Gastartikel von Autorin Birgit Böhm: Vom “Ruf des Abenteuers” und dem Weg zu einem einzigartigen Schatz

Als Biologin und Pädagogin sieht Birgit Böhm eine wichtige Aufgabe darin, Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, dass die Natur einen Schatz darstellt, den wir Menschen gut behüten sollten. Spät hat sie ihre eigene Hochsensitivität und synästhetische Wahrnehmungsweise entdeckt (mehr Information dazu im Beitrag). Seitdem liegt es ihr als Autorin am Herzen, anderen Menschen diese Phänomene durch Erzählungen nahezubringen. Auch die fabelhaften Hauptcharaktere ihrer Bücher tragen hochsensible Wesenszüge.

Die Erzählungen von Alba eignen sich
  • zum Selberlesen ab circa 10 Jahren,
  • zum Vorlesen auch für jüngere Schulkinder
  • für Erwachsene, die sich als „feinsinnig“ einschätzen und die einen Blick zurück in die jungen Jahre hs Persönlichkeiten werfen möchten
  • als Familienlektüre in hochsensiblen Familien

Lass Dich verzaubern 🙂

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Die Raunächte mit ihrem ganz eigenen Zauber sind vorbei. Wie jedes Jahr seit Jugendzeiten haben sie ihre Wirkung auf meine Gefühle und Gedanken entfaltet: Mit Spannung und Vorfreude fühle ich mich nun bereit, mein wichtigstes Projekt für 2017 beherzt umzusetzen.

Meine Naturverbundenheit verdanke ich wohl meiner Kindheit in den 50er und 60er Jahren in Norddeutschland. Eingebunden in solide familiäre Strukturen, mit einer fürsorglichen Großmama, die mit mir im Sommer geduldig Blumen am Deich pflückte und im Herbst bunte Blätter sammelte, durfte ich weit gehend im eigenen Tempo groß werden. Die Nähe zur Nordsee mit ihren gefährlichen Sturmfluten lehrte mich früh den Respekt vor den Naturgewalten.

Waldrebe

Die Gemeine Waldrebe: Sie sollte später als „Zauberpflanze“ in meine Fantasy- Welt eingehen.

Dachs

Der Europäische Dachs: Er wurde zur Figur des „Fulgur“ in meiner Fantasy- Welt.

 

Diese enge Beziehung zur Natur beeinflusste auch meine Berufswahl.

Ich wurde Realschullehrerin mit Schwerpunkt Biologie, ging aber daneben künstlerischen Neigungen mit Kunst und Textilem Werken nach sowie meiner Liebe zu Büchern und Filmen. Nach Zeiten von Familienarbeit mit zwei Kindern, beruflicher Selbstständigkeit und als Sachbuchautorin erwarb ich an der Uni Kiel das Diplom in Schulpädagogik.
Mit frisch erworbenem Wissen in Psychologie, Soziologie, Pädagogik und beeindruckt von Wilhelm von Humboldts Bildungstheorie unterrichtete ich voller Elan: Biologie und Deutsch, Textillehre und Kunst.

Im Deutschunterricht meiner 6. Klasse wurde im Jahre 2006 die Idee geboren, eine Fantasy-Reihe für Kinder zu schreiben. Eine Schülerin hatte Cornelia FUNKEs „Tintenherz“ vorgestellt und ein Schüler schwärmte von Schullektüre „mit Einhörnern und so“. Als Pädagogin mit Liebe zur Biologie und Faible für TOLKIEN widmete ich fortan Ferienzeiten diesem Projekt: Eine spannende Heldenreise sollte jungen Lesern Möglichkeit zur Identifikation bieten und „nebenbei“ Wissen aus Botanik, Zoologie, griechischer Mythologie vermitteln. Die Helden: das norddeutsche Mädchen „Alba“ (12 Jahre) und der italienische Junge „Tonio“ (13 Jahre).

Alba

„Alba Brunnstein“

Schwebende Sterne

„Schwebende Sterne“

 

Einhorn_Morgenröte

„Morgenröte“

Wenn ich, oft in der Stille der Nacht, am Laptop saß und einzeln Szenarien erdachte, dann war ich immer voll im Bild, im Film, mitten im Geschehen. Ich spürte die Atmosphäre, fühlte mit meinen Figuren, sah Landschaft, Tiere, Pflanzen leibhaftig vor mir. Mit Hilfe eines alten Taschenbuches für Wortfelder und Synonyme suchte ich nach den treffendsten Formulierungen, damit meine Leser möglichst dasselbe sähen wie ich.

Schattenschloss

Das „Schloss der Schatten“

Für diese leidenschaftliche Beschäftigung mit Bildern und Sprache fand ich zwei Jahre später eine verblüffende Erklärung, als ich eine Fernsehsendung über „synästhetische Wahrnehmung“ sah: Ich bin vielfache Synästhetin. Fasziniert von dem Phänomen, thematisierte ich es in einer Erzählung für Jugendliche.

(Links zum Thema „Synästhesie“: siehe Anmerkungen)

Einige Jahre später machte mich eine Psychologin auf das Phänomen „Hochsensibilität/ Hochsensitivität“ aufmerksam. Ich fühlte mich sofort angesprochen, sichtete etliche Publikationen, stellte fest: Ich bin hochsensitiv.

Eine Durchsicht meines Manuskriptes zeigte: Das Element der Hochsensitivität war in Schreibstil und Inhalt meiner Erzählung eingeflossen, die Hauptfiguren „Alba“ und insbesondere „Tonio“ trugen entsprechende Persönlichkeitszüge. Eine sehr aufwühlende Entdeckung für mich, die ich zur Schöpfung meiner Figuren auch eigene Jugenderinnerungen herangezogen hatte!

So „eigen“ die Hauptfiguren, so außergewöhnlich die Reise in die wundersame Gegenwelt. Alba folgt ihrem Freund Tonio eher widerstrebend in diese Welt der „Elben“ mit unberührter Natur und geheimnisvollen Bewohnern. Dabei ahnt sie nicht, worin das eigentliche Ziel dieser Heldenreise besteht. Je tiefer die beiden in die „Welt der tausend Tore“ eintauchen, desto deutlicher wird die gegenseitige Abhängigkeit beider Welten.

Leseprobe 1:

„Wenig später standen Tonio, Alba und der Signore um das Wasserbecken herum. Ein warmer, seidiger Nachtwind wehte durch Frau Miros Garten. Der Mond stand als scharf umrissene, silberfarbene Sichel am tintenblauen Abendhimmel. Ein eigenartiges Zwielicht fiel durch das Blätterdach des alten Walnussbaumes. Ein einzelner Vogel zwitscherte in seinem Geäst.

Irgendwo huschte ein kleines Tier durchs trockene Gras. Alba spürte, dass an diesem Abend etwas Magisches von dem Becken ausging; es schien lautlos in jeden Winkel des Gartens zu strömen. Aufbruchstimmung, dachte sie, und schluckte trocken.
‚Keine Angst’, flüsterte Tonio ihr zu. ‚Horch auf das Rauschen der Blätter. Der Baum spricht zu uns: Wir sollen vertrauen.“ (aus: Alba Brunnstein – Das Geheimnis der tausend Tore. S. 103. FIORELLA. Uetersen 2013)

Leseprobe 2:

„Während Alba vergeblich nach Antworten suchte, veränderte sich das Bild des Weihers, das sie die ganze Zeit vor Augen hatte: Langsam, aber unaufhörlich und in immer schnellerer Folge leuchteten kleine, weiße Lichtpunkte auf der schwarzen Wasseroberfläche auf. Es war beinahe, als stürzten Sternschnuppen aus den dunklen Höhen des Himmels in den Weiher hinein. Zugleich näherte sich ein tiefes Rauschen …“ (aus: Alba Brunnstein – Die Befreiung der tausend Tore. S. 233. FIORELLA. Uetersen 2015)

Nun widme ich mich dem Manuskript für Band 3:
“Alba Brunnstein – Das Herz aus liebendem Gold“.

Guido

Natürlich wieder dabei: „Guido, der Mitternachtskobold“

 

Portrait_Autorin_BirgitBöhm

Birgit Böhm Autorin

Uetersen, am 11. Januar 2017

 

Anmerkungen:

Alle Abbildungen unterliegen dem Copyright des FIORELLA Verlages. Mehr im Internet unter: www.alba-brunnstein.de
Bezugsquelle: www.fiorella-verlag.de

Links zum Thema „Synästhesie“:

www.welt.de/gesundheit/psychologie/article148866017/Wie-Menschen-mit- Synaesthesie-die-Welt-wahrnehmen.html
www.eliane-reichardt.de

 

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