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Dein hochsensibler KÖRPER und DU – Warum wir uns so sehr von unserem natürlichen Wohlbefinden entfernt haben und wie Du Dich und Dein Kind unterstützen kannst, es wiederzufinden.

Im 21. Jahrhundert angekommen

  • können wir vernetzter denken als je zuvor
  • können wir uns technische Hilfsmittel zu Nutze machen, die uns das Leben enorm erleichtern
  • wissen wir größtenteils über die tiefsten Ozeane und die höchsten Berggipfel Bescheid
  • sitzen wir mindestens 9 Jahre in Schulen und lernen die komplexesten Inhalte
  • füttern wir unseren Geist tagtäglich über`s Handy, Fernsehen und den Computer …

ABER, ich traue mich zu sagen, dass wir eine sehr wichtige Sache dabei vergessen haben:

  • wir wissen nicht mehr, wie es sich anfühlt in einem völlig schmerzfreien, leichten und gesunden Körper zu leben – davon sind wir in dieser Zeit mehr entfernt als jemals zuvor.

Unser Verstand ist stark, wurde jahrhundertelang trainiert, enorm wichtig genommen und über den Verstand definieren wir nach wie vor Intelligenz.

Unseren Körper haben wir immer mehr in den Hintergrund gedrängt, versteckt, geleugnet, missachtet und sogar misshandelt – des Verstandes wegen, der uns vorgegaukelt hat, wie ein Schönheitsideal auszusehen hat, wie man sich zurechtmachen, zurechttrainieren oder zurechtoperieren soll, um einer Norm zu entsprechen, die der Verstand kreiert hat.

Unser Verstand ist stark.
Unsere Körper wird immer schwächer, kann nicht mehr mithalten mit dem Tempo, das der Kopf uns vorgibt.

Wenn wir aus irgendeinem Grund doch einmal auf ein Signal unseres Körpers achten und uns beispielsweise Ruhe gönnen, fühlen wir uns oft schuldig – unser Verstand hat gelernt, dass man nunmal auf eine bestimmte Weise funktioniert – tut man das nicht, ist man krank, nicht angepasst genug oder unwillig. Dann passen wir nicht mehr in die Norm und in das System.

Was also tun?
Die Signale des Körpers weiterhin missachten des Verstandes wegen? Mit Schmerz, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Überforderung, Stress und nicht selten Traurigkeit leben lernen (mit dem Verstand)?
Solange bis
… wir entweder am Boden zerstört merken, dass es so nicht weitergehen kann,
… oder wir ab einem gewissen Alter das Einnehmen von Pillen und Pulverchen zu unserer täglichen Routine zählen,
… oder bis wir unseren Verstand so weit trainiert haben, dass er sich völlig vom Körper losgelöst hat. Dann haben wir gelernt, den Verstand so stark zu machen und immer wieder mit Input zu füttern, der uns hilft zu ignorieren, um weitermachen zu können.

Ganz ehrlich – das beobachte ich heutzutage sehr oft.

Geist und Körper sind keine Einheit mehr sondern 2 seelenlose Teile eines einstmals seelenvollen Ganzen.

So sehr wir hochsensible Menschen auch oft mit unserem Körper hadern, der uns immer wieder fordert, achtsam zu sein, hinzuspüren und wahrzunehmen, so sehr haben wir auch die Möglichkeit durch genau diese Gabe wieder zu einer anderen Dynamik und Achtsamkeit unseres Alltags beizutragen.

Unsere Kinder sind das beste Beispiel dafür. Ihr Kopf ist so stark und es ist eine unendlich große Herausforderung für den Körper, sich bemerkbar zu machen, beachtet zu werden und zur Ruhe zu kommen.

Nur wenn es uns gelingt, unsere Kinder beim bewussten Umgang mit ihrem Körper zu unterstützen, dann können sie auch ihr volles Potential leben – dann sind sie GANZ.

Auch hier gilt natürlich: wir als Eltern sind gefordert, unseren eigenen Körper so gut zu achten, dass es uns oft gelingt in unserer Mitte zu sein, einen guten Mittelweg zu finden zwischen Über- und Unterforderung und einen guten Weg zu finden, die Körperlichkeit jedes Geistes wahrzunehmen – der Körper ist unser Mittel, den Geist hier auf der Erde zu halten, um unser Potential auch leben zu können. Wir sind gefordert uns mit unserer eigenen Ganzheit auseinanderzusetzen – eine gesunde Seele und ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.

Das kannst Du am Besten unterstützen, wenn

  • Du Deinen Körper immer wieder bewusst wahrnimmst und auch Dein Kind anleitetet, das zu tun.
    Wie fühlt sich Dein Körper heute an?
    Was braucht er?
    Kindern macht es Spaß, kleine Dinge (Muscheln, Steine…) aufgelegt zu bekommen, die sie einfach nur spüren und wahrnehmen sollen.
  • Du darauf achtest, stets beide Fußsohlen am Boden zu halten. Viele hochsensible Erwachsene und Kinder neigen zum Zehenspitzengang. Unser Körper ist unsere Erdung und somit macht es Sinn, ihn auch ganz am Erdboden zu halten.
  • Du darauf achtest, eine gesunde Beziehung zu Deinem Körper aufzubauen und zuzulassen. Nütze Deine somatische Körperintelligenz. Das bedeutet, dass Dein Körper weiß, was er gut verträgt und was nicht, wann er genug hat und was ideal (Gewicht) für ihn ist. Wahrnehmen und “Zuhören” zu lernen, was wir brauchen, jenseits vom herkömmlichen Alltagsverständnis, wie etwas zu sein hat, ist essentiell. Wir alle brauchen unterschiedliche Nahrung, Ruhepausen und ein unterschiedliches Tempo – hilf Deinem Kind, seine Bedürfnisse zu erkennen.
  • Du Dich bewegst. Wenn Du keine sportlichen Ambitionen hast, geh viel spazieren oder generell zu Fuß. Spüre Deine Beine, Deine Schritte, die Du setzt.
    Schüttle Dich/Dein Kind regelmäßig so richtig durch. Das macht Spaß und befreit von “zu viel Verstand”.
  • Du auf Deine Haltung achtest und auf die Haltung Deines Kindes. Stelle Dich seitliche und schaue in den Spiegel – stehst Du aufrecht? Oder trägst Du vielleicht einen Rucksack voll mit ungelösten Themen Deines Verstandes?
  • Du versuchst, Dir Schritt für Schritt bewusst zu machen, welcher Lebensrhythmus zu Deinem Körper passt, wie und wann es ihm am Besten geht. Taste Dich schrittweise dorthin – wenn Du ein Kind hast, bist Du so das beste Vorbild!

…und, ja, ich weiß: es gibt viele JA, ABER und Hindernisse auf diesem Weg…

WIR SCHAFFEN ES GEMEINSAM, DAZU BEIZUTRAGEN, DASS UNSER BEWUSSTSEIN, UNSERE WELT UND UNSER MENSCHSEIN WIEDER GANZ WIRD <3

Shiatsu ist übrigens ein wunderbares Mittel, um das Hinspüren wieder zu erfahren und den Körper sanft von Ungleichgewichten zu befreien…schau mal hier.

Hast Du ein Kind mit Neurodermitis  und einem sehr sehr empfindlichen Körper?  Lies mal hier.

“Aber ich kann es doch spüren” – Warum ich dieses Buch geschrieben habe.

Aber ich kann es doch spüren – Hochsensibilität als Potential nutzen. Mit Schwerpunkt Schule.

Warum ich dieses Buch geschrieben habe und was mir als hochsensible Frau, Mama eines hochsensiblen Sohnes (und einer sensiblen TochterJ, ehemalige Lehrerin und Scannerpersönlichkeit (mit Hang zum High Sensation Seeking) wichtig ist:

Ganz kurz – für alle, die (noch) nicht wissen, was sie mit den Begriffen Scanner und High Sensation Seeker anfangen sollen…

Scanner: sind Menschen, die ständig auf der Suche nach neuem Input sind, vielseitig interessiert sind, sich nicht gern festlegen, schwer fokussieren können und vielbegabt sind

(siehe auch: http://www.hochsensibilitaet.at/hochsensible-scanner-ich-bin-viele/)

High Sensation Seeker: sind Menschen, die die Balance zwischen höchster Anregung (=high sensation) und absolutem Rückzug brauchen. Nur 1 Seite auszuleben, macht sie auf Dauer krank.

 

Kennst Du das?

 

So, warum jetzt dieses Buch:

Jahrzehntelang war ich auf der Suche nach mir selbst. Ich konnte so Vieles, was da um mich herum passierte, wahrnehmen aber nicht einordnen. Ich war öfters unglücklich, fühlte mich schwer und traurig. Und ich habe mich sehr oft verstellt – um so zu sein wie die anderen – ohne zu wissen wer ICH bin.

Viel suchen, viel hinterfragen, viele Erfahrungen, viele Gespräche und viele Tränen, aber auch viele schöne Erlebnisse später, bin ich mir Schritt für Schritt näher gekommen.

Ich habe gelernt (und lerne immer noch) meine Bedürfnisse zu akzeptieren und zu leben.

Ich lerne meinen hochsensiblen Sohn als eigenständige Persönlichkeit (auch wenn er mir noch so ähnlich ist) da sein zu lassen und mich gesund abzugrenzen.

Ich lerne mein hochsensibles Mama Sein so zu nutzen, dass ich meinen Kindern Halt und Sicherheit geben kann.

Und ich habe gelernt – und lerne immer noch – beruflich mit meinen Herzensthemen zu arbeiten.

Ein langer, unsteter Weg – aber ich weiß, dass er zum Ziel führt :-).

Mit meinem Buch möchte ich dazu beitragen, Bewusstsein zu schaffen für Bedürfnisse hochsensibler Menschen, vor allem Kinder, in einer Gesellschaft, die diesbezüglich noch wenig Bewusstsein hat.

Je mehr wir hochsensiblen Menschen unser Potential leben und in die Welt einbringen können, umso mehr helfen wir mit, eben dieses Bewusstsein hervorzubringen.

Literatur über das Thema Hochsensibilität gibt es mittlerweile zahlreich.

Ich wollte mich als ehemalige Lehrerin und Mama eines hochsensiblen Sohnes vor allem dem Thema Kinder und Schulalltag annehmen.

Schule als Organisationsform mit starren und zumeist alten Strukturen ist für die meisten unumgänglich.

Ich bin überzeugt davon, dass sich auch das Schulsystem (so wie alle anderen starren und leidvollen Strukturen in Zukunft verändern (müssen).

Hochsensible Kinder können hier richtungsweisend sein, indem sie aufzeigen, was unbedingt beachtet werden muss und welche Bedürfnisse unsere Gesellschaft (wieder) ernst nehmen muss.

Jetzt aber leben wir noch in einem Alltag, der bestimmt ist von Stress – zu viel, zu laut, zu intensiv, zu schnell, zu unpersönlich und vor allem zu verstandesorientiert.

Mit meinem Buch möchte ich dazu beitragen, noch ein bisschen mehr in das Thema Hochsensibilität einzutauchen, und noch ein bisschen genauer wahrzunehmen, welche komplexen Aspekte hier Beachtung brauchen. Ich zeige einfache Möglichkeiten auf, sich selbst und sein hochsensibles Kind zu unterstützen auf einem Weg, der wichtig ist, um unsere Zukunft zu gestalten.

 

 

Gastartikel von Autorin Birgit Böhm: Vom “Ruf des Abenteuers” und dem Weg zu einem einzigartigen Schatz

Als Biologin und Pädagogin sieht Birgit Böhm eine wichtige Aufgabe darin, Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, dass die Natur einen Schatz darstellt, den wir Menschen gut behüten sollten. Spät hat sie ihre eigene Hochsensitivität und synästhetische Wahrnehmungsweise entdeckt (mehr Information dazu im Beitrag). Seitdem liegt es ihr als Autorin am Herzen, anderen Menschen diese Phänomene durch Erzählungen nahezubringen. Auch die fabelhaften Hauptcharaktere ihrer Bücher tragen hochsensible Wesenszüge.

Die Erzählungen von Alba eignen sich
  • zum Selberlesen ab circa 10 Jahren,
  • zum Vorlesen auch für jüngere Schulkinder
  • für Erwachsene, die sich als “feinsinnig” einschätzen und die einen Blick zurück in die jungen Jahre hs Persönlichkeiten werfen möchten
  • als Familienlektüre in hochsensiblen Familien

Lass Dich verzaubern 🙂

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Die Raunächte mit ihrem ganz eigenen Zauber sind vorbei. Wie jedes Jahr seit Jugendzeiten haben sie ihre Wirkung auf meine Gefühle und Gedanken entfaltet: Mit Spannung und Vorfreude fühle ich mich nun bereit, mein wichtigstes Projekt für 2017 beherzt umzusetzen.

Meine Naturverbundenheit verdanke ich wohl meiner Kindheit in den 50er und 60er Jahren in Norddeutschland. Eingebunden in solide familiäre Strukturen, mit einer fürsorglichen Großmama, die mit mir im Sommer geduldig Blumen am Deich pflückte und im Herbst bunte Blätter sammelte, durfte ich weit gehend im eigenen Tempo groß werden. Die Nähe zur Nordsee mit ihren gefährlichen Sturmfluten lehrte mich früh den Respekt vor den Naturgewalten.

Waldrebe

Die Gemeine Waldrebe: Sie sollte später als „Zauberpflanze“ in meine Fantasy- Welt eingehen.

Dachs

Der Europäische Dachs: Er wurde zur Figur des „Fulgur“ in meiner Fantasy- Welt.

 

Diese enge Beziehung zur Natur beeinflusste auch meine Berufswahl.

Ich wurde Realschullehrerin mit Schwerpunkt Biologie, ging aber daneben künstlerischen Neigungen mit Kunst und Textilem Werken nach sowie meiner Liebe zu Büchern und Filmen. Nach Zeiten von Familienarbeit mit zwei Kindern, beruflicher Selbstständigkeit und als Sachbuchautorin erwarb ich an der Uni Kiel das Diplom in Schulpädagogik.
Mit frisch erworbenem Wissen in Psychologie, Soziologie, Pädagogik und beeindruckt von Wilhelm von Humboldts Bildungstheorie unterrichtete ich voller Elan: Biologie und Deutsch, Textillehre und Kunst.

Im Deutschunterricht meiner 6. Klasse wurde im Jahre 2006 die Idee geboren, eine Fantasy-Reihe für Kinder zu schreiben. Eine Schülerin hatte Cornelia FUNKEs „Tintenherz“ vorgestellt und ein Schüler schwärmte von Schullektüre „mit Einhörnern und so“. Als Pädagogin mit Liebe zur Biologie und Faible für TOLKIEN widmete ich fortan Ferienzeiten diesem Projekt: Eine spannende Heldenreise sollte jungen Lesern Möglichkeit zur Identifikation bieten und „nebenbei“ Wissen aus Botanik, Zoologie, griechischer Mythologie vermitteln. Die Helden: das norddeutsche Mädchen „Alba“ (12 Jahre) und der italienische Junge „Tonio“ (13 Jahre).

Alba

„Alba Brunnstein“

Schwebende Sterne

„Schwebende Sterne“

 

Einhorn_Morgenröte

„Morgenröte“

Wenn ich, oft in der Stille der Nacht, am Laptop saß und einzeln Szenarien erdachte, dann war ich immer voll im Bild, im Film, mitten im Geschehen. Ich spürte die Atmosphäre, fühlte mit meinen Figuren, sah Landschaft, Tiere, Pflanzen leibhaftig vor mir. Mit Hilfe eines alten Taschenbuches für Wortfelder und Synonyme suchte ich nach den treffendsten Formulierungen, damit meine Leser möglichst dasselbe sähen wie ich.

Schattenschloss

Das „Schloss der Schatten“

Für diese leidenschaftliche Beschäftigung mit Bildern und Sprache fand ich zwei Jahre später eine verblüffende Erklärung, als ich eine Fernsehsendung über „synästhetische Wahrnehmung“ sah: Ich bin vielfache Synästhetin. Fasziniert von dem Phänomen, thematisierte ich es in einer Erzählung für Jugendliche.

(Links zum Thema „Synästhesie“: siehe Anmerkungen)

Einige Jahre später machte mich eine Psychologin auf das Phänomen „Hochsensibilität/ Hochsensitivität“ aufmerksam. Ich fühlte mich sofort angesprochen, sichtete etliche Publikationen, stellte fest: Ich bin hochsensitiv.

Eine Durchsicht meines Manuskriptes zeigte: Das Element der Hochsensitivität war in Schreibstil und Inhalt meiner Erzählung eingeflossen, die Hauptfiguren „Alba“ und insbesondere „Tonio“ trugen entsprechende Persönlichkeitszüge. Eine sehr aufwühlende Entdeckung für mich, die ich zur Schöpfung meiner Figuren auch eigene Jugenderinnerungen herangezogen hatte!

So „eigen“ die Hauptfiguren, so außergewöhnlich die Reise in die wundersame Gegenwelt. Alba folgt ihrem Freund Tonio eher widerstrebend in diese Welt der „Elben“ mit unberührter Natur und geheimnisvollen Bewohnern. Dabei ahnt sie nicht, worin das eigentliche Ziel dieser Heldenreise besteht. Je tiefer die beiden in die „Welt der tausend Tore“ eintauchen, desto deutlicher wird die gegenseitige Abhängigkeit beider Welten.

Leseprobe 1:

„Wenig später standen Tonio, Alba und der Signore um das Wasserbecken herum. Ein warmer, seidiger Nachtwind wehte durch Frau Miros Garten. Der Mond stand als scharf umrissene, silberfarbene Sichel am tintenblauen Abendhimmel. Ein eigenartiges Zwielicht fiel durch das Blätterdach des alten Walnussbaumes. Ein einzelner Vogel zwitscherte in seinem Geäst.

Irgendwo huschte ein kleines Tier durchs trockene Gras. Alba spürte, dass an diesem Abend etwas Magisches von dem Becken ausging; es schien lautlos in jeden Winkel des Gartens zu strömen. Aufbruchstimmung, dachte sie, und schluckte trocken.
‚Keine Angst’, flüsterte Tonio ihr zu. ‚Horch auf das Rauschen der Blätter. Der Baum spricht zu uns: Wir sollen vertrauen.“ (aus: Alba Brunnstein – Das Geheimnis der tausend Tore. S. 103. FIORELLA. Uetersen 2013)

Leseprobe 2:

„Während Alba vergeblich nach Antworten suchte, veränderte sich das Bild des Weihers, das sie die ganze Zeit vor Augen hatte: Langsam, aber unaufhörlich und in immer schnellerer Folge leuchteten kleine, weiße Lichtpunkte auf der schwarzen Wasseroberfläche auf. Es war beinahe, als stürzten Sternschnuppen aus den dunklen Höhen des Himmels in den Weiher hinein. Zugleich näherte sich ein tiefes Rauschen …“ (aus: Alba Brunnstein – Die Befreiung der tausend Tore. S. 233. FIORELLA. Uetersen 2015)

Nun widme ich mich dem Manuskript für Band 3:
“Alba Brunnstein – Das Herz aus liebendem Gold“.

Guido

Natürlich wieder dabei: „Guido, der Mitternachtskobold“

 

Portrait_Autorin_BirgitBöhm

Birgit Böhm Autorin

Uetersen, am 11. Januar 2017

 

Anmerkungen:

Alle Abbildungen unterliegen dem Copyright des FIORELLA Verlages. Mehr im Internet unter: www.alba-brunnstein.de
Bezugsquelle: www.fiorella-verlag.de

Links zum Thema „Synästhesie“:

www.welt.de/gesundheit/psychologie/article148866017/Wie-Menschen-mit- Synaesthesie-die-Welt-wahrnehmen.html
www.eliane-reichardt.de

 

“Schluss mit JA, ABER….” – Lebst Du in Deinem eigenen Tempo?

Nein. Das hier ist kein Blogbeitrag über das Reduzieren von Stress, über Burn Out Prävention oder ein Apell fürs Meditieren. Solche sehr wertvolle Beiträge gibt es schon zuhauf.

Ich möchte Dich heute ein bisschen provozieren, Dich zum Nachdenken anregen und mit Dir meine ganz persönlichen Erfahrungen teilen, die mir geholfen haben MEIN Tempo als hochsensibler Mensch im Leben zu finden und zu akzeptieren.

Warum das auch für DICH wichtig sein kann?

Nun, wenn Du es schaffst, Dein Leben in Deinem eigenen Tempo und Deinem eigenen Rhythmus zu leben, dann

…hast Du es geschafft, Dich selbst und Deine eigenen Bedürfnisse zu spüren und wichtig zu nehmen.

…hast Du gelernt „NEIN“ zu sagen.

…kannst Du ein großes Vorbild sein (vor allem für Deine Kinder), weil Du anderen zeigst, dass sie selbst für ihre Lebenszeit verantwortlich sind und diese selbstverantwortlich gestalten können.

…leistest Du einen entscheidenden Beitrag dazu, auch unserer auf „Funktionieren“ und „Leistung“ ausgerichteten Gesellschaft ein wenig Druck rauszunehmen.

Das ist doch was, oder?

Ja, der Weg dahin ist lang und oft auch beschwerlich, aber…..er lohnt sich :)!

Lass mich Dir zunächst ein paar persönliche Fragen stellen:

  • Wie oft hast Du letzte Woche gesagt oder gefühlt, dass du im Stress bist (und damit meine ich diesen Stress, den Körper und Seele als belastend empfinden)?
  • Wie oft hast Du in letzter Zeit gesagt: „Ich würd ja gern, aber leider fehlt mir die Zeit…“?
  • Wann hast Du Dich das letzte Mal so richtig entspannt und im besten Sinne „planlos“ gefühlt – also ohne ständig Gedanken im Kopf zu haben, was als nächstes zu tun ist?
  • Wann hast Du das letzte Mal ein Bedürfnis Deines Körpers wahrgenommen und es auch erfüllt, zum Beispiel Dir ein gutes gesundes Essen gekocht, einen Spaziergang gemacht, in Ruhe ein Buch gelesen, einen Film ohne Unterbrechung angesehen….?

Keine Angst, ich sag´ Dir jetzt nicht

…dann lass doch mal den Berg schmutziges Geschirr stehen und tu es einfach

oder

…dann schraub´ mal Deine Ansprüche runter, immer alles gut und perfekt machen zu wollen

oder dergleichen.

Ich weiß wie schwer das ist. Und ich sehe auch keinen Sinn darin, etwas, das einem wichtig ist, nicht zu tun, um etwas, das einem auch wichtig ist, tun zu können.

Das bringt nichts. Und schon gar keine Entspannung.

NUR…und jetzt sei bitte ganz ehrlich zu Dir selbst:

  • Ist es DIR wichtig, dass das schmutzige Geschirr weggeräumt wird (das verstehe ich total, denn ich halte Unordnung überhaupt nicht aus :)) oder tust Du es, weil Du es so gelernt hast und es sich „so gehört“?
  • Ist es DIR wichtig, Deinen Ansprüchen gerecht zu werden, weil es einen inneren Antrieb in Deinem Leben manche Themen betreffend gibt, der es einfach nicht zulässt, Deine Ansprüche runter zu schrauben (….und das ist etwas Wunderbares, wenn Du Herzensthemen hast, für die du „brennst“…), oder ist es dieses

… „Aufrechterhalten eines Zustandes, der immer so war und einfach der Norm entspricht“?

… „beweisen Wollen, dass du „gut“ bist und alle Anforderungen und Ansprüche unter einen Hut bringen kannst, also praktisch ein Suchen nach Anerkennung von Außen?“

Gar nicht so einfach zu beantworten, oder?

Aber jetzt die wichtigste aller Fragen:

 

  • Schaffst Du es, DICH wichtig genug zu nehmen, um DEINE Zeit in DEINEM Tempo zu gestalten, achtest Du DEINE Bedürfnisse und schätzt Du Dich so wie Du bist?

 

JA? Das ist GROSSARTIG!!

NEIN? Dann hast Du vielleicht gerade eine Lebensphase mit noch eher kleineren Kindern, die sicher viel von Deiner Zeit fordern und es oftmals erschweren, das eigenen Tempo zu leben – ABER: dafür ist diese Zeit wunderschön und wenn Du auch dabei genug auf Dich und Deine Bedürfnisse achtest, bist Du sowohl für Deine Kinder ein Vorbild und zum anderen gelingt es Dir, wenn die Kinder größer werden, wieder sehr leicht, in DEINEN Rhythmus zu finden

oder

Dein NEIN ist noch ein NEIN zu Dir selbst.
Und wenn das der Fall ist, helfen Dir auch keine Stressreduktionsprogramme, keine Meditationen und auch keine noch so gut gemeinten Ratgeber.

 

UM IN DEINEM TEMPO ZU LEBEN, MUSST DU JA ZU DIR UND DEINEN BEDÜRFNISSEN SAGEN KÖNNEN – AUS GANZEM HERZEN!

 

UM IN DEINEM TEMPO ZU LEBEN, MUSST DU RAUS AUS DER „OPFERROLLE“ UND DEIN „HELFERSYNDROM“ ABLEGEN!

 

UM IN DEINEM TEMPO ZU LEBEN, MUSST DU AUFHÖREN EIN SCHLECHTES GEWISSEN ZU HABEN, WENN DU ES DIR GUT GEHEN LÄSST!

Ganz schön provokant, oder?

Vor allem weil wir es doch ALLE (vor allem in der Generation um die 40+) meistens noch so gelernt haben: „Das Leben verlangt nun mal einiges von uns“, „da müssen wir halt durch“ und „das ist eben so.“ Kennst Du diese Aussagen auch?

Ja, ich provoziere ein bisschen – ich weiß wie beschwerlich und mühsam Veränderung sein kann, ABER: Es ist mein tiefster Wunsch, dass unsere Gesellschaft aus dem selbstgemachten Stress, Leistungsdruck und Hierarchiedenken wieder zurückfindet zu selbstbestimmten Individuen, die ihr Leben selbstverantwortlich leben und in ihrem Tempo das, was sie am Besten können, also ihr ureigenes Potential, in die Welt einbringen.

Ja, ich habe schon oft gehört, dass ich (zu) idealistisch bin, aber ich weiß, dass es geht. Ich habe mich Schritt für Schritt meinem Tempo angenähert. Für mich als hochsensibler Mensch war es immer eine besondere Herausforderung, dem Stress des Lebens standzuhalten. Ich möchte Dir Mut machen.

Mut zur Ehrlichkeit und Mut zur Langsamkeit!

Ein Weg ebnet sich auch durch kleine Schritte und vielleicht möchtest Du ja mal versuchen in nächster Zeit

…bewusst wahrzunehmen, ob Du Deinen Alltag größtenteils in Deinem Tempo lebst.

…hinzuspüren, welche Bedürfnisse Dein Körper hat und ob Du sie größtenteils erfüllst.

…ehrlich hinzuschauen, wo Du „funktionierst“ und wo Du „Dein Ding“ machst (und ja, natürlich können nicht alle unsere Alltagstätigkeiten „unser Ding“ sein, aber sie gehen leichter von der Hand, wenn wir das Drumherum zu unserem eigenen Wohl für uns gestalten).

…wahrzunehmen in welchen Bereichen Deines Lebens Du etwas verändern kannst, um mehr in Deiner Mitte und damit auch in Deinem Tempo zu sein .

Und zu guter Letzt doch noch eine Anmerkung zur vielzitierten Stressreduktion:

In einer deutschen Zeitung habe ich gelesen, dass wir durchschnittlich 80 Mal am Tag auf unser Handy schauen – 80 Blicke auf unser Handy, daraus resultierende Reaktionen bzw. Handlungen unterstützen wohl die Schnelllebigkeit unserer Zeit, das eigene Tempo wahrzunehmen wird dadurch wahrlich erschwert. Also, wie wäre es, einige Wege tagsüber ohne Handy zu erledigen und statt dessen auf die inneren Klingeltöne zu hören…es geht :)!

*****

In meiner Praxis „MEIN TEMPO“ unterstütze ich Menschen durch Shiatsu, Körperarbeit und Beratung, wieder ihr Tempo im Einklang mit ihrem Körper zu leben.

Vor allem nach Stresserkrankungen wie Burn Out, Depressionen oder sonstigen sehr anstrengenden Lebensphasen arbeiten wir daran, Körper und Seele wieder in Einklang zu bringen und Regeneration zu ermöglichen.

Das Akzeptieren und Achten der eigenen Bedürfnisse steht im Vordergrund.

 

 

 

“Schlaf gut!” – 7 Herangehensweisen, achtsam mit den Schlafbedürfnissen unserer hochsensiblen Kinder umzugehen

Der Abend naht. Die gewünschte Ruhe auch. Die Antennen unserer hochsensiblen Kinder sind überstrapaziert. Wieder ein Tag mit unendlich vielen Eindrücken, Erlebnissen und damit verbundenen Gefühlen. Jetzt endlich zur Ruhe kommen. Gleichermaßen notwendig für Kinder und Eltern. Aber, dann:

“Mama, ich kann nicht schlafen!”

“Mein Bauch tut weh!”

“Papa, ich brauch noch was zu trinken!”

“Kann ich zu dir ins Bett?!”

“Ich hab´Angst!”

Hochsensible Kinder zur Ruhe zu bringen, ist oft eine besonders schwierige Herausforderung. Abends kommt es oft zum Supergau aus noch nicht verarbeiteten Eindrücken, damit verbundenen Unruhezuständen und oftmals auch Angst. Es ist nur verständlich, dass wir als Eltern oftmals mit Ärger und Unverständnis reagieren, sehnen wir uns doch selbst abends nach unserer wohlverdienten Ruhe. Manchmal fallen uns dann irgendwelche Ratgeber in die Hand, die uns vermitteln, dass wir mit der richtigen Konsequenz und Durchsetzungskraft unser Kind dauerhaft im eigenen Bett ohne viel “Tamtam” zur Ruhe bringen können. Wir probieren es aus und es fühlt sich doch irgendwie nicht richtig an. Wir fühlen, dass unser Kind Bedürfnisse hat und stehen vor der Herausforderung, diesen bestmöglich zu begegnen und dabei auch auf unsere eigenen Grenzen zu achten.

Vielleicht helfen folgende Herangehensweisen dabei, das Schlafen und zur Ruhe kommen für unser Kind und uns selbst harmonisch zu gestalten:

  1. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind fixe Schlafenszeiten (sofern das altersmäßig bereits möglich ist). Fixe Zeiten geben Struktur, Halt und Sicherheit. Machen Sie Ihr Kind rechtzeitig abends darauf aufmerksam, dass bald Schlafenszeit ist. Ihr Kind kann sich gut darauf einstellen und darauf vorbereiten, dass die “Antennen und Systeme runtergefahren werden”.
  2. Bevor sich Ihr Kind ins Bett legt, helfen Sie ihm durch die Schüttelübung den vergangenen Tag abzustreifen, um so besser zur Ruhe zu kommen. Dazu stellt es sich hüftbreit und die Knie etwas gebeugt auf den Boden und beginnt nun aus den Knien heraus, den ganzen Körper durchzuschütteln. Dabei können Sie Ihr Kind anleiten, alles was es tagsüber aufgenommen hat und nicht mehr braucht, in den Boden zu schicken. Kindern macht es noch mehr Spaß, wenn Sie als Eltern diese Übung mitmachen und auch mit lautem und betontem Ausatmen begleiten.
  3. Wenn Ihr Kind im Bett liegt, setzen Sie sich noch einige Zeit zu ihm. Reden Sie in angenehmer, entspannter Atmosphäre über den verbrachten Tag. Fragen Sie ihr Kind: “Was hat dir heute am besten gefallen?” und “Was hat dir gar nicht gefallen?” Sie helfen Ihrem Kind so, die Eindrücke zu verarbeiten und stärken sein Selbstbewusstsein durch Ihr Interesse und Ihre Aufmerksamkeit.
  4. Verwenden Sie, wenn Ihr Kind im Bett liegt, noch einige Zeit für Körperkontakt. Besonders gut eignen sich jene Minuten, nachdem Ihnen Ihr Kind von den Eindrücken des Tages erzählt hat. Sie helfen so dem Körper Ihres Kindes beim Verarbeiten der Informationen, egal ob Füße massierend, streichelnd oder vorsichtig mit einem kleinen Ball den Körper abrollend.
    Die Knöchel und der Bereich um die Achillessehne sind besonders wichtige Stellen, um den Körper zur Ruhe zu bringen.
  5. Stellen Sie immer ein Glas Wasser für Ihr Kind bereit. Sollte Ihr Kind nicht gleich zur Ruhe finden, sagen Sie ihm, dass es immer dann, wenn es noch nicht gut einschlafen kann, einen Schluck Wasser trinken soll. Wasser hilft, das Stresshormon Cortisol, das in hochsensiblen Körpern im Übermaß vorhanden ist, abzubauen.
  6. Haben Sie keine Angst davor, das Falsche zu tun, wenn Sie Ihr Kind im eigenen Bett schlafen lassen bzw. Ihrem Kind nachts erlauben, ins Bett zu kommen. Die meisten Erwachsenen bevorzugen Doppelbetten und wollen nicht alleine schlafen. In früheren Zeiten war es völlig normal, dass die ganze Familie gemeinsam schläft. Auch wenn viele hochsensible Menschen früher oder später den Wunsch verspüren, ein Bett für sich alleine oder besser noch einen ganzen Raum für sich alleine zu haben, ist es doch bei den meisten hochsensiblen Kindern so, dass sie sehr oft das Bedürfnis haben, die ganze Nacht körperliche Nähe zu spüren. Das gibt Sicherheit und mindert Angstzustände, die gerade bei hochsensiblen Kinder aus unterschiedlichen Gründen (näheres in einem eigenen Blogbeitrag) sehr häufig auftreten.Heutzutage herrscht herrscht leider immer noch oft die Meinung vor, dass Kinder lernen müssen, in ihrem eigenen Bett zu schlafen, dass man sie “verhätschelt”, wenn man sie in der Nacht mit zu viel Nähe verwöhnt und dass man ihre Selbständigkeit damit verhindert. Ich bin überzeugt davon, dass man nichts “Falsches” tut, indem man das intuitive, ganz natürliche Bedürfnis nach Nähe während der (bedrohlichen) Schlafphase unterstützt. Ja, es ist eine Herausforderung als Eltern jede Nacht ein (oder mehrere) Kinder bei sich im Bett liegen zu haben und es erfordert einiges an Anstrengung, damit gut umzugehen, aber: die Geborgenheit und natürliche Nähe, die Sie Ihrem Kind damit ermöglichen, ist es allemal Wert. Haben Sie keine Angst davor, Ihr Kind nicht mehr aus dem elterlichen Bett zu bekommen…das funktioniert 🙂
  7. Sagen Sie Ihrem Kind JEDEN Abend, zum Beispiel bevor Sie aus seinem Zimmer gehen: ICH HAB DICH LIEB <3

Still jetzt

Die Flügel meiner Seele umschließen dich leise.
In deinem zarten Gesicht, ganz in deine eigene Welt versunken, spiegelt sich meine ungeahnte Kraft.
Still jetzt, Wunder sind zerbrechlich.
Doch selbst wenn du die Augen öffnest, halten dich meine Flügel geborgen.

(geschrieben neben meiner schlafenden Babytochter vor mittlerweile 13 Jahren)

Wenn Sie mehr zum Thema Unruhe und Schlafschwierigkeiten bei hochsensiblen Kindern wissen möchten, habe ich 43 wertvolle Tipps in einem eBook zusammengefasst. Bis Sonntag 10.6.208 um 20:00 Uhr ist das eBook zum Vorteilspreis von 16 EUR (statt später 20 EUR) erhältlich 🙂
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