Ich bin wütend und ich will nichts leisten!!!

Gestern war Elternabend.

Die Wörter und Sätze, die am häufigsten gefallen sind:

“Ihr Kind muss…”

“Leistung”

“leistungsstark”

“Leistungsdefizit”

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Ich musste mich sehr zusammenreißen, das, was sich dabei in meinem Kopf abspielte, nicht lautstark hinauszuschreien. Deshalb MUSS ich meinen Gedanken jetzt und hier Luft machen.

  1. Die Geschichte hat uns vieles beigebracht. Das, was immer noch total im Argen liegt, ist der Gedanke, dass Menschen wie Maschinen vom Schulsystem programmiert werden, um in ein leistungsstarkes Wirtschaftssystem zu passen.
  2. Nur wer leistet, ist auch WERT-voll. Mindestens Durchschnittsleistung zu bringen, hilft dem System, sich zu erhalten. Guter Durchschnitt bringt gut in Systeme passende Menschen (Maschinen).Wir haben immer noch nicht verstanden, dass der Wert eines Menschen in den ganz individuellen persönlichen Talenten und Begabungen liegt. Ich muss nichts leisten, sondern darf meine Begabungen in die Welt einbringen. Diese Begabungen liegen zu oft zu weit weg von den normierten Leistungsstandards (was für ein Wort in Verbindung mit Menschen) des Schulsystems, sind demnach nichts wert.
  3. Herausragende Abweichungen der Durchschnittsleistung bedeuten immer noch “Da ist ein Fehler in der Programmierung, hier brauchen wir ein ‘reset’, damit das Ding (‘Mensch’) wieder funktioniert.”

Ich wünsche mir aus ganzem Herzen, vor allem für meinen hochsensiblen Sohn in diesem Schulsystem, dass der technische Begriff “Leistung” irgendwann abgelöst wird von dem, dem eigenen Verstand und Herzen entspringenden Talent, sich als Mensch in die Welt einzubringen. Mit unterschiedlichsten Begabungen, die nicht mehr an einem Durchschnitt gemessen werden, sondern am WERT für jedes einzelne Individuum.

Ein erforderlicher Umbruch im gesamten Denken, im Schulsystem und im Wirtschaftssystem.

Ich habe vor kurzer Zeit meine Anstellung als Lehrerin endgültig gekündigt. Hochsensible Menschen sind schon im frühen Kindesalter keine Systemerhalter. Im besten Fall tragen sie dazu bei, Systeme zu hinterfragen und zu verändern, aufzuzeigen wo Lücken liegen und wo sich der Horizont eines Systems erweitern darf.

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