaffen.

Lass los – auch wenn der Trennungsschmerz groß ist. Gönn Dir Auszeiten, Alleinzeiten und liebevolle Aufmerksamkeiten.

SCHAU IN DEN SPIEGEL, DEN DEIN KIND DIR VORHÄLT!

Oftmals ist es doch so, dass wir uns als Mamas fragen, was mit unseren Kindern bloß los ist, wenn sie auf einmal wütend, aggressiv oder sonst wie sehr stark auf Situationen reagieren.

Achtung – Dein hochsensibles Kind ist Dein Spiegel! Alle Emotionen, die Du womöglich nicht auslebst oder die in Dir schlummern, kann Dein Kind empfangen und „für Dich“ an die Oberfläche bringen.

Auch Verhaltensweisen, die Du bei Dir ablehnst oder die bei Dir mit negativen Emotionen verbunden sind, kann Dir Dein Kind vor Augen führen, indem es Dich immer wieder herausfordert hinzuschauen.

Wir Mamas neigen dann vielleicht dazu zu sagen: „Ach, mein armes Kind, wie gerne möchte ich Dir das ersparen!“ – in Wirklichkeit wollen wir es uns nur selbst ersparen. Wir dürfen also aufmerksam hinschauen und anfangen, unser eigenes inneres Kind zu bemerken.

Dazu habe ich vor einiger Zeit einen eigenen Beitrag geschrieben.

WANDLE DEIN LEID IN DEINE STÄRKE UM!

Du bist unendlich stark. Stark in Deinem Leid, das Dich viel Kraft kostet. Nutze diese Kraft ins Positive!

Lebe Deinem Kind das Leben vor, in dem Du es gerne sehen würdest. Auch wenn die Gesellschaft da draußen nicht förderlich ist für die Bedürfnisse hochsensibler Menschen. Hilf mit, dass auch Dein Kind seine Aufgabe in diesem Chaos findet, um dazu beitragen zu können, dass sich was verändert.

LEBE DEINE GROSSARTIGKEIT!

Schütze Dein Kind wo es notwendig ist und lass es frei so oft es geht!

Aus eigener Erfahrung weiß ich gut, wie leicht es ist, all das zu schreiben oder zu lesen, und wie schwer und herausfordernd es sein kann, das umzusetzen.

Ich möchte Dich bestärken, diesen Weg Schritt für Schritt und mit immer mehr Bewusstsein die Verbindung zwischen Dir und Deinem Kind betreffend zu gehen.

Ich wünsche Dir aus ganzem Herzen die Kraft und die Stabilität, Eure Wege zu gehen. Manchmal ist es der gleiche und oftmals ein ganz anderer 🙂

Vielleicht interessiert Dich auch dieses Video zum Thema, das ich vor einiger Zeit aufgenommen habe:

Schreib doch bitte in die Kommentare, ob auch Du so ein starkes Band zwischen Dir und Deinem Kind wahrnimmst und was Eure Herausforderungen damit sind!

Danke für die Zeit, das zu lesen!

herzlich,

Karin

Gastbeitrag von Autorin und “Klopftechnik Expertin für hochsensible Menschen” Monika Richrath zum Thema: Die eigene Hochsensibilität nicht aus dem Blick verlieren

Ich freue mich sehr über den Gastbeitrag von Monika Richrath. Durch ihre eigenen physischen und psychischen Erfahrungen, die sie ziemlich an ihre Grenzen brachten, hat sie es geschafft, aus konventionellen Arbeitsstrukturen auszubrechen und ihre eigene hochsensible Veranlagung anzunehmen und zu schätzen. Sie arbeitet als Coach und Trainerin für Klopfakupressur, vorrangig mit hochsensiblen Menschen.

Die eigene Hochsensibilität nicht aus dem Blick verlieren
Es erstaunt mich immer wieder, wie viele Menschen die eigene Hochsensibilität erst über die eigenen Kinder entdecken – aber ich freue mich über jedeN! Dabei ist die Erkenntnis nur der erste Schritt auf dem Weg in ein sinnvolles, erfülltes Leben. Ohne den zweiten Schritt, die Akzeptanz der eigenen Veranlagung (was durchaus auch schon mal ein paar Jahre in Anspruch nehmen kann) geht nichts (auch wenn das Wissen darum schon sehr viel Erleichterung bringen kann). Aber auch diese ist letztendlich nichts ohne den 3. Schritt, die Bereitschaft zur Umsetzung der Umgestaltung des eigenen Lebens. Davon sind häufig mehrere Menschen betroffen.
Wenn Sie Kinder haben, ist die Wahrscheinlichkeit, dass eines oder mehrere davon ebenfalls hochsensibel sind, ziemlich groß. Dies bedeutet, in Ihrem System „Familie“ gibt es mehr als einen Menschen, der sehr reiz- und stressempfindlich ist – was sich auf das ganze System auswirkt, jeden Tag und immer wieder.
Auf diesem Blog geht es zwar hauptsächlich um Kinder, aber ich möchte gerne Ihr Augenmerk auf die Tatsache lenken, dass es zu kurz gedacht ist, wenn Sie sich nur Gedanken darüber machen, wie Sie Ihr Kind am besten unterstützen können in seiner Hochsensibilität, wenn Sie sich gleichzeitig selbst dabei vernachlässigen. Kinder lernen ja durch Nachahmung und Beobachtung und kaum etwas kann Ihr Kind so stärken, wie wenn es erlebt, wie Sie mit Dingen umgehen.
Die eigene grundsätzliche Reiz- und Stressempfindlichkeit kann man natürlich nicht verändern, aber man kann einen sehr großen Einfluss nehmen auf das Stresserleben. Auslösende Stressoren lassen sich durchaus beeinflussen. Die Klopfakupressur ist hier ein wirklich probates Mittel, Glaubenssätze und Verhaltensmuster aufzulösen, die Stress erzeugen. Häufig ist es ja so, dass hochsensible Menschen aufgrund der schnellen Überforderung ein chronisch erhöhtes Stresslevel haben und sich das Gefühl einstellt „Ich komme überhaupt nicht mehr runter“. Es erscheint ziemlich logisch, dass in dieser Situation eher mit der hochsensiblen Veranlagung gehadert wird, da man sich einfach nur als ohnmächtig erlebt. Mit der Klopfakupressur können Sie dieser Ohnmacht aber etwas entgegensetzen, eine Form von Selbstermächtigung erleben, wie einfach es im Grunde genommen ist, sich selbst zu helfen. Und alles, was man dazu benötigt, sind die eigenen Hände!
Vielleicht fragen Sie sich, was Klopfakupressur eigentlich ist? Sie können sich diese Methode vorstellen wie eine Art Akupunktur, nur werden dazu keine Nadeln verwendet, sondern es werden bestimmte Punkte auf dem Körper mit den Fingern geklopft und dazu wird eine Belastung oder ein Problem formuliert. Zum Beispiel „Auch wenn ich nicht weiß, wie ich mit meiner Tochter über das Thema XY sprechen soll, liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz.“ Beim Klopfen werden Akupunkturpunkte benutzt, die besonders eng verknüpft sind mit dem limbischen System im Gehirn, da wo unsere Erlebnisverarbeitung stattfindet. Gleichzeitig werden im Körper bestimmte Informationsbotenstoffe ausgeschüttet (z. B. Serotonin), die dafür sorgen, dass unser Herzschlag sich beruhigt, das Immunsystem reguliert wird, Angstgefühle sich verringern usw. Man fühlt sich sofort besser.
Die Klopfakupressur ist wirklich für Groß und Klein geeignet. Eine Teilnehmerin eines Seminars gab mir die folgende Rückmeldung:
„Inzwischen klopfe ich jeden Tag und wenn ich es mal vergesse ist das gaaaaaaar nicht gut, denn dann ist alles aus dem Gleichgewicht! Es ist ganz erstaunlich, wie diese Technik mein Wohlbefinden, Laune, und meine Selbstachtung und -akzeptanz und -schutz fördert!
Für mich scheint es am besten zu sein, wenn ich mittags in meinem Mittagstief klopfe, das ist fast so wie ein Mittagschlaf! Und dann muss ich am besten 4 Durchgänge machen, jeweils 2x auf beiden Seiten. Dann fühl ich mich ganz bei mir. Und das Tolle ist ja, dass ich es mit der Klopfakupressur selbst in der Hand habe, wie es mir geht – ganz ohne den Stress, irgendwo hin zu müssen, um dort Sport zum Ausgleichzwischen vielen Leuten oder sonstwas zu machen! Ich sitz einfach auf dem Sofa und klopfe 10 Minuten an mir herum und dann ist alles gut.
Nachdem ich es einige Wochen erstmal bei mir getestet hatte, habe ich jetzt auch angefangen, bei den Kindern zu klopfen und was da passiert ist noch viel erstaunlicher als bei mir selbst! Innerhalb von Sekunden schlafen die dabei manchmal ein! Bei der Großen ist das meistens schon beim 4. Klopf-Punkt – unter der Nase – und die Kleine hält krampfhaft die Augen offen, bis sie bei dann bei der 2. Runde einfach wegleiern und zuklappen… Sie akzeptieren es natürlich nicht immer, weil sie gleich raushatten, dass man davon soooo entspannt und sooooooo müde wird… Aber beide Kinder haben gemerkt, dass es ihnen dann besser geht. Es scheint auch so zu sein, dass Kinder das nicht jeden Tag brauchen – im Gegensatz zu mir (hat sich noch nicht so viel Seelenmüll angesammelt und Sorgen usw.)“

Grundsätzlich würde ich Ihnen aber eher dazu raten, die Klopfakupressur für sich anzuwenden und sie ihren Kindern beizubringen. Damit diese nicht das Gefühl haben, es wird etwas mit ihnen gemacht, sondern ebenfalls erleben können: „Hey, da gibt es etwas, das macht, das ich mich besser fühle!“ Es gibt ein ganz wunderbares Buch von Anna Haker „Paul und Flora – die geheimen Kräfte“, was Sie vielleicht als allabendliches Vorlesebuch etablieren können, dort lernen schon ganz kleine Kinder das wichtigste über die Klopftechnik und auch wie sie angewendet wird.
Etwas ältere Kinder können ruhig wie Erwachsene klopfen aber mit abgewandelten Sätzen. In meiner Praxis verwende ich häufig den Satz „Auch wenn ich Problem XY habe. bin ich cool.“ Das kommt in der Regel sehr gut an.
Was ebenfalls bei Groß und Klein sehr nützlich ist, ist das Klopfen der Notfallpunkte. Wie man das macht, zeigt dieser Clip:

Vielleicht sind Sie ja jetzt neugierig geworden und möchten mehr über die Klopfakupressur erfahren? Vom 20. bis 21. Mai bin ich mit meinem Seminar „Besser umgehen mit Hochsensibilität“ in Wien. Dabei können Sie die Klopfakupressur nicht nur von der Pike auf lernen, sondern sich mit dem Erleben der eigenen Hochsensibilität konstruktiv auseinandersetzen und sich mit anderen austauschen. Und vor allen Dingen erfahren, wie Sie die Klopfakupressur in ihrer speziellen persönlichen Situation anwenden können. Für Informationen und Anmeldung stehe ich Ihnen unter 0049 228 71 01 27 57 zur Verfügung. Dabei geht es dann aber wirklich nur um Sie – und nicht Ihre Kinder 😉

Vielleicht lernen wir uns ja kennen. Ich würde mich freuen!
Herzlichst, Ihre
Monika Richrath

Monika Richrath, Autorin des Buches „EFT Klopftechnik für Hochsensible“, arbeitet seit 2011 als Coach und Trainerin für Klopfakupressur mit hochsensiblen Menschen
Webseite EFT für hochsensible Menschen

“Aber ich kann es doch spüren” – Warum ich dieses Buch geschrieben habe.

Aber ich kann es doch spüren – Hochsensibilität als Potential nutzen. Mit Schwerpunkt Schule.

Warum ich dieses Buch geschrieben habe und was mir als hochsensible Frau, Mama eines hochsensiblen Sohnes (und einer sensiblen TochterJ, ehemalige Lehrerin und Scannerpersönlichkeit (mit Hang zum High Sensation Seeking) wichtig ist:

Ganz kurz – für alle, die (noch) nicht wissen, was sie mit den Begriffen Scanner und High Sensation Seeker anfangen sollen…

Scanner: sind Menschen, die ständig auf der Suche nach neuem Input sind, vielseitig interessiert sind, sich nicht gern festlegen, schwer fokussieren können und vielbegabt sind

(siehe auch: http://www.hochsensibilitaet.at/hochsensible-scanner-ich-bin-viele/)

High Sensation Seeker: sind Menschen, die die Balance zwischen höchster Anregung (=high sensation) und absolutem Rückzug brauchen. Nur 1 Seite auszuleben, macht sie auf Dauer krank.

 

Kennst Du das?

 

So, warum jetzt dieses Buch:

Jahrzehntelang war ich auf der Suche nach mir selbst. Ich konnte so Vieles, was da um mich herum passierte, wahrnehmen aber nicht einordnen. Ich war öfters unglücklich, fühlte mich schwer und traurig. Und ich habe mich sehr oft verstellt – um so zu sein wie die anderen – ohne zu wissen wer ICH bin.

Viel suchen, viel hinterfragen, viele Erfahrungen, viele Gespräche und viele Tränen, aber auch viele schöne Erlebnisse später, bin ich mir Schritt für Schritt näher gekommen.

Ich habe gelernt (und lerne immer noch) meine Bedürfnisse zu akzeptieren und zu leben.

Ich lerne meinen hochsensiblen Sohn als eigenständige Persönlichkeit (auch wenn er mir noch so ähnlich ist) da sein zu lassen und mich gesund abzugrenzen.

Ich lerne mein hochsensibles Mama Sein so zu nutzen, dass ich meinen Kindern Halt und Sicherheit geben kann.

Und ich habe gelernt – und lerne immer noch – beruflich mit meinen Herzensthemen zu arbeiten.

Ein langer, unsteter Weg – aber ich weiß, dass er zum Ziel führt :-).

Mit meinem Buch möchte ich dazu beitragen, Bewusstsein zu schaffen für Bedürfnisse hochsensibler Menschen, vor allem Kinder, in einer Gesellschaft, die diesbezüglich noch wenig Bewusstsein hat.

Je mehr wir hochsensiblen Menschen unser Potential leben und in die Welt einbringen können, umso mehr helfen wir mit, eben dieses Bewusstsein hervorzubringen.

Literatur über das Thema Hochsensibilität gibt es mittlerweile zahlreich.

Ich wollte mich als ehemalige Lehrerin und Mama eines hochsensiblen Sohnes vor allem dem Thema Kinder und Schulalltag annehmen.

Schule als Organisationsform mit starren und zumeist alten Strukturen ist für die meisten unumgänglich.

Ich bin überzeugt davon, dass sich auch das Schulsystem (so wie alle anderen starren und leidvollen Strukturen in Zukunft verändern (müssen).

Hochsensible Kinder können hier richtungsweisend sein, indem sie aufzeigen, was unbedingt beachtet werden muss und welche Bedürfnisse unsere Gesellschaft (wieder) ernst nehmen muss.

Jetzt aber leben wir noch in einem Alltag, der bestimmt ist von Stress – zu viel, zu laut, zu intensiv, zu schnell, zu unpersönlich und vor allem zu verstandesorientiert.

Mit meinem Buch möchte ich dazu beitragen, noch ein bisschen mehr in das Thema Hochsensibilität einzutauchen, und noch ein bisschen genauer wahrzunehmen, welche komplexen Aspekte hier Beachtung brauchen. Ich zeige einfache Möglichkeiten auf, sich selbst und sein hochsensibles Kind zu unterstützen auf einem Weg, der wichtig ist, um unsere Zukunft zu gestalten.

 

 

„Mama, was passiert eigentlich, wenn ich sterbe?“ – oder: Wie ich es schaffe, mit meinem hochsensiblen Kind über den Tod zu reden.

Angst.
Das ist jenes Wort, das ich mit dem Tod schon seit frühester Kindheit verbunden habe.
Gleich danach kam das verstehen Wollen. Verstehen, warum wir sterben müssen, verstehen, warum wir Menschen da sind und wieder gehen müssen, verstehen warum loslassen und Abschied nehmen zum Leben gehören.
Und die Frage nach dem Sinn. Die quälte mich am meisten.
Mein Verstand war schon immer unglaublich stark, unglaublich anspruchsvoll und unglaublich schwer zum Stillstand zu bringen.
Mein Kopf wollte immer schon verstehen – mein Herz spürte so viel Angst und Schwere im Zusammenhang mit der Endlichkeit – und ich hatte niemanden, der mir ausreichend Antworten zu geben imstande war.

So vermied ich es auf Friedhöfe zu gehen. Ich drehte meinen Kopf auf die andere Seite, wenn wir mit dem Auto an einem vorbeifuhren.

In der Privatschule, in die ich ging, hatten wir römisch katholischen Religionsunterricht und nahmen regelmäßig an Messfeiern teil. Ich war irgendwie immer schon fasziniert vom Weihrauch, von der Atmosphäre, die so gänzlich jenseits des Alltags war. Aber auch hier kam sie immer wieder hoch:
Angst!
Wir wurden unterrichtet, dass wir ein gottesfürchtiges Leben zu leben haben, ansonsten würden uns unsere Sünden und Straftaten irgendwann heimsuchen.
Angst.
Gott war immer schon männlich, strafend und beängstigend für mich. Und er war derjenige vor dem ich mich eines Tages zu verantworten hatte für mein Leben und der, der dann darüber urteilen durfte, was nun mit mir geschieht.
Angst.

Ja, ich war ein immer angepasstes Kind., habe versucht die Dinge mit mir auszumachen.
Es war mit unmöglich einen Sinn in dieser hierarchischen Angststruktur zu sehen.

Und so quälten mich meine Fragen noch viele Jahre lang:

Warum gibt es einen Gott, der so viel Leid auf der Welt zulässt?
Warum leben wir und sterben dann?
Was passiert nach dem Tod mit uns?
Was war davor?
Wie entstand das Universum?

Ich setzte mich regelmäßig auf unsere Toilette (ohne Fenster), drehte das Licht ab und stellte mir vor, im Weltall zu schweben. Ich liebte dieses Gefühl!

Ich wurde älter. Meine Fragen wurden mehr. Ich beobachtete andere Menschen und wie sie mit den Themen Tod, Sterben und Gott umgingen. Die meisten verdrängten es und hatten ihre eigenen Konstrukte rund herum kreiert.
Von „es gibt keinen Gott – wir leben, wir sterben und damit basta“ bis hin zu „wenn du nach dem Leben auferstehen möchtest, musst du brav in die Kirche gehen, nicht zu viel nachfragen und ein gottesfürchtiges Leben führen“.
Zwischen diesen Extremen konnte ich nichts finden.

Ich wurde noch älter. Ich lebte einen ausgefüllten Alltag, in dem ich sehr mit mir und den Menschen um mich herum beschäftigt war.
Psychische und körperliche Herausforderungen führten mich jedoch immer wieder zu meinen Fragen zurück. Und die quälende Suche nach den Antworten begann aufs Neue.

Ab einem gewissen Zeitpunkt meines Lebens gab es kein Entkommen mehr und ich musste mich diesen Fragen stellen. Musste auf die zielgerichtete Suche nach den Antworten gehen. Ich konnte nicht mehr anders – meine Seele und mein Körper drängten mich dazu.
Ich habe viel gelernt. Sowohl mit meinem Verstand als auch mit meinem Herzen.
Heute ist meine Spiritualität selbstverständlich für mich und ich habe Antworten auf alle Fragen, die mich unendlich lange so gequält haben. Es war ein langer und beschwerlicher Weg für mich.

Bei meinen Kindern, vor allem bei meinem hochsensiblen Sohn, achte ich darauf, Antworten zu geben.
Antworten zu geben, die ihm dabei helfen, seine eigenen Antworten zu einem sehr frühen Zeitpunkt zu finden.

Jeder von uns ist anders. Jeder braucht andere Antworten. Jeder Mensch, ob hochsensibel oder nicht, hat seine eigene Geschichte und damit verbundene Fragen.

Als Eltern sind wir sehr gefordert, unseren Kindern Halt und Stabilität zu geben – sie aufzufangen in ihrer Unsicherheit und sie anzuleiten, sich auf die Suche nach ihren eigenen Antworten zu machen.

Aufgrund meiner eigenen Suche und der Erfahrung mit hochsensiblen Kindern und deren tiefgründiger Fragenwelt, möchte ich Dir hier nun einige Gedanken mitgeben, die Dich im Umgang mit den Fragen Deines hochsensiblen Kindes unterstützen:

  • Versuche so selbstverständlich wie möglich mit Deinem Kind über derartige Themen zu sprechen. Sie sind Teil des (hochsensiblen) Lebens und es ist sehr wertvoll für uns alle, sie als solche zu sehen! Es nimmt Deinem Kind viel Angst und Unsicherheit, wenn es merkt, dass es mit diesen Fragen zu Dir kommen kann und sich angenommen fühlt.
  • Beantworte JEDE Frage Deines Kindes. Auch, und vor allem, wenn Du keine Antwort hast. Philosophiere gemeinsam mit Deinem Kind, interessiere Dich für seine Herangehensweise.
    Unsere hochsensiblen Kinder sind sehr spirituell und haben oft überraschende Gedanken und Informationen aus ihrer inneren Welt parat.
  • Wenn Du selbst hochsensibel bist, dann ist es wahrscheinlich auch für Dich selbstverständlich, Dich mit derartigen Fragen auseinanderzusetzen. Wenn nicht, dann bitte ich Dich, die Fragen Deines Kindes sehr wichtig zu nehmen und Dich gegebenenfalls individuell bei der Begleitung Deines Kindes in dieser Hinsicht unterstützen zu lassen.

  • Ich möchte Dich ermutigen, Dich mit Deinem hochsensiblen Kind auf die Reise nach dem Ursprung zu machen. Wir haben in unserer verstandesorientierten Welt so vieles, was früher selbstverständlich war, verdrängt und wollen uns nicht mehr damit beschäftigen.
    Der Tod ist ein eher lästiger Nebenaspekt des Lebens geworden. Hospize, Sterbebegleitung und Begräbnisse kann man nicht wirklich gut vermarkten ;-).

  • Ermutige Dein Kind, diese Fragen zu stellen. Jedem. Unsere hochsensiblen Kinder bringen längst verloren gegangene Aspekte des Lebens wieder an die Oberfläche.  Sie  fordern ein, das Leben in allen Facetten zu begreifen. Sei Deinem Kind dabei behilflich, wieder einen natürlicheren Zugang zu diesen essentiellen Fragen zu bekommen.

    …vom Anfang bis zum Ende (…das es meiner Meinung nach nicht gibt ☺ …).

“Sterben ist nur ein Umziehen in ein schöneres Haus.”
(Elisabeth Kübler-Ross, Ärztin und Sterbeforscherin)

“Hochsensible Scanner – Ich bin Viele”

…oder: Warum ich es oft nicht schaffe, Dinge zu Ende zu bringen.

 

Ich, 41:

hatte bereits als Kind das Gefühl, nichts wirklich zu können, hatte ständig zahlreiche Ideen im Kopf, die ich praktisch nicht umsetzen konnte, war mit meinen Gedanken permanent auf unterschiedlichen Ebenen gleichzeitig unterwegs, habe zahlreiche Jobs ausprobiert, Ausbildungen gemacht und schnell wieder abgehakt , hatte einfach immer das Gefühl „nicht ganz zu sein“, auch und vor allem, weil mir mein Umfeld stets vermittelte, dass man sich fokussieren muss, seinen Weg zu gehen hat, den man konsequent verfolgen müsse, zu Entscheidungen und „Opfern“ fähig sein muss, sich nicht so leicht ablenken lassen darf, nicht so wankelmütig sein darf… und so weiter und so fort – sonst würde man es im Leben zu nichts bringen.

Mein Sohn, 13:

hat zahlreiche Begabungen, die immer mal wieder präsent sind und an die Oberfläche kommen, macht oft den Eindruck eines „zerstreuten Professors“, setzt sich mit unglaublich vielen Themen auseinander und verwirft sie dann wieder, zeichnet Pläne, entwirft Spiele, fotografiert, bearbeitet Bilder, spielt Fußball und will manchmal damit aufhören, weil es ihn nervt zum Training zu gehen , will manchmal Volksschullehrer werden, manchmal Computerspezialist, um viel Geld zu verdienen, wollte zum Gitarrespielen anfangen, hat nach 1 Einheit aufgehört, hat sich früher mit Steinen/Mineralien und Vogelkunde beschäftigt…und so weiter und so fort. Ich fühle mich damit manchmal überfordert, weil ich mir wünschte er wäre schon „weiter“…und dann lache ich wieder über mich selbst, so etwas zu „erwarten“ 😀

Man könnte jetzt Folgendes meinen: wir sind wankelmütig, unbeständig, schaffen es nicht, Dinge zu Ende zu bringen, ich versage als Mutter, weil ich meinen Sohn nicht ausreichend motiviere, mir mangelt es an Disziplin und meinem Sohn an Ehrgeiz, wir lassen uns viel zu leicht ablenken, sind zertreut und unsicher….und natürlich vieles andere mehr.

Kennst Du das oder hast Du so etwas auch schon einmal über Dich oder Dein Kind gehört?

Dann zählst Du vielleicht, ebenso wie mein Sohn und ich, zur Gruppe der Scanner. Wenn Dir dieses Wort jetzt nichts sagt, dann kommst Du vielleicht mit der Übersetzung „Vielbegabung“ besser zurecht. Der Begriff wurde von der Therapeutin und Autorin Barbara Sher ins Leben gerufen und seitdem immer wieder mit Hochsensibilität in Zusammenhang gebracht. Scannerpersönlichkeiten verfügen über große Begeisterungsfähigkeit, Neugierde, Kreativität und Lebendigkeit. Aufgrund der Tatsache, dass sie besonders viele Interessen haben, können sie sich nur sehr schwer auf eine Sache konzentrieren, verlieren schnell das Interesse, wenn sie die Neugierde für eine andere Sache packt und neigen dazu, sich zu verzetteln. Das Bild des „chaotischen zerstreuten Professors“ passt hier ganz gut oder eben auch das Synonym „Vielbegabung“.

In den Lebensläufen von Scannern finden sich oft sehr viele verschiedene „Sprünge“ in unterschiedlichste Jobs oder/und nicht abgeschlossene Ausbildungen. Ihre Sprunghaftigkeit hat aber weniger mit Undiszipliniertheit und Unbeständigkeit zu tun, als mit Unterforderung. Sobald eine Sache zur eigenen Zufriedenheit „gescannt“ ist, verliert sie an Reiz und man will sich Neuem zuwenden.

Die Herausforderung eines Scanners ist es, die eigene Veranlagung und die damit oftmals verbundene Neigung zum Perfektionismus bewusst zu erkennen. Oftmals leben Scannerpersönlichkeiten mit einer großen Unzufriedenheit. Nicht scheint auf Dauer erfüllend und man versteht sich oft selbst nicht – vor allem im Vergleich mit Mitmenschen die augenscheinlich „Ihre“ Berufung und Erfüllung gefunden haben. Nagende Selbstzweifel kommen auf und, so wie es bei mir war, sehr oft das Gefühl: „Eigentlich kann ich gar nichts so richtig und wirklich gut.“

Scanner brauchen zumeist eine gewisse Zeit ihres Lebens, um über Wege und Umwege ihre Potentiale kennenzulernen und zu entfalten. Irrwege erkennen sie zumeist daran, dass der bereits erwähnte Langeweile- oder Bore Out Zustand eintritt.

Natürlich gibt es kein Patentrezept, wie es gelingen kann, als Scanner zu seiner Erfüllung zu finden und die komplexe Persönlichkeit bestmöglich ins Leben einzubringen. Ein wesentlicher Schritt ist sicher der, Selbstbewusstsein und Selbstannahme zu erreichen. Wenn ich weiß, warum es mir oder meinem Kind oft schwer fällt, konzentriert bei der Sache zu bleiben, gelingt es mir sicher besser, zu Akzeptanz und positiver Annahme zu gelangen. Scanner Persönlichkeiten müssen sich in Vielem ausprobieren, um nach und nach ihr vielseitiges Potential in unterschiedlichen Situationen kennenzulernen.

 Wichtige Fragen für Dich als Scanner:

  • Welche Grundwerte habe ich?
  • Wo und in welchen Bereichen kann ich meine Werte finden und leben?
  • Was gibt mir Stabilität (Familie, Wohnumgebung…) auf meinem oft unbeständigen Weg? – Wo liegen meine größten Begabungen?
  • Gibt es die Möglichkeit, meine Begabungen miteinander zu verbinden, um damit beispielsweise im beruflichen Kontext zu mehr Erfüllung zu finden?

Wenn Dein Kind zu den Scannerpersönlichkeiten zählt, dann helfen Dir vielleicht diese Gedanken/Tipps:

  • Lass Dein Kind viele mögliche und (für Dich vielleicht) unmögliche Sachen ausprobieren – auch wenn es nur für ganz kurze Zeit ist.
  • Stärke Dein Kind immer wieder in seinen Begabungen und Talenten.
  • Nimm Euch beiden den Druck, zu einem gewissen Zeitpunkt, Zukunftsentscheidungen getroffen haben zu müssen.
  • Und vor allem: Nimm Dein Kind in seinem So Sein an. Eine Scannerpersönlichkeit lebt keinen Mangel an Disziplin oder Ehrgeiz sondern verfügt über ungemein viel Potential, das in die Welt gebracht werden will 🙂

 

 

 

Gastartikel von Autorin Birgit Böhm: Vom “Ruf des Abenteuers” und dem Weg zu einem einzigartigen Schatz

Als Biologin und Pädagogin sieht Birgit Böhm eine wichtige Aufgabe darin, Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, dass die Natur einen Schatz darstellt, den wir Menschen gut behüten sollten. Spät hat sie ihre eigene Hochsensitivität und synästhetische Wahrnehmungsweise entdeckt (mehr Information dazu im Beitrag). Seitdem liegt es ihr als Autorin am Herzen, anderen Menschen diese Phänomene durch Erzählungen nahezubringen. Auch die fabelhaften Hauptcharaktere ihrer Bücher tragen hochsensible Wesenszüge.

Die Erzählungen von Alba eignen sich
  • zum Selberlesen ab circa 10 Jahren,
  • zum Vorlesen auch für jüngere Schulkinder
  • für Erwachsene, die sich als “feinsinnig” einschätzen und die einen Blick zurück in die jungen Jahre hs Persönlichkeiten werfen möchten
  • als Familienlektüre in hochsensiblen Familien

Lass Dich verzaubern 🙂

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Die Raunächte mit ihrem ganz eigenen Zauber sind vorbei. Wie jedes Jahr seit Jugendzeiten haben sie ihre Wirkung auf meine Gefühle und Gedanken entfaltet: Mit Spannung und Vorfreude fühle ich mich nun bereit, mein wichtigstes Projekt für 2017 beherzt umzusetzen.

Meine Naturverbundenheit verdanke ich wohl meiner Kindheit in den 50er und 60er Jahren in Norddeutschland. Eingebunden in solide familiäre Strukturen, mit einer fürsorglichen Großmama, die mit mir im Sommer geduldig Blumen am Deich pflückte und im Herbst bunte Blätter sammelte, durfte ich weit gehend im eigenen Tempo groß werden. Die Nähe zur Nordsee mit ihren gefährlichen Sturmfluten lehrte mich früh den Respekt vor den Naturgewalten.

Waldrebe

Die Gemeine Waldrebe: Sie sollte später als „Zauberpflanze“ in meine Fantasy- Welt eingehen.

Dachs

Der Europäische Dachs: Er wurde zur Figur des „Fulgur“ in meiner Fantasy- Welt.

 

Diese enge Beziehung zur Natur beeinflusste auch meine Berufswahl.

Ich wurde Realschullehrerin mit Schwerpunkt Biologie, ging aber daneben künstlerischen Neigungen mit Kunst und Textilem Werken nach sowie meiner Liebe zu Büchern und Filmen. Nach Zeiten von Familienarbeit mit zwei Kindern, beruflicher Selbstständigkeit und als Sachbuchautorin erwarb ich an der Uni Kiel das Diplom in Schulpädagogik.
Mit frisch erworbenem Wissen in Psychologie, Soziologie, Pädagogik und beeindruckt von Wilhelm von Humboldts Bildungstheorie unterrichtete ich voller Elan: Biologie und Deutsch, Textillehre und Kunst.

Im Deutschunterricht meiner 6. Klasse wurde im Jahre 2006 die Idee geboren, eine Fantasy-Reihe für Kinder zu schreiben. Eine Schülerin hatte Cornelia FUNKEs „Tintenherz“ vorgestellt und ein Schüler schwärmte von Schullektüre „mit Einhörnern und so“. Als Pädagogin mit Liebe zur Biologie und Faible für TOLKIEN widmete ich fortan Ferienzeiten diesem Projekt: Eine spannende Heldenreise sollte jungen Lesern Möglichkeit zur Identifikation bieten und „nebenbei“ Wissen aus Botanik, Zoologie, griechischer Mythologie vermitteln. Die Helden: das norddeutsche Mädchen „Alba“ (12 Jahre) und der italienische Junge „Tonio“ (13 Jahre).

Alba

„Alba Brunnstein“

Schwebende Sterne

„Schwebende Sterne“

 

Einhorn_Morgenröte

„Morgenröte“

Wenn ich, oft in der Stille der Nacht, am Laptop saß und einzeln Szenarien erdachte, dann war ich immer voll im Bild, im Film, mitten im Geschehen. Ich spürte die Atmosphäre, fühlte mit meinen Figuren, sah Landschaft, Tiere, Pflanzen leibhaftig vor mir. Mit Hilfe eines alten Taschenbuches für Wortfelder und Synonyme suchte ich nach den treffendsten Formulierungen, damit meine Leser möglichst dasselbe sähen wie ich.

Schattenschloss

Das „Schloss der Schatten“

Für diese leidenschaftliche Beschäftigung mit Bildern und Sprache fand ich zwei Jahre später eine verblüffende Erklärung, als ich eine Fernsehsendung über „synästhetische Wahrnehmung“ sah: Ich bin vielfache Synästhetin. Fasziniert von dem Phänomen, thematisierte ich es in einer Erzählung für Jugendliche.

(Links zum Thema „Synästhesie“: siehe Anmerkungen)

Einige Jahre später machte mich eine Psychologin auf das Phänomen „Hochsensibilität/ Hochsensitivität“ aufmerksam. Ich fühlte mich sofort angesprochen, sichtete etliche Publikationen, stellte fest: Ich bin hochsensitiv.

Eine Durchsicht meines Manuskriptes zeigte: Das Element der Hochsensitivität war in Schreibstil und Inhalt meiner Erzählung eingeflossen, die Hauptfiguren „Alba“ und insbesondere „Tonio“ trugen entsprechende Persönlichkeitszüge. Eine sehr aufwühlende Entdeckung für mich, die ich zur Schöpfung meiner Figuren auch eigene Jugenderinnerungen herangezogen hatte!

So „eigen“ die Hauptfiguren, so außergewöhnlich die Reise in die wundersame Gegenwelt. Alba folgt ihrem Freund Tonio eher widerstrebend in diese Welt der „Elben“ mit unberührter Natur und geheimnisvollen Bewohnern. Dabei ahnt sie nicht, worin das eigentliche Ziel dieser Heldenreise besteht. Je tiefer die beiden in die „Welt der tausend Tore“ eintauchen, desto deutlicher wird die gegenseitige Abhängigkeit beider Welten.

Leseprobe 1:

„Wenig später standen Tonio, Alba und der Signore um das Wasserbecken herum. Ein warmer, seidiger Nachtwind wehte durch Frau Miros Garten. Der Mond stand als scharf umrissene, silberfarbene Sichel am tintenblauen Abendhimmel. Ein eigenartiges Zwielicht fiel durch das Blätterdach des alten Walnussbaumes. Ein einzelner Vogel zwitscherte in seinem Geäst.

Irgendwo huschte ein kleines Tier durchs trockene Gras. Alba spürte, dass an diesem Abend etwas Magisches von dem Becken ausging; es schien lautlos in jeden Winkel des Gartens zu strömen. Aufbruchstimmung, dachte sie, und schluckte trocken.
‚Keine Angst’, flüsterte Tonio ihr zu. ‚Horch auf das Rauschen der Blätter. Der Baum spricht zu uns: Wir sollen vertrauen.“ (aus: Alba Brunnstein – Das Geheimnis der tausend Tore. S. 103. FIORELLA. Uetersen 2013)

Leseprobe 2:

„Während Alba vergeblich nach Antworten suchte, veränderte sich das Bild des Weihers, das sie die ganze Zeit vor Augen hatte: Langsam, aber unaufhörlich und in immer schnellerer Folge leuchteten kleine, weiße Lichtpunkte auf der schwarzen Wasseroberfläche auf. Es war beinahe, als stürzten Sternschnuppen aus den dunklen Höhen des Himmels in den Weiher hinein. Zugleich näherte sich ein tiefes Rauschen …“ (aus: Alba Brunnstein – Die Befreiung der tausend Tore. S. 233. FIORELLA. Uetersen 2015)

Nun widme ich mich dem Manuskript für Band 3:
“Alba Brunnstein – Das Herz aus liebendem Gold“.

Guido

Natürlich wieder dabei: „Guido, der Mitternachtskobold“

 

Portrait_Autorin_BirgitBöhm

Birgit Böhm Autorin

Uetersen, am 11. Januar 2017

 

Anmerkungen:

Alle Abbildungen unterliegen dem Copyright des FIORELLA Verlages. Mehr im Internet unter: www.alba-brunnstein.de
Bezugsquelle: www.fiorella-verlag.de

Links zum Thema „Synästhesie“:

www.welt.de/gesundheit/psychologie/article148866017/Wie-Menschen-mit- Synaesthesie-die-Welt-wahrnehmen.html
www.eliane-reichardt.de

 

5 hochsensible Gedanken für ein ruhiges und schönes Weihnachtsfest

1 Woche vor Weihnachten.
Meine 14 jährige Tochter gibt sich entspannt der Vorfreude hin – trotz Matheschularbeit 😉 und ihre Gedanken konzentrieren sich momentan hauptsächlich auf das Thema “Was zieh`ich bloss am Heiligen Abend an??”
Mein 12 jähriger Sohn ist gerade die Unruhe in Person, launisch, zappelig und zerstreut. Pubertät und Hochsensibilität sind alleine für sich schon eine große Herausforderung – vor allem für hochsensible Elternteile wie mich 😉

Die Wintersonnenwende und die beginnenden Raunächte sind für mich jedes Jahr eine besondere Zeit. Ich spüre ganz deutlich den Wert, Altes loszulassen und mich Neuem zuzuwenden. Jedes Jahr versuche ich noch ein bisschen bewusster in diese Zeit hineinzugehen.

Heuer habe ich mir vorgenommen für die Zeit zwischen 24.12. und 6.1. Facebook loszulassen, dann das zerstreut immer mal wieder (und mehr als ich möchte) meine Aufmerksamkeit.

Oft wünsche ich sehr, dass meine Kinder mit mir in diese Ruhe eintauchen können (und wollen). Ich merke sehr stark wie sehr ich meine Erwartungen an anderen Menschen festmachen und dann gestresst und enttäuscht bin, wenn sie nicht eintreffen.

Ich habe mir einige Gedanken darüber gemacht, wie es gelingen kann, noch besser im Hier und Jetzt zu sein, um die Ruhe und den Frieden des Weihnachtsfestes mit (und trotz ;-)) meiner Familie und mit allem was SO IST auf der Welt, genießen zu können.

Vielleicht ist auch etwas für Dich dabei 🙂

  1. Ich versuche meine Erwartungen dahingehend zu verändern, dass ich mir bewusst mache, dass ICH es bin, die in ihrer Mitte sein muss, um die Ruhe, die ich mir wünsche, auch wahrnehmen zu können.
    Das bedeutet für mich, dass ich mich im Familientroubel immer wieder auf MICH besinne, meine Füße bewusst auf den Boden stelle und durchatme.
  2. Ich versuche bewusst, meine Grenzen wahrzunehmen. Ich neige sehr dazu, sofort in andere Menschen, deren Gefühle und Stimmungen einzutauchen. Das kann umso belastender sein, je näher mir der Mensch steht.
    Ich stelle mir dann vor meinem geistigen Auge meine Grenzen vor – bei mir ist das meistens so etwas ähnliches wie eine Seifenblase. ICH bestimme, was ich hineinlassen möchte.
  3. Ich liebe meine Familie genauso sehr wie ich manchmal mit allem und allen hadere. Weihnachten war für mich die meiste Zeit meines Lebens ein emotionaler Supergau, dem ich mich ausgesetzt gefühlt habe ohne ihn selbst steuern zu können.
    Ich versuche mir ganz bewusst zu machen, dass ICH SELBST es bin, die das Leben in jedem Augenblick „in der Hand hat“ und gestaltet. Meine Familie und mir nahestehende Menschen waren und sind große Lehrmeister. Auch wenn ich mir als spiritueller Mensch oft ein „anderes“ Weihnachten wünsche – ICH habe die Verantwortung, mit dem, was IST, bestmöglich umzugehen.
  4. Ich schaffe mir Raum, um zu verarbeiten. Das bedeutet, dass ich bewusst Zeit für`s Alleinsein einplane, um nach viel Interaktion rund um die Weihnachtsfeier wieder ganz bei mir anzukommen und loszulassen, was nicht bleiben soll.
    Der Ausblick auf meine Alleinzeit hilft mir, wenn ich mich zu sehr von meinen Wahrnehmungen und Eindrücken überrollt und beansprucht fühle.
  5. …und wenn es mich doch erwischt und ich gestresst, traurig, überrollt von Emotionen und Wahrnehmungen werde, versuche ich mir liebevolle Aufmerksamkeit zu schenken und mir zu sagen: „Du bist genau da, wo du sein sollst, mit allem, das gerade genau so sein soll, wie es ist. Stell dich auf den Boden, atme durch und gehe weiter – Schritt für Schritt.“

    *** VON HERZEN EINE SCHÖNE WEIHNACHTSZEIT ***

Ich möchte mich bedanken, weil ich unendlich dankbar bin

Seit etwas mehr als einem Jahr ist in meinem Leben nichts mehr so wie vorher. Ich habe endlich – nach vielen wertvollen, anstrengenden, aufregenden, erhellenden, erschütternden und aufwühlenden Erfahrungen – meine Berufung zum Beruf machen dürfen.

*** ICH LIEBE MEINE ARBEIT AUS GANZEM HERZEN ***

Lange Zeit hätte ich mir nicht gedacht, das jemals sagen zu können. Ständig habe ich mich fehl am Platz gefühlt, war unendlich ausgelaugt und energieleer, bin durch sehr viele Tiefen gegangen, habe ihn aber immer deutlich gespürt: Den Herzensruf, der mir immer wieder den Weg ebnete, um weiter zu gehen.

Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit und mit viel Respekt vor dem Leben, Menschen in ihrem SO-SEIN unterstützen zu dürfen, ihnen aus eigener Erfahrung Mut machen zu können, sie abholen und ein Stück weit auf ihrem Weg begleiten zu dürfen.

Im letzten Jahr ist so viel passiert…

Ich sehe meine Aufgabe darin, Menschen zu Be – Rühren. Etwas aufzuwühlen, das schon lange schlummert, um endlich angenommen und gelebt zu werden.

Ich schätze die Gespräche mit unterschiedlichsten Menschen so sehr. Auch ich kann immer sehr viel davon mitnehmen.

Es braucht viel Vertrauen, um den Körper eines Menschen wirklich berühren und in die Tiefe vordringen zu können.

Ich durfte ein Interwiev für Ö1 geben (wird bald gesendet), werde in einem Fach Artikel auf gesund.at als „Expertin“ genannt (auch dieser erscheint bald), durfte Workshops und Seminare halten, habe mein Buch über Hochsensibilität in Alltag und Schule fertig geschrieben, das voraussichtlich Ende Februar erscheint und darf kommendes Jahr endlich auch auf der Pädagogischen Hochschule eine Fortbildung zum Thema Hochsensibilität anbieten.

Es ist mir ein so unendlich großes Anliegen, BewusstSein zu schaffen. Dadurch glaube ich, geht vieles so viel einfacher. Weg von gesellschaftlichen Norm-Vorstellungen, hin zur bewussten, achtsamen und individuellen Gestaltung unseres Lebens.

Ich bedanke mich aus ganzem Herzen bei Euch, die Ihr

…meinen Blog lest,

…mir Kommentare schreibt und Feedback gebt,

…mir Euer persönliches Vertrauen schenkt.

Das treibt mich unglaublich an, weiterzumachen und den Weg weiterzugehen.

*** DANKE DAFÜR ***

Hier ein paar Zeilen, die mir persönliche KlientInnen als Feedback weitergegeben haben:

***

Liebe Karin,

vielen vielen Dank!

Wir haben schon einige Techniken ausprobiert und S. gefallen sie gut :o). Ich bin auch entspannter seit unserem Gespräch!

***

 Sehr geehrte Fr. Abriel!

 Ich bin dabei mein eigenes Verhalten während Maxis Wutanfällen zu ändern. Mehr ICH-Botschaften und auch ihm mehr Zeit alleine geben, bis ich zu ihm gehe. Das ist ein großer Lernprozess für mich!

Ansonsten war ich heute bei meiner/unserer Therapeutin um mit ihr zu besprechen, wie wir das Bearbeiten der Altlasten die Max und mich belasten angehen.

Es liegt noch ein langer Weg vor uns. Aber es tut im Moment einfach gut, “dass das Kind einen Namen bekommen hat”. Will heißen: wir wissen jetzt was bei uns los ist. Und damit haben wir eine Basis von der Weg wir arbeiten werden. Ich bedanke mich also vielmals bei ihnen für das wertvollste Telefonat, das ich je geführt habe!

 ***

 Hallo Frau Abriel,

Vielen lieben Dank für das gute Gespräch. Habe mich sehr gut dabei gefühlt und bin mir jetzt sicher das wir soviel nicht falsch gemacht haben und kann jetzt vieles besser einordnen. Danke

 ***

 Liebe Frau Abriel,

 vielen Dank für die gute Zusammenfassung und die wertvollen Tipps. Wir werden nun versuchen, Ihre Empfehlungen umzusetzen und schauen wie’s weiterhin läuft. 

 ***

 Liebe Karin, 

 Wir haben das Gefühl, dass unser Gespräch uns sehr geholfen hat, A. (und auch oft uns selber) besser zu verstehen. Langsam scheint eine harmonischere Beziehung in unsere Familie einzukehren.

***

 Sehr geehrte Frau Abriel!

 Vielen Dank für das tolle Gespräch gestern und die Zusammenfassung mit den Tipps.

Wir werden versuchen diese bestmöglich umzusetzen.

 ***

 Liebe Frau Abriel!

 J. hat freitags sehr entspannt und ausgeglichen gewirkt. Ich habe ihn daweil nur auf den Körperarbeitsteil angesprochen und er hat gesagt, dass er seinen Körper gut spüren kann und “dass jetzt alles wieder zu ihm gehört”. 😉

Ihre Meinung finde ich sehr hilfreich und bereichernd. 

 Danke!!!

 ***

“Warum bin ich manchmal so hilflos?” – oder: Das starke Band zwischen hochsensiblen Kindern und Eltern

 

Viele von Euch kennen sicher folgende Situationen, vor allem dann, wenn Ihr selbst ein hochsensibler Elternteil seid:

  • Noch bevor Dein Kind in einer angespannten Situation zum Beispiel wütend wird, spürst Du die Wut Deines Kindes bereits am eigenen Leib. Du übernimmst sie praktisch und wirst auch selbst wütend. Das macht die Situation natürlich nur noch anstrengender für alle.
  • Du beginnst schrecklich zu leiden, wenn sich Dein Kind weh getan hat. Du spürst die Schmerzen am eigenen Körper.
  • Du gehst stark in den Widerstand, wenn Dein Kind in einer Situation ist, die Du selbst schwer aushältst – zum Beispiel das Thema Schule. Du leidest darunter, dass Dein Kind in die Schule geht.
  • Du willst Deinem Kind aus ganzem Herzen alle Themen abnehmen, unter denen du als Kind oder auch noch als Erwachsener gelitten hast oder leidest.

Das starke Band zwischen Dir und Deinem Kind ist ein wunderbares Geschenk. Es ermöglicht Dir, bestmöglich auf die Bedürfnisse Deines Kindes einzugehen. Schwierig wird es dann, wenn Du

  • dich oft gestresst und belastet fühlst.
  • das Gefühl hast, völlig hilflos den oftmals starken Gefühlen Deines Kindes gegenüberzustehen.

Folgende Aspekte können Dir dabei helfen, Dich mehr in Deine Stärke im Umgang mit Deinem hochsensiblen Kind zu bringen:

1. Der Schritt nach Außen

In belastenden und anstrengenden Situationen mit Deinem Kind kann es helfen, ganz bewusst ein paar Schritte raus aus der Situation zu machen. Entweder tatsächlich nur ein paar Schritte oder auch ganz raus aus dem Zimmer und der Umgebung. Das hilft, das starke Band ein wenig zu lockern und zu vermeiden, dass Eure Gefühle ineinander überfließen.

2. Leidensdruck hinterfragen

Wenn ich merke, dass mir eine Situation zu nahe geht und ich zu sehr leide, versuche ich mir bewusst zu machen WARUM. Oft liegt es daran, dass ich ein Problem mit der Situation einfach auch meine (negativen) Erfahrungen habe und ich das dann auf mein hochsensibles Kind übertrage. Das heißt noch lange nicht, dass mein Kind darunter genauso leidet.

3. Den eigenen Weg gehen lassen

In Situationen, in denen ich besonders gefordert bin, versuche ich mir bewusst zu machen, dass mein Kind SEINEN Weg geht, auf dem ich es “nur” begleiten kann. Ich kann ihm den Weg nicht abnehmen. Dieser Aspekt des Loslassens ist wohl einer der schwersten, aber für Eltern und Kinder sehr gesund.

4. Dein Kind als Spiegel

Diesen Punkt will ich mir oft am wenigsten anschauen, weil er doch recht schmerzlich sein kann. Ich versuche mir bei allen anstrengenden und unangenehmen Verhaltensweisen meines Kindes bewusst zu machen, dass sie ein Spiegel meiner eigenen bewussten oder unbewussten Gefühle sind. Mein Kind ist genauso stark mit mir verbunden wie ich mit ihm.

Wenn es mir gelingt, einen oder mehrere dieser Aspekte in anstrengenden Situationen zu beachten, merke ich immer sehr stark, wie sehr sich das Thema entspannt und auch etwas objektiviert.

Viel  Erfolg beim Üben :-)!

Solltest Du mehr Unterstützung wollen, freue ich mich über einen Anruf (0660/1234 376) oder ein Mail (info@hochsensibilitaet.at).

Danke auch für`s Teilen des Beitrags!

 

 

“Schluss mit JA, ABER….” – Lebst Du in Deinem eigenen Tempo?

Nein. Das hier ist kein Blogbeitrag über das Reduzieren von Stress, über Burn Out Prävention oder ein Apell fürs Meditieren. Solche sehr wertvolle Beiträge gibt es schon zuhauf.

Ich möchte Dich heute ein bisschen provozieren, Dich zum Nachdenken anregen und mit Dir meine ganz persönlichen Erfahrungen teilen, die mir geholfen haben MEIN Tempo als hochsensibler Mensch im Leben zu finden und zu akzeptieren.

Warum das auch für DICH wichtig sein kann?

Nun, wenn Du es schaffst, Dein Leben in Deinem eigenen Tempo und Deinem eigenen Rhythmus zu leben, dann

…hast Du es geschafft, Dich selbst und Deine eigenen Bedürfnisse zu spüren und wichtig zu nehmen.

…hast Du gelernt „NEIN“ zu sagen.

…kannst Du ein großes Vorbild sein (vor allem für Deine Kinder), weil Du anderen zeigst, dass sie selbst für ihre Lebenszeit verantwortlich sind und diese selbstverantwortlich gestalten können.

…leistest Du einen entscheidenden Beitrag dazu, auch unserer auf „Funktionieren“ und „Leistung“ ausgerichteten Gesellschaft ein wenig Druck rauszunehmen.

Das ist doch was, oder?

Ja, der Weg dahin ist lang und oft auch beschwerlich, aber…..er lohnt sich :)!

Lass mich Dir zunächst ein paar persönliche Fragen stellen:

  • Wie oft hast Du letzte Woche gesagt oder gefühlt, dass du im Stress bist (und damit meine ich diesen Stress, den Körper und Seele als belastend empfinden)?
  • Wie oft hast Du in letzter Zeit gesagt: „Ich würd ja gern, aber leider fehlt mir die Zeit…“?
  • Wann hast Du Dich das letzte Mal so richtig entspannt und im besten Sinne „planlos“ gefühlt – also ohne ständig Gedanken im Kopf zu haben, was als nächstes zu tun ist?
  • Wann hast Du das letzte Mal ein Bedürfnis Deines Körpers wahrgenommen und es auch erfüllt, zum Beispiel Dir ein gutes gesundes Essen gekocht, einen Spaziergang gemacht, in Ruhe ein Buch gelesen, einen Film ohne Unterbrechung angesehen….?

Keine Angst, ich sag´ Dir jetzt nicht

…dann lass doch mal den Berg schmutziges Geschirr stehen und tu es einfach

oder

…dann schraub´ mal Deine Ansprüche runter, immer alles gut und perfekt machen zu wollen

oder dergleichen.

Ich weiß wie schwer das ist. Und ich sehe auch keinen Sinn darin, etwas, das einem wichtig ist, nicht zu tun, um etwas, das einem auch wichtig ist, tun zu können.

Das bringt nichts. Und schon gar keine Entspannung.

NUR…und jetzt sei bitte ganz ehrlich zu Dir selbst:

  • Ist es DIR wichtig, dass das schmutzige Geschirr weggeräumt wird (das verstehe ich total, denn ich halte Unordnung überhaupt nicht aus :)) oder tust Du es, weil Du es so gelernt hast und es sich „so gehört“?
  • Ist es DIR wichtig, Deinen Ansprüchen gerecht zu werden, weil es einen inneren Antrieb in Deinem Leben manche Themen betreffend gibt, der es einfach nicht zulässt, Deine Ansprüche runter zu schrauben (….und das ist etwas Wunderbares, wenn Du Herzensthemen hast, für die du „brennst“…), oder ist es dieses

… „Aufrechterhalten eines Zustandes, der immer so war und einfach der Norm entspricht“?

… „beweisen Wollen, dass du „gut“ bist und alle Anforderungen und Ansprüche unter einen Hut bringen kannst, also praktisch ein Suchen nach Anerkennung von Außen?“

Gar nicht so einfach zu beantworten, oder?

Aber jetzt die wichtigste aller Fragen:

 

  • Schaffst Du es, DICH wichtig genug zu nehmen, um DEINE Zeit in DEINEM Tempo zu gestalten, achtest Du DEINE Bedürfnisse und schätzt Du Dich so wie Du bist?

 

JA? Das ist GROSSARTIG!!

NEIN? Dann hast Du vielleicht gerade eine Lebensphase mit noch eher kleineren Kindern, die sicher viel von Deiner Zeit fordern und es oftmals erschweren, das eigenen Tempo zu leben – ABER: dafür ist diese Zeit wunderschön und wenn Du auch dabei genug auf Dich und Deine Bedürfnisse achtest, bist Du sowohl für Deine Kinder ein Vorbild und zum anderen gelingt es Dir, wenn die Kinder größer werden, wieder sehr leicht, in DEINEN Rhythmus zu finden

oder

Dein NEIN ist noch ein NEIN zu Dir selbst.
Und wenn das der Fall ist, helfen Dir auch keine Stressreduktionsprogramme, keine Meditationen und auch keine noch so gut gemeinten Ratgeber.

 

UM IN DEINEM TEMPO ZU LEBEN, MUSST DU JA ZU DIR UND DEINEN BEDÜRFNISSEN SAGEN KÖNNEN – AUS GANZEM HERZEN!

 

UM IN DEINEM TEMPO ZU LEBEN, MUSST DU RAUS AUS DER „OPFERROLLE“ UND DEIN „HELFERSYNDROM“ ABLEGEN!

 

UM IN DEINEM TEMPO ZU LEBEN, MUSST DU AUFHÖREN EIN SCHLECHTES GEWISSEN ZU HABEN, WENN DU ES DIR GUT GEHEN LÄSST!

Ganz schön provokant, oder?

Vor allem weil wir es doch ALLE (vor allem in der Generation um die 40+) meistens noch so gelernt haben: „Das Leben verlangt nun mal einiges von uns“, „da müssen wir halt durch“ und „das ist eben so.“ Kennst Du diese Aussagen auch?

Ja, ich provoziere ein bisschen – ich weiß wie beschwerlich und mühsam Veränderung sein kann, ABER: Es ist mein tiefster Wunsch, dass unsere Gesellschaft aus dem selbstgemachten Stress, Leistungsdruck und Hierarchiedenken wieder zurückfindet zu selbstbestimmten Individuen, die ihr Leben selbstverantwortlich leben und in ihrem Tempo das, was sie am Besten können, also ihr ureigenes Potential, in die Welt einbringen.

Ja, ich habe schon oft gehört, dass ich (zu) idealistisch bin, aber ich weiß, dass es geht. Ich habe mich Schritt für Schritt meinem Tempo angenähert. Für mich als hochsensibler Mensch war es immer eine besondere Herausforderung, dem Stress des Lebens standzuhalten. Ich möchte Dir Mut machen.

Mut zur Ehrlichkeit und Mut zur Langsamkeit!

Ein Weg ebnet sich auch durch kleine Schritte und vielleicht möchtest Du ja mal versuchen in nächster Zeit

…bewusst wahrzunehmen, ob Du Deinen Alltag größtenteils in Deinem Tempo lebst.

…hinzuspüren, welche Bedürfnisse Dein Körper hat und ob Du sie größtenteils erfüllst.

…ehrlich hinzuschauen, wo Du „funktionierst“ und wo Du „Dein Ding“ machst (und ja, natürlich können nicht alle unsere Alltagstätigkeiten „unser Ding“ sein, aber sie gehen leichter von der Hand, wenn wir das Drumherum zu unserem eigenen Wohl für uns gestalten).

…wahrzunehmen in welchen Bereichen Deines Lebens Du etwas verändern kannst, um mehr in Deiner Mitte und damit auch in Deinem Tempo zu sein .

Und zu guter Letzt doch noch eine Anmerkung zur vielzitierten Stressreduktion:

In einer deutschen Zeitung habe ich gelesen, dass wir durchschnittlich 80 Mal am Tag auf unser Handy schauen – 80 Blicke auf unser Handy, daraus resultierende Reaktionen bzw. Handlungen unterstützen wohl die Schnelllebigkeit unserer Zeit, das eigene Tempo wahrzunehmen wird dadurch wahrlich erschwert. Also, wie wäre es, einige Wege tagsüber ohne Handy zu erledigen und statt dessen auf die inneren Klingeltöne zu hören…es geht :)!

*****

In meiner Praxis „MEIN TEMPO“ unterstütze ich Menschen durch Shiatsu, Körperarbeit und Beratung, wieder ihr Tempo im Einklang mit ihrem Körper zu leben.

Vor allem nach Stresserkrankungen wie Burn Out, Depressionen oder sonstigen sehr anstrengenden Lebensphasen arbeiten wir daran, Körper und Seele wieder in Einklang zu bringen und Regeneration zu ermöglichen.

Das Akzeptieren und Achten der eigenen Bedürfnisse steht im Vordergrund.