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Hochsensible Mamas – Ein Appell an Deine besondere Aufgabe im Leben Deines Kindes!

  • Bist Du Mama?
  • Oft erschöpft?
  • Fühlst Du Dich in vielen Situationen hilflos?
  • Leidest Du viel mit Deinem Kind?
  • Möchtest Du Dein Kind vor dem Leben beschützen?
  • Fällt es Dir schwer, Dein Kind in „diese“ Welt zu entlassen?

JA?

Dann gehörst Du wahrscheinlich so wie ich zu jenen hochsensiblen Müttern, die ihr Kind um jeden Preis davor bewahren wollen, die negativen Erfahrungen, die wir selbst erlebt haben, durchmachen  zu müssen.

Gut so! Und vollkommen verständlich.

Ich könnte mir vorstellen, dass Du auch eine Mama bist, die sich sehr stark in ihr Kind einfühlen kann, die seine Gefühle noch vor allen anderen „liest“, manchmal sogar noch bevor Dein Kind sich derer bewusst ist.

Ich könnte mir vorstellen, dass Du eine Mama bist, die große Schwierigkeiten damit hat, wenn Dein Kind in der Schule oder im Kindergarten Menschen und Situationen ausgesetzt ist, die Du nicht gutheißen kannst.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Du Dich manchmal selbst verlierst und Deine Bedürfnisse sehr vernachlässigst, damit es Deinem Kind gut – oder sagen wir besser – geht.

Hab ich Recht? Ich kenne das alles!

Du bist wunderbar in Deiner Sensibilität!

Dein hochsensibles Kind hat bei Dir alles, was es braucht, um verstanden, in seiner Persönlichkeit akzeptiert und wahrgenommen zu werden. Alles Aspekte, die Du bei Deiner eigenen Mama womöglich (schmerzlich) vermisst hast. Es waren andere Zeiten und andere Umstände.

Also – Du bietest Deinem hochsensiblen Kind die besten Voraussetzungen, um eine selbstbewusste, starke und gleichzeitig sanfte und sensible Persönlichkeit zu entwickeln. Das ist großartig! Und wenn Du jetzt meinst, dass das ja alles schön und gut ist, aber Dich diese Großartigkeit doch jede Menge Kraft, Ressourcen und Mühen kosten, dann möchte ich Dir mit diesem Beitrag Mut machen und Dich bestärken, dass Du die beste Mama für Dein hochsensibles Kind bist,

…auch und vor allem, wenn Du Deine Bedürfnisse achtest, …auch und vor allem, wenn Du in Deiner Mitte bist,

…auch und vor allem, wenn Du vertraust, dass Dein Kind seinen eigenen Weg gehen wird,

…auch und vor allem, wenn Du Deinem Kind das Bewusstsein und die Stabilität vermittelst, die Du bei ihm sehen möchtest.

 

 

Und wenn Du Dich jetzt fragst, wie das gehen soll und wie Du es schaffen kannst, Dein hochsensibles Kind Schritt für Schritt in diese so wenig unterstützende Welt zu entlassen, dann möchte ich gerne meine Erfahrungen mit Dir teilen und Dir ein paar Impulse für Deinen Weg als hochsensible Mama mitgeben.

VERTRAUE!

Je nachdem, was wir in unserer Kindheit erfahren haben und wie viel Grundvertrauen wir mitbekommen haben, handeln wir in unserem späteren Leben auch aus diesem Vertrauen heraus.
Mamas, die wenig vertrauen in sich und das Leben als solches haben, neigen auch dazu, ihrem Kind oftmals nicht das Vertrauen entgegenzubringen, das es braucht, um eine selbstbewusste und stabile Persönlichkeit zu entwickeln.

Versuche Dein Vertrauen immer wieder zu stärken, indem Du Dich selbst herausforderst, Dein Kind Schritt für Schritt loszulassen, seine eigenen (auch leidvollen) Erfahrungen machen zu lassen.

Ich habe in diesen Situationen immer folgende Sätze im Kopf: „Ich vertraue meinem Sohn. Es ist sein Weg, den er geht. Ich kann ihm diesen Weg nicht abnehmen. Ich kann ihn beim Gehen unterstützen.“

Je mehr Du in Deiner Stabilität und im Vertrauen bist, desto stabiler und vertrauensvoller kann Dein Kind seinen Weg gehen.

KÜMMERE DICH UM DICH!

Es führt zu nichts, wenn Du Dich selbst aufgibst und verlierst, weil Du Dich über Dein Kind identifizierst. Dein Kind leidet mit Dir, anstatt ihm sein Leid und seine Erfahrungen, die es zu machen gilt, nehmen zu können.

Kümmere Dich darum, dass es DIR gut geht. Schau gut auf Dich und sorge gut für Dich. Dann wird Dein Kind lernen, das auch für sich zu schaffen.

Lass los – auch wenn der Trennungsschmerz groß ist. Gönn Dir Auszeiten, Alleinzeiten und liebevolle Aufmerksamkeiten.

SCHAU IN DEN SPIEGEL, DEN DEIN KIND DIR VORHÄLT!

Oftmals ist es doch so, dass wir uns als Mamas fragen, was mit unseren Kindern bloß los ist, wenn sie auf einmal wütend, aggressiv oder sonst wie sehr stark auf Situationen reagieren.

Achtung – Dein hochsensibles Kind ist Dein Spiegel! Alle Emotionen, die Du womöglich nicht auslebst oder die in Dir schlummern, kann Dein Kind empfangen und „für Dich“ an die Oberfläche bringen.

Auch Verhaltensweisen, die Du bei Dir ablehnst oder die bei Dir mit negativen Emotionen verbunden sind, kann Dir Dein Kind vor Augen führen, indem es Dich immer wieder herausfordert hinzuschauen.

Wir Mamas neigen dann vielleicht dazu zu sagen: „Ach, mein armes Kind, wie gerne möchte ich Dir das ersparen!“ – in Wirklichkeit wollen wir es uns nur selbst ersparen. Wir dürfen also aufmerksam hinschauen und anfangen, unser eigenes inneres Kind zu bemerken.

Dazu habe ich vor einiger Zeit einen eigenen Beitrag geschrieben.

WANDLE DEIN LEID IN DEINE STÄRKE UM!

Du bist unendlich stark. Stark in Deinem Leid, das Dich viel Kraft kostet. Nutze diese Kraft ins Positive!

Lebe Deinem Kind das Leben vor, in dem Du es gerne sehen würdest. Auch wenn die Gesellschaft da draußen nicht förderlich ist für die Bedürfnisse hochsensibler Menschen. Hilf mit, dass auch Dein Kind seine Aufgabe in diesem Chaos findet, um dazu beitragen zu können, dass sich was verändert.

LEBE DEINE GROSSARTIGKEIT!

Schütze Dein Kind wo es notwendig ist und lass es frei so oft es geht!

Aus eigener Erfahrung weiß ich gut, wie leicht es ist, all das zu schreiben oder zu lesen, und wie schwer und herausfordernd es sein kann, das umzusetzen.

Ich möchte Dich bestärken, diesen Weg Schritt für Schritt und mit immer mehr Bewusstsein die Verbindung zwischen Dir und Deinem Kind betreffend zu gehen.

Ich wünsche Dir aus ganzem Herzen die Kraft und die Stabilität, Eure Wege zu gehen. Manchmal ist es der gleiche und oftmals ein ganz anderer 🙂

Vielleicht interessiert Dich auch dieses Video zum Thema, das ich vor einiger Zeit aufgenommen habe:

Schreib doch bitte in die Kommentare, ob auch Du so ein starkes Band zwischen Dir und Deinem Kind wahrnimmst und was Eure Herausforderungen damit sind!

Danke für die Zeit, das zu lesen!

herzlich,

Karin

Hilfe Pubertät! – 5 Gedanken, die Dich beim Umgang mit Deinem hochsensiblen pubertierenden Kind unterstützen können

“Guten Morgen, mein Schatz – gut geschlafen?”
Ein grantiges Gesicht als einzige Antwort darauf. Danach sofort ein: “Wo sind meine Fußballschuhe?”
“Da, wo Du sie gestern ausgezogen hast, mein Schatz!”
“Ich hab´Hunger!”
“Was möchtest Du frühstücken, mein Schatz?”
“Weiß nicht. Mach mir was!”

Spätestens jetzt spüre ich, wie meine Gelassenheit die Geduldsprobe nicht besteht.
“Kannst Du vielleicht bitte sagen, wenn Du Etwas von mir möchtest!? Und überhaupt – ich bin nicht Deine Dienstbotin!!”

Wenn darauf eine Antwort zurückkommt, dann: ” Sei nicht immer so genervt, Mama!!”

Ich genervt?? Wohl vielmehr erschüttert, wie schnell sich doch mein lieber, süßer und freundlicher Sohn in ein ungehobeltes grantiges Monster mit riesigen Händen und Füßen verwandelt hat!
JA, ich weiß, diese Entwicklung ist “normal” und hilft (irgendwann) beim Finden der eigenen Identität.
Ich muss in dieser Zeit sehr aufpassen, meine eigene – mühsam erarbeitete – nicht zu verlieren 🙂

Gerade als hochsensible Mama mit sehr enger Bindung zu ihrem hochsensiblen Sohn (und einem Hand zur Überidentifizierung) ist es eine riesige Herausforderung, bei mir zu bleiben und mich nicht allzu sehr auf die Stimmungsschwankungen meines pubertierenden Sohnes einzulassen. Ansonsten ist das Drama vorprogrammiert, indem wir beide uns allzu sehr in den Stimmungen und Schwingungen des jeweils anderen verlieren. Eine Dynamik, die meist darin endet, dass Türen fliegen, Wort fallen, die einem hinterher leid tun oder stundenlang eisiges Schweigen die einzige Gemeinsamkeit zwischen uns bleibt.

Kennst Du das auch?

Meine mittlerweile fast 15 jährige Tochter hat einen Großteil ihrer pubertierenden Tage bereits hinter sich (hoffe ich :). JA, es war auch herausfordernd und ich habe manchmal meine Grenzen verloren. Vor allem deshalb, weil ihre Persönlichkeit so gänzlich anders als meine ist und mir das immer wieder schmerzlich bewusst wurde – heute finde ich es großartig und ich kann viel von ihr lernen 🙂
Bei meinem 13 jährigen hochsensiblen Sohn erlebe ich es ganz anders. Es nimmt mich regelrecht ein, wenn negative Energie herrscht, wenn wir aneinander anecken und uns immer wieder aufs Neue gegenseitig herausfordern und provozieren. Das passiert nahezu automatisch und es kostet viel Kraft, aus dieser Dynamik auszusteigen und sie zu durchbrechen – eine Aufgabe, die mir als Mama aber sehr bewusst und wichtig ist. Wer sonst soll es tun 🙂 ?

Folgende Gedanken helfen mir immer wieder, aus negativen Verstrickungen auszusteigen, mehr bei mir zu bleiben und meinen hochsensiblen Sohn und seine Pubertät loszulassen. Vielleicht kannst Du auch was davon mitnehmen:

1. ZEIT

Wenn ich merke, dass Wut und Unverständnis in mir hochkommen, reagiere ich nicht sofort. Ich versuche die Welle, die da überschwappt, abzufangen, indem ich langsam bis 10 zähle. Meistens ist meine Reaktion dann weit weniger emotional und abgegrenzter.

2. ATMEN

So einfach es klingt, so schwierig ist es, wenn mich negative Schwingungen und destruktive Dynamik versuchen einzulullen. Ich merke dann sofort, wie sehr sich mein gesamter Körper verspannt und meine Atmung auf ein Minimum reduziert wird. Wir hochsensible Menschen reagieren sofort über unseren Körper. Ich achte darauf, beide Fußsohlen am Boden zu spüren und bewusst in den Bauch zu atmen. Das hilft mir, die Energie nach unten zu holen, damit sie mich nicht emotional oder voreilig reagieren lässt.

3. BERÜHRUNG

Wenn ich das Gefühl habe, mein Sohn überschreitet mit seinen Worten oder Verhaltensweisen eine Grenze, atme ich ruhig und berühre ihn meist an beiden Schultern. Das holt ihn sehr oft runter. Ich bitte ihn dann, mir in die Augen zu schauen (klappt meistens) und rede mit ihm möglichst gelassen, aber sehr bestimmt und meine Grenzen absteckend.
Zum Beispiel:”Es ist in Ordnung, dass Du heute schlechte Laune hast. Ich möchte diese nicht übernehmen. Wenn Du etwas von mir möchtest oder etwas brauchst, dann rede mit mir bitte freundlich.”

4. NICHT PERSÖNLICH NEHMEN

Etwas, das für ich als hochsensible Mama besonders wichtig ist, ist der Gedanke, dass ich es nicht persönlich nehme, wenn meine Sohn zum Beispiel schlechte Laune hat oder andere Eigenschaften an den Tag legt, die mir ein negatives Gefühl vermitteln. Ich weiß, ich neige dazu, das persönlich zu nehmen und dementsprechend emotional zu reagieren.

5. LAST BUT NOT LEAST

“Mit einer Kindheit voll Liebe kann man ein Leben hindurch die kalte Welt aushalten.”

…ein Zitat von Jean Paul (ein Pädagoge aus dem 18. Jh.)

 

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5 hochsensible Gedanken für ein ruhiges und schönes Weihnachtsfest

1 Woche vor Weihnachten.
Meine 14 jährige Tochter gibt sich entspannt der Vorfreude hin – trotz Matheschularbeit 😉 und ihre Gedanken konzentrieren sich momentan hauptsächlich auf das Thema “Was zieh`ich bloss am Heiligen Abend an??”
Mein 12 jähriger Sohn ist gerade die Unruhe in Person, launisch, zappelig und zerstreut. Pubertät und Hochsensibilität sind alleine für sich schon eine große Herausforderung – vor allem für hochsensible Elternteile wie mich 😉

Die Wintersonnenwende und die beginnenden Raunächte sind für mich jedes Jahr eine besondere Zeit. Ich spüre ganz deutlich den Wert, Altes loszulassen und mich Neuem zuzuwenden. Jedes Jahr versuche ich noch ein bisschen bewusster in diese Zeit hineinzugehen.

Heuer habe ich mir vorgenommen für die Zeit zwischen 24.12. und 6.1. Facebook loszulassen, dann das zerstreut immer mal wieder (und mehr als ich möchte) meine Aufmerksamkeit.

Oft wünsche ich sehr, dass meine Kinder mit mir in diese Ruhe eintauchen können (und wollen). Ich merke sehr stark wie sehr ich meine Erwartungen an anderen Menschen festmachen und dann gestresst und enttäuscht bin, wenn sie nicht eintreffen.

Ich habe mir einige Gedanken darüber gemacht, wie es gelingen kann, noch besser im Hier und Jetzt zu sein, um die Ruhe und den Frieden des Weihnachtsfestes mit (und trotz ;-)) meiner Familie und mit allem was SO IST auf der Welt, genießen zu können.

Vielleicht ist auch etwas für Dich dabei 🙂

  1. Ich versuche meine Erwartungen dahingehend zu verändern, dass ich mir bewusst mache, dass ICH es bin, die in ihrer Mitte sein muss, um die Ruhe, die ich mir wünsche, auch wahrnehmen zu können.
    Das bedeutet für mich, dass ich mich im Familientroubel immer wieder auf MICH besinne, meine Füße bewusst auf den Boden stelle und durchatme.
  2. Ich versuche bewusst, meine Grenzen wahrzunehmen. Ich neige sehr dazu, sofort in andere Menschen, deren Gefühle und Stimmungen einzutauchen. Das kann umso belastender sein, je näher mir der Mensch steht.
    Ich stelle mir dann vor meinem geistigen Auge meine Grenzen vor – bei mir ist das meistens so etwas ähnliches wie eine Seifenblase. ICH bestimme, was ich hineinlassen möchte.
  3. Ich liebe meine Familie genauso sehr wie ich manchmal mit allem und allen hadere. Weihnachten war für mich die meiste Zeit meines Lebens ein emotionaler Supergau, dem ich mich ausgesetzt gefühlt habe ohne ihn selbst steuern zu können.
    Ich versuche mir ganz bewusst zu machen, dass ICH SELBST es bin, die das Leben in jedem Augenblick „in der Hand hat“ und gestaltet. Meine Familie und mir nahestehende Menschen waren und sind große Lehrmeister. Auch wenn ich mir als spiritueller Mensch oft ein „anderes“ Weihnachten wünsche – ICH habe die Verantwortung, mit dem, was IST, bestmöglich umzugehen.
  4. Ich schaffe mir Raum, um zu verarbeiten. Das bedeutet, dass ich bewusst Zeit für`s Alleinsein einplane, um nach viel Interaktion rund um die Weihnachtsfeier wieder ganz bei mir anzukommen und loszulassen, was nicht bleiben soll.
    Der Ausblick auf meine Alleinzeit hilft mir, wenn ich mich zu sehr von meinen Wahrnehmungen und Eindrücken überrollt und beansprucht fühle.
  5. …und wenn es mich doch erwischt und ich gestresst, traurig, überrollt von Emotionen und Wahrnehmungen werde, versuche ich mir liebevolle Aufmerksamkeit zu schenken und mir zu sagen: „Du bist genau da, wo du sein sollst, mit allem, das gerade genau so sein soll, wie es ist. Stell dich auf den Boden, atme durch und gehe weiter – Schritt für Schritt.“

    *** VON HERZEN EINE SCHÖNE WEIHNACHTSZEIT ***

“Warum bin ich manchmal so hilflos?” – oder: Das starke Band zwischen hochsensiblen Kindern und Eltern

 

Viele von Euch kennen sicher folgende Situationen, vor allem dann, wenn Ihr selbst ein hochsensibler Elternteil seid:

  • Noch bevor Dein Kind in einer angespannten Situation zum Beispiel wütend wird, spürst Du die Wut Deines Kindes bereits am eigenen Leib. Du übernimmst sie praktisch und wirst auch selbst wütend. Das macht die Situation natürlich nur noch anstrengender für alle.
  • Du beginnst schrecklich zu leiden, wenn sich Dein Kind weh getan hat. Du spürst die Schmerzen am eigenen Körper.
  • Du gehst stark in den Widerstand, wenn Dein Kind in einer Situation ist, die Du selbst schwer aushältst – zum Beispiel das Thema Schule. Du leidest darunter, dass Dein Kind in die Schule geht.
  • Du willst Deinem Kind aus ganzem Herzen alle Themen abnehmen, unter denen du als Kind oder auch noch als Erwachsener gelitten hast oder leidest.

Das starke Band zwischen Dir und Deinem Kind ist ein wunderbares Geschenk. Es ermöglicht Dir, bestmöglich auf die Bedürfnisse Deines Kindes einzugehen. Schwierig wird es dann, wenn Du

  • dich oft gestresst und belastet fühlst.
  • das Gefühl hast, völlig hilflos den oftmals starken Gefühlen Deines Kindes gegenüberzustehen.

Folgende Aspekte können Dir dabei helfen, Dich mehr in Deine Stärke im Umgang mit Deinem hochsensiblen Kind zu bringen:

1. Der Schritt nach Außen

In belastenden und anstrengenden Situationen mit Deinem Kind kann es helfen, ganz bewusst ein paar Schritte raus aus der Situation zu machen. Entweder tatsächlich nur ein paar Schritte oder auch ganz raus aus dem Zimmer und der Umgebung. Das hilft, das starke Band ein wenig zu lockern und zu vermeiden, dass Eure Gefühle ineinander überfließen.

2. Leidensdruck hinterfragen

Wenn ich merke, dass mir eine Situation zu nahe geht und ich zu sehr leide, versuche ich mir bewusst zu machen WARUM. Oft liegt es daran, dass ich ein Problem mit der Situation einfach auch meine (negativen) Erfahrungen habe und ich das dann auf mein hochsensibles Kind übertrage. Das heißt noch lange nicht, dass mein Kind darunter genauso leidet.

3. Den eigenen Weg gehen lassen

In Situationen, in denen ich besonders gefordert bin, versuche ich mir bewusst zu machen, dass mein Kind SEINEN Weg geht, auf dem ich es “nur” begleiten kann. Ich kann ihm den Weg nicht abnehmen. Dieser Aspekt des Loslassens ist wohl einer der schwersten, aber für Eltern und Kinder sehr gesund.

4. Dein Kind als Spiegel

Diesen Punkt will ich mir oft am wenigsten anschauen, weil er doch recht schmerzlich sein kann. Ich versuche mir bei allen anstrengenden und unangenehmen Verhaltensweisen meines Kindes bewusst zu machen, dass sie ein Spiegel meiner eigenen bewussten oder unbewussten Gefühle sind. Mein Kind ist genauso stark mit mir verbunden wie ich mit ihm.

Wenn es mir gelingt, einen oder mehrere dieser Aspekte in anstrengenden Situationen zu beachten, merke ich immer sehr stark, wie sehr sich das Thema entspannt und auch etwas objektiviert.

Viel  Erfolg beim Üben :-)!

Solltest Du mehr Unterstützung wollen, freue ich mich über einen Anruf (0660/1234 376) oder ein Mail (info@hochsensibilitaet.at).

Danke auch für`s Teilen des Beitrags!

 

 

“Ich bin so wütend!!!” – Warum dieser Satz wichtig ist und wie wir gerade unsere hochsensiblen Kinder dabei unterstützen dürfen

Die Atmosphäre ist dicht. Die Anspannung ist spürbar. Ich kenne meinen hochsensiblen Sohn. Ich weiß, was jetzt passiert. Ich versuche, aus der Situation auszusteigen. Es gelingt nicht. Seine Stimme hebt sich, es wird laut im Zimmer. Er schreit, beginnt zu toben und ein Kissen zu schmeißen. Ich hole tief Luft und verlasse das Zimmer. Und das alles wegen nichts. Das ist zumindest meine Wahrnehmung.

ER sieht das anders. Ich würde ihn nicht verstehen. Er fühlt sich von mir bedrängt, kann sich nicht entfalten. So oder so ähnlich lässt er es mich wissen.

Ein Teil von mir sagt mir, dass er Recht hat. Der Teil sagt mir auch, dass ICH es mir als Kind nie zugestanden habe, wütend zu sein, zu schreien und Gegenstände durchs Zimmer zu schmeißen.

Wahrscheinlich ist es deshalb so schwer für mich. Ich konnte mit derartigen Gefühlsausbrüchen lange nichts anfangen, weil ich sie bei mir nie kennengelernt habe.

Ich gehörte zu jenen hochsensiblen Kindern, die sich zwar auch nie verstanden fühlten, aber immer sehr angepasst und auf Harmonie bedacht waren. Bevor ich es zuließ, selbst wütend zu werden, versuchte ich die Wut anderer auszugleichen. Ich war noch lieber und noch braver, um andere nicht wütend zu machen.

Meine Wut behielt ich stets fest verschlossen tief drinnen in mir.

Später fiel mir das alles auf den Kopf und es dauerte lange, bis ich erfahren habe, dass ich wütend sein darf. Ich musste lernen, auf erwachsene Art mit meiner Wut umzugehen, die ich als Kind oder Jugendliche nicht rausschreien konnte.

Also bin ich doch stolz auf meinen Sohn. Und ich beneide ihn auch ein bisschen. Dafür, dass er etwas macht, das ich mich nie getraut habe.

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Mit Gefühlen, die wir als negativ einstufen, umzugehen, ist in unserer Gesellschaft schwierig. Damit, dass vielleicht gerade diese Gesellschaftsstruktur das Auftreten solch negativer Gefühlsäußerungen begünstigt, beschäftigen sich nur wenige. Vielmehr gibt es einen großen Erwartungsdruck, einer definierten Norm zu entsprechen und sich ihr anzupassen. WARUM? Fragen dazu können kaum beantwortet werden und sind eher unerwünscht. “Das ist eben so!” ist wohl eine jener Aussagen, die vor allem hochsensiblen Menschen die größten Schwierigkeiten bereitet. Vor allem hochsensible Kinder stellen diese WARUM? Fragen in vermehrtem Ausmaß und lassen sich nur sehr schwer in das enge Korsett von Systemen drängen. Wenn es ihnen zu nahe kommt, droht Explosionsgefahr.

JA, Grenzen sind wichtig. AUCH und VOR ALLEM für hochsensible Kinder. Sie geben nicht nur einen Rahmen, sondern auch Sicherheit, sich in dieser oft unverständlichen Welt zurechtzufinden.

ABER: Wir als Eltern müssen zulassen, dass unsere Kinder diese Grenzen sprengen wollen. Das ist bei Jugendlichen in der Pubertät oder bei Kleinkindern in der Trotzphase ein natürlicher Entwicklungsschritt zur Individualisierung.

Bei hochsensiblen Kindern ist es unendlich wertvoll, dass sie lernen, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen, um sie verarbeiten zu können. Nicht nur, um ihnen spätere harte Lernerfahrungen zu ersparen, sondern auch und vor allem, um ihre zarte Persönlichkeit zu stärken und zu erden.

Wenn ich ernst genommen werde, auch in meiner Wut, kann ich weitergehen und sie produktiv nutzen. Wut und Aggression sind Antriebsfaktoren für die Entstehung von Neuem. Wenn ich sie vor der Welt verschließe, kann nichts Neues wachsen.

  • Lassen Sie Ihr Kind wütend sein. Auch schreien und toben gehört dazu.
  • Setzen Sie sich, wieder abgekühlt ist, zu Ihrem Kind und fragen, was genau der Grund für seine Wut war. Zeigen Sie Verständnis und zeigen Sie Wege, damit umzugehen.
  • Lassen Sie auch IHRE Wut zu. Leben Sie Ihrem Kind vor, damit umzugehen.
  • Vor allem: REDEN – REDEN – REDEN Sie mit Ihrem hochsensiblen Kind. Begründen Sie alles. Die meisten hochsensiblen Kinder haben ein enormes Gespür und Verständnis für Worte. Das, was Sie begründen, kann verinnerlicht werden und zu neuen Sichtweisen beitragen.

Viel Kraft dabei 🙂