5 körperliche Merkmale hochsensibler Kinder ©KarinAbriel

Ich möchte in diesem Beitrag meine Wahrnehmungen körperliche Auffälligkeiten hochsensibler Kinder betreffend teilen.

hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung:

  1. Verspannungen
  2. Unruhe, Schlafschwierigkeiten
  3. sensible Haut, Anfälligkeit für Allergien, Neurodermitis, Verdauungsbeschwerden, schwaches Immunsystem
  4. Besonderheiten bei der Nahrungsauswahl
  5. Zehenspitzengang

Tipps für den Alltag:

  • viel streicheln (wenn Kinder sich nicht so gern berühren lassen, vielleicht an den Füßen – an den Achillessehnen – etwas fester angreifen), das hilft beim zur Ruhe kommen
  • Füße massieren, um Verspannungen im Oberkörper zu lösen
  • viel reden über die Wahrnehmungen des Alltags (Was hat dir heute am Besten gefallen? Was hat dir gar nicht gefallen?)
  • körperliche Grenzen zeigen: abrollen mit einem Massageball, Steine oder Muscheln am ganzen Körper auflegen…
  • somatische Intelligenz zulassen (= der sensible Körper weiß was er braucht und holt sich das)
  • viel Barfuß gehen, oft auf Erde gehen, in der Wiese gehen, auf einem Besenstil herumsteigen (das macht den Kopf frei)

 

“Ich bin so wütend!!!” – Warum dieser Satz wichtig ist und wie wir gerade unsere hochsensiblen Kinder dabei unterstützen dürfen

Die Atmosphäre ist dicht. Die Anspannung ist spürbar. Ich kenne meinen hochsensiblen Sohn. Ich weiß, was jetzt passiert. Ich versuche, aus der Situation auszusteigen. Es gelingt nicht. Seine Stimme hebt sich, es wird laut im Zimmer. Er schreit, beginnt zu toben und ein Kissen zu schmeißen. Ich hole tief Luft und verlasse das Zimmer. Und das alles wegen nichts. Das ist zumindest meine Wahrnehmung.

ER sieht das anders. Ich würde ihn nicht verstehen. Er fühlt sich von mir bedrängt, kann sich nicht entfalten. So oder so ähnlich lässt er es mich wissen.

Ein Teil von mir sagt mir, dass er Recht hat. Der Teil sagt mir auch, dass ICH es mir als Kind nie zugestanden habe, wütend zu sein, zu schreien und Gegenstände durchs Zimmer zu schmeißen.

Wahrscheinlich ist es deshalb so schwer für mich. Ich konnte mit derartigen Gefühlsausbrüchen lange nichts anfangen, weil ich sie bei mir nie kennengelernt habe.

Ich gehörte zu jenen hochsensiblen Kindern, die sich zwar auch nie verstanden fühlten, aber immer sehr angepasst und auf Harmonie bedacht waren. Bevor ich es zuließ, selbst wütend zu werden, versuchte ich die Wut anderer auszugleichen. Ich war noch lieber und noch braver, um andere nicht wütend zu machen.

Meine Wut behielt ich stets fest verschlossen tief drinnen in mir.

Später fiel mir das alles auf den Kopf und es dauerte lange, bis ich erfahren habe, dass ich wütend sein darf. Ich musste lernen, auf erwachsene Art mit meiner Wut umzugehen, die ich als Kind oder Jugendliche nicht rausschreien konnte.

Also bin ich doch stolz auf meinen Sohn. Und ich beneide ihn auch ein bisschen. Dafür, dass er etwas macht, das ich mich nie getraut habe.

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Mit Gefühlen, die wir als negativ einstufen, umzugehen, ist in unserer Gesellschaft schwierig. Damit, dass vielleicht gerade diese Gesellschaftsstruktur das Auftreten solch negativer Gefühlsäußerungen begünstigt, beschäftigen sich nur wenige. Vielmehr gibt es einen großen Erwartungsdruck, einer definierten Norm zu entsprechen und sich ihr anzupassen. WARUM? Fragen dazu können kaum beantwortet werden und sind eher unerwünscht. “Das ist eben so!” ist wohl eine jener Aussagen, die vor allem hochsensiblen Menschen die größten Schwierigkeiten bereitet. Vor allem hochsensible Kinder stellen diese WARUM? Fragen in vermehrtem Ausmaß und lassen sich nur sehr schwer in das enge Korsett von Systemen drängen. Wenn es ihnen zu nahe kommt, droht Explosionsgefahr.

JA, Grenzen sind wichtig. AUCH und VOR ALLEM für hochsensible Kinder. Sie geben nicht nur einen Rahmen, sondern auch Sicherheit, sich in dieser oft unverständlichen Welt zurechtzufinden.

ABER: Wir als Eltern müssen zulassen, dass unsere Kinder diese Grenzen sprengen wollen. Das ist bei Jugendlichen in der Pubertät oder bei Kleinkindern in der Trotzphase ein natürlicher Entwicklungsschritt zur Individualisierung.

Bei hochsensiblen Kindern ist es unendlich wertvoll, dass sie lernen, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen, um sie verarbeiten zu können. Nicht nur, um ihnen spätere harte Lernerfahrungen zu ersparen, sondern auch und vor allem, um ihre zarte Persönlichkeit zu stärken und zu erden.

Wenn ich ernst genommen werde, auch in meiner Wut, kann ich weitergehen und sie produktiv nutzen. Wut und Aggression sind Antriebsfaktoren für die Entstehung von Neuem. Wenn ich sie vor der Welt verschließe, kann nichts Neues wachsen.

  • Lassen Sie Ihr Kind wütend sein. Auch schreien und toben gehört dazu.
  • Setzen Sie sich, wieder abgekühlt ist, zu Ihrem Kind und fragen, was genau der Grund für seine Wut war. Zeigen Sie Verständnis und zeigen Sie Wege, damit umzugehen.
  • Lassen Sie auch IHRE Wut zu. Leben Sie Ihrem Kind vor, damit umzugehen.
  • Vor allem: REDEN – REDEN – REDEN Sie mit Ihrem hochsensiblen Kind. Begründen Sie alles. Die meisten hochsensiblen Kinder haben ein enormes Gespür und Verständnis für Worte. Das, was Sie begründen, kann verinnerlicht werden und zu neuen Sichtweisen beitragen.

Viel Kraft dabei 🙂

Hilfe Schulalltag! – 7 Tipps für ein entspanntes Miteinander

Hochsensible Schulkinder stehen beinahe täglich unter Dauerstrom. Hohe Reizbarkeit, Wutausbrüche, Aggression und emotionale Achterbahnfahrten sind oftmals die Folge des ungefilterten und dauerhaften Empfangens von Signalen im Schulalltag.

Viele Eltern hochsensibler Kinder wissen das und versuchen dieses Szenario auszugleichen, indem sie besonders bemüht sind, ihrem hochsensiblen Kind sportliche Aktivitäten, Musikangebote, Theaterbesuche oder dergleichen zu bieten.

Vor allem Sport kann ein sehr gutes Mittel sein, um die vermehrt ausgeschütteten Stresshormone eines hochsensiblen Körpers abzubauen. Das Lernen eines Musikinstruments ist eine sehr gute Möglichkeit, den ständig bewegten Geist zur Ruhe zu bringen und ein Theaterbesuch oder ein Besuch bei guten Freunden kann sehr bereichernd für die hochsensible Seele sein.

VORSICHT! Jede dieser Situationen birgt die Gefahr weiterer Überreizung.

Nach einem anstrengenden Schultag, der für viele Kinder bis in den späten Nachmittag dauert und tausenden Eindrücken, die bis dahin schon den hochsensiblen Körper und Geist erreicht haben, kann jede zusätzliche Aktivität statt gewünschtem Ausgleich das Gegenteil bewirken und das Verarbeiten des Alltags noch mehr erschweren.

Es erfordert sehr viel Feingefühl, hier die Grenze zu ziehen und seinem Kind sowohl essentielle Anreize als auch bewusste Ruhephasen zu ermöglichen. Es ist sehr wertvoll, möglichst früh damit zu beginnen, seinem hochsensiblen Kind diese notwendige Balance im Alltag nahezubringen.

Hier ein paar Möglichkeiten

  • Für die bestmögliche Entfaltung Ihres Kindes ist es wichtig, dass Sie sich mit dem Begriff der Überidentifizierung auseinandersetzen. Oftmals ist die Verbindung zwischen Ihnen und Ihrem hochsensiblen Kind so stark, dass die Gefahr besteht, dass genau diese Verbindung eine objektive Wahrnehmung verhindert und Sie Ihre eigene Geschichte mit der Ihres Kindes verwechseln. Das heißt, dass SIE wesentlich mehr Probleme mit bestimmten Situationen haben, als Ihr Kind. Gerade wenn Sie als Elternteil selbst hochsensibel sind und ihre Schulzeit in schlechter Erinnerung haben, neigen Sie wahrscheinlich zu Überidentifizierung. Die eigene Wahrnehmung, der eigene Widerstand und die eigene Hilflosigkeit einem System gegenüber, werden auf das Kind übertragen. Versuchen Sie, bewusst Ihr Kind und seinen Schulalltag loszulassen. Natürlich wollen wir alle unsere Kinder vor der bösen, großen Welt da draußen schützen, vor einem System, hinter dem wir selbst nicht stehen können, aber versuchen Sie zu akzeptieren, dass Ihr Kind seinen eigenen Weg geht, auf dem Sie es nur begleiten dürfen. Lassen Sie zu, dass Ihr Kind anders ist als Sie, auch wenn Sie sich noch so sehr in ihm sehen.
  • Geben Sie Ihrem Kind nach einem anstrengenden Schultag genug Zeit, um zu Hause anzukommen. Fragen wie:“ Wie war es heute in der Schule?“ und „Hast du deine Jause gegessen?“ können und wollen von einem überanstrengten Geist nicht beantwortet werden. Ein gutes Essen, ein warmer Tee und einfach die Möglichkeit in Stille und im eigenen Tempo anzukommen, wirken Wunder, damit der bewegte Geist im Körper zur Ruhe kommt.
  • Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, den Rest des Tages selbst zu planen und zu strukturieren. Natürlich brauchen kleinere Kinder hier noch etwas mehr Anleitung, aber so lernen hochsensible Kinder schon früh in sich hineinzuspüren und wahrzunehmen, wie sich ihr Energiehaushalt anfühlt. Lassen Sie Ihr Kind immer wieder ansprechen, wie es sich fühlt. Das mag am Anfang ein bisschen schwierig sein, aber je öfter Kinder damit konfrontiert werden, in sich hineinzuspüren, desto öfter werden sie Worte dafür finden. Damit können Sie Ihrem Kind schon frühzeitig helfen, sich nicht selbst zu überfordern. Versuchen Sie, nicht allzu sehr in den Alltag Ihres Kindes einzugreifen, auch wenn Sie diesen möglicherweise als sehr stressig empfinden. Wenn sich Ihr Sohn beispielsweise in den Kopf setzt, 3mal pro Woche Fußball spielen zu gehen und sich zusätzlich für das Fußballmatch des Vereins am Wochenende anmelden möchte, lassen Sie es zu, ohne zu sehr darunter zu „leiden“, weil dieser Zeitplan IHNEN zu viel wäre (Überidentifizierung!). Nehmen Sie Impulse, die von Ihrem Kind ausgehen ernst, lassen Sie Ihr Kind ausprobieren, wie es ihm in unterschiedlichen Situationen geht und leiten Sie es an, nach und nach selbst ein Gefühl dafür zu bekommen, was gut tut. Je älter unsere (hochsensiblen) Kinder werden, desto mehr dürfen wir ihnen die Entscheidungen überlassen – auch wenn wir selbst es anders tun würden.
  •  Wenn Sie merken, dass Ihr hochsensibles Kind aufgrund der Anforderungen im Schulalltag bedrückt und gestresst ist, versuchen Sie es durch positive Kommunikation und Bestärkungen zu unterstützen. Achten Sie auch hier darauf, nicht zu sehr mitzuleiden. Versuchen Sie möglichst wenig auf negative Aussagen einzugehen. Das macht es für Ihr Kind noch schwerer, wenn es mitbekommt, wie sehr (auch) Sie darunter leiden. Mit Verständnis und klarer positiver Kommunikation leisten Sie einen entscheidenden Beitrag, Ihrem Kind den Alltag leichter zu machen.
  • Mischen Sie sich aktiv ein, sollte Ihr Kind aufgrund einer konkreten Situation zu sehr leiden und in seinem Wohlbefinden beeinträchtigt sein. Hier fordere ich Sie auf, selbstbewusst mit den Lehrpersonen Ihres Kindes zu sprechen. Was ich Ihnen rate, dabei zu beachten, finden Sie in meinem nächsten Blogbeitrag kommende Woche.
  • Versuchen Sie in ruhigen, entspannten Situationen Themen aufzugreifen, die Ihr Kind bei der Strukturierung und Stressreduktion seines Alltags helfen können. Das kann beim Abendessen sein oder auch einmal zwischendurch. Besonders gut gelingt der Zugang oft, wenn Sie Ihr dabei berühren, streicheln oder massieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sehr viel von diesen Gesprächen „hängen bleibt“ und den Alltag erleichtert.
  • Und zu guter Letzt: Haben Sie keine Angst, Grenzen zu setzen und Ihr Kind zu fordern. Gerade hochsensible Elternteile neigen aus dem Bedürfnis nach Harmonie und der Befürchtung, das zarte Gefühlsleben des eigenen Kindes zu verletzen heraus, dazu, Grenzen im Zusammenleben nicht ausreichend abzustecken. Es ist ein sehr hoher Anspruch, den wir uns als Eltern setzen, nämlich unser Kind bestmöglich zu fördern und zu unterstützen. Machen Sie sich bewusst, dass gute Förderung auch bedeutet, einen klaren Rahmen abzustecken, in dem sich das Kind bewegen kann. Erstens gibt ein klarer Rahmen Sicherheit – und das ist ein Grundbedürfnis – und außerdem vermitteln Sie Ihrem Kind dadurch, dass das Achten der eigenen Grenzen sowie jener anderer Menschen von großer Wichtigkeit ist. Auch Ihr Selbstbewusstsein wird dadurch bereichert, wenn Sie es schaffen, klare Aussagen zu treffen und diese konsequent zu verfolgen. Auch wenn Sie eindeutige hochsensible Eigenschaften bei Ihrem Kind wahrnehmen, trauen Sie sich, Forderungen zu stellen, die für Ihr Kind im ersten Moment möglicherweise sehr schwierig sind. Allerdings werden Sie nur dann richtig erfolgreich sein, wenn Ihr Kind versteht, warum es etwas tun soll. Bleiben Sie stets liebevoll, aber bestimmt. Durch Grenzen und zumutbare (An)Forderungen unterstützen Sie Ihr Kind sehr auf seinem Weg in die Selbständigkeit. Überfürsorge und Grenzenlosigkeit schwächen Sie und Ihr Kind auf lange Frist.

Ich wünsche Ihnen entspannte letzte Ferientage mit Ihrem Kind! <3

 

“Mut zur Langsamkeit – und wie Ihr hochsensibles Kind von Ihrem Mut profitiert”

“Was machst du, um dich zu entspannen?”, fragt der Schüler seinen Meister.

“Nichts”, erwiderte der Meister.

“Wenn ich gehe, gehe ich,

wenn ich esse, esse ich,

und wenn ich schlafe, schlafe ich.”

“Das tun doch alle”, meinte der Schüler darauf.

“Eben nicht!”, antwortete der Meister.

(Buddhistische Anekdote)

Dass unsere Welt schnell, laut, angespannt, hektisch, auf immer mehr in immer kürzerer Zeit ausgerichtet ist, ist wohl eine Tatsache. Viele Menschen leider darunter. Das Bewusstsein zu entschleunigen nimmt zu.

Kinder werden in eine Welt hineingeboren, die ihre genaue Vorstellung davon hat, wie ein Entwicklungsschritt aussehen muss und in welcher Zeit er zu passieren hat. Ist das nicht der Fall, gibt es besorgte Kommentare bis hin zu pathologischen Diagnosen.

Für uns Erwachsene ist es sehr schwer, sich der Schnelllebigkeit des Alltags zu entziehen. Für unsere Kinder um einiges schwerer, da wir ihnen nicht ausreichend beibringen, wie wichtig der Mut zur Langsamkeit, der Schritt in die Stille und Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst und der Umwelt ist. Kein Wunder, sind wir doch gerade erst wieder selbst dabei, unsere Wahrnehmung dahingehend zu schärfen, wieder Innenschau zu halten und langsamer gehen zu lernen.

Mittlerweile hat sich auch hier der Markt enorm vergrößert, es gibt sehr viel Literatur darüber, wie es uns gelingt, wieder achtsamer und bewusster durchs Leben zu gehen und welche „Techniken“ uns dabei helfen können.

Ich halte das Hinwenden zu diesen unterschiedlichsten Herangehensweisen für essentiell, weil sie uns wieder mit unserem eigenen Bewusstsein in Kontakt bringen anstatt mit der kollektiven „So hat etwas zu sein“ Weltanschauung.

Wenn wir uns aber wieder mehr den Menschen zuwenden, mit denen wir leben und weniger den Normen, die wir glauben erfüllen zu müssen, können wir auch unabhängig von unterschiedlichsten „Techniken“ eine natürliche Geschwindigkeit im Leben erreichen. Obwohl wir alle wissen, dass Zeit das ist, was wir daraus machen, sind wir immer noch sehr fremdgesteuert unterwegs. Wenn wir sagen „Wir haben keine Zeit“ oder „Uns fehlt die Zeit“, dann wissen wir doch selbst sehr gut, dass das nicht stimmt. Die Zeit nimmt uns niemand weg, sie ist einfach.

Ja, das ist eine Herausforderung, aber vor allem für hochsensible Kinder ist dieser „Mut zur Langsamkeit“, den wir als Eltern aufbringen dürfen, von großer Wichtigkeit. Erst wenn ich mir selbst bewusst bin, dass mein Tempo, in dem ich lebe, das richtige für mich ist, kann ich mein Kind dahingehend unterstützen, sein eigenes zu finden. Das setzt bei uns Erwachsenen eine sehr große Reflexionsbereitschaft voraus. Unsere hochsensiblen Kinder spüren ob wir gestresst oder in unserer Mitte sind und es ist eine unendlich große Unterstützung für die individuelle Entwicklung, wenn wir selbst entspannt und achtsam mit unserer Lebenszeit umgehen und dieses Gefühl auch weitervermitteln.

Unsere hochsensiblen Kinder brauchen viel Zeit. Zum einen, um die Wahrnehmungen um sie herum zu verarbeiten und zum anderen, um die eigenen Schritte in ihrem Tempo gehen zu können. Und bei vielen hochsensiblen Kindern und Erwachsenen liegt dieses Tempo unter dem Durchschnitt normal sensibler Menschen. Das bedeutet in keinster Art und Weise, dass sie in ihrer Entwicklung zurück sind, sondern lediglich, dass sie mehr Zeit brauchen. Für alles – natürlich auch hier wieder in ganz unterschiedlicher Ausprägung:

Beim Sauberwerden

Beim Sprechen

Beim Eingewöhnen in den Kindergarten

Beim Knüpfen von Sozialkontakten

Beim Entscheiden

Beim Angst Loswerden

Beim Traurigsein

Beim Fröhlichsein

Beim Essen

Beim Einschlafen

Beim Durchschlafen

Beim alleine Schlafen

Beim Träumen

Beim Nachdenken

Beim Kuscheln

… usw.

Es schenkt unglaublich viel Vertrauen und Sicherheit, wenn ausreichend Zeit da ist, all diese Dinge im eigenen Tempo leben zu dürfen. Außerdem schafft Zeit die Möglichkeit, die Unmenge an Reizen gut zu verarbeiten.

Die „Spaßgesellschaft“ macht es allen Kindern, nicht nur hochsensiblen Kindern schwer, der Reizüberflutung standzuhalten. Ich kann hier nur noch einmal betonen, wie wichtig es für hochsensible Körper und Geister ist, zu wissen, wo die eigenen Grenzen liegen, um bestmöglich zu Stabilität und Gesundheit beitragen zu können.

Wie können Eltern unterstützen?

Wenn ich sage, geben Sie Ihrem Kind die Zeit, die es braucht, dann klingt das zwar gut, ist aber für viele Eltern schwierig umzusetzen. Wie bereits erwähnt, wissen auch Erwachsene oft nicht, wie sie am besten in ihrem Tempo leben können, sofern sie sich überhaupt schon Gedanken darüber gemacht haben, was denn der eigene Rhythmus ist. Viele Eltern tragen selbst zur Überforderung ihrer Kinder bei, indem sie die „Dauerbespaßung“, die die Gesellschaft vorgibt, übernehmen. Gerade bei hochsensiblen Kindern ist es wichtig, sie von Beginn an in ihrem Rhythmus sein zu lassen. Das bedeutet, wie bei allen anderen Kindern auch, als Eltern zu lernen, die Kinder einfach „Sein“ zu lassen. Eine schwierige Herausforderung, in der aber sehr viel Potential für Selbstakzeptanz und Selbstbewusstsein liegt. Wenn ich als Kind lerne, mit mir selbst einfach „da zu sein“, Raum zu haben und ein sicheres Umfeld, in dem ich mich bewegen kann, gelingt es mir später um vieles leichter, selbstverantwortlich und selbstbewusst mein Leben zu führen.

Hochsensiblen Kindern hilft die Vorbildwirkung der Eltern sehr, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu erkennen, wann der hochsensible Körper und/oder Geist eine Auszeit braucht und wie lang diese dauern darf.

Konkret heißt das:

  • Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, den Tag selbst zu planen und zu strukturieren. Natürlich brauchen kleinere Kinder hier noch etwas mehr Anleitung, aber so lernen hochsensible Kinder schon früh, in sich hineinzuspüren und wahrzunehmen, wie sich ihr Energiehaushalt anfühlt.
  • Lassen Sie Ihr Kind immer wieder ansprechen, wie es sich fühlt. Das mag am Anfang ein bisschen schwierig sein, aber je öfter Kinder damit konfrontiert werden, in sich hineinzuspüren, desto öfter werden sie Worte dafür finden. Damit können Sie Ihrem Kind schon frühzeitig helfen, sich nicht selbst zu überfordern und ein Bewusstsein für sein Tempo und seine Bedürfnisse zu bekommen.
  • Finden Sie bewusst Worte für Anspannung und Entspannung. Wenn Ihr Kind nach einem langen aufregenden Kindergeburtstag am Abend völlig quirlig und aufgedreht ist, erklären sie ihm, wie wichtig es nach so einem intensiven Nachmittag ist, zur Ruhe zu kommen, damit sich Geist und Körper entspannen können.

Je öfter darüber geredet wird, desto mehr Bewusstsein ist da. Auch merken hochsensible Kinder sehr schnell, welchen Unterschied es macht, sich bewusst entspannen zu können. Selbst pubertierende Jugendliche lassen sich gerne noch auf Entspannung ein, wenn man sie anleitet bzw. wenn sie Möglichkeiten dafür gelernt haben.

Abschließend noch eine Auswahl an Übungen zur Entspannung und Körperwahrnehmung:

  • „Bewusst atmen lernen“ – Hände auf den Bauch legen, in die Hände atmen
  • „Schüttelübung“ – 2 Fragen: „Was hat dir heute am besten gefallen?“ und „Was hat dir gar nicht gefallen?“ – Alles, was nicht gut war und Stress erzeugt hat, darf einfach abgeschüttelt werden und in die Erde fließen. Dazu mit beiden Füßen in kleinem Abstand fest am Boden stehen und aus den Knien heraus zu schütteln beginnen.
  • „Einfach Spüren“ – Steine oder Muscheln am gesamten Körper auflegen. Einfach hinspüren lassen, wo was liegt. Dann langsam wieder wegnehmen. Eventuell Musik dazu.
  • „Massageball“ – Den gesamten Körper „abrollen“ und einfach spüren.

DANKE für Ihren MUT ZUR LANGSAMKEIT :-)!

Sollten Sie und/oder Ihr Kind mehr Unterstützung zur Entschleunigung brauchen besuchen Sie mich in meiner Praxis “MEIN TEMPO” auf  www.meintempo.at

“Danke mein Schatz” – 10 Zitate von Eltern hochsensibler Kinder

Sommer – Sonne – Urlaubszeit – Entspannung…heute einmal ein Beitrag über die “Leichtigkeit des Seins”.
Ja, hochsensibel sein ist anstrengend und hochsensible Kinder haben ist eine Herausforderung, ABER: Unsere hochsensiblen Kinder sind riesige Schätze, von denen wir selbst eine ganze Menge lernen dürfen.

Anbei gesammelte Zitate von Eltern hochsensibler Kinder…

“Ich liebe es, meinem Kind dabei zuzusehen, wie es ganz in seine eigene Welt versunken ist. In eine Welt, in der das Unvorstellbare Realität ist.”

“Es macht mich glücklich, wenn ich merke, wie sehr mein Kind sich in andere Menschen einfühlen kann.”

“Manchmal bin ich so froh über die Emotionen meines Sohnes. Das macht ihn so lebendig.”

“Ich bin sehr stolz auf meinen Sohn, weil ich merke, wie stark sein Mitgefühl für seine Umwelt ist.”

“Manchmal, wenn ich Kreuzschmerzen habe und mein Schatz mich mit seinen großen, verständnisvollen Augen ansieht, mir die Hand auf die schmerzende Stelle legt und mir gute Energie schickt, geht es mir sofort besser.”

“Ich bin jedesmal hingerissen von der Ausstrahlung meiner Tochter. Wenn ihre Augen strahlen und sie laut lacht, geht mir das Herz auf.”

“Es ist unglaublich toll zu beobachten, mit welcher riesengroßen Offenheit des Herzens meine Tochter die Welt wahrnimmt. Da kann ich selbst noch viel dazulernen.”

“Wir als Eltern sind begeistert über die sprachlichen Fähigkeiten unserer Kleinen. Sie nimmt alles so stark wahr und kann sich so differenziert ausdrücken, dass wir da selber fast nicht mitkommen.”

“So anstrengend und fordernd es auch sein mag…wenn mein Sohn versucht, den Dingen auf den Grund zu gehen und vor allem sie kritisch zu hinterfragen, weiß ich, dass er so, wie er ist, absolut richtig ist.”

“Wenn mein Sohn und seine Katze sich anschauen ist es, als würden Raum und Zeit zerfließen.”

…für einen schönen, entspannten Sommer mit viel Leichtigkeit 🙂

“Achtung Überidentifizierung!” – Wenn Eltern zu sehr leiden. Möglichkeiten, den “Stress mit dem Stress” zu reduzieren.

Mein Sohn leidet. Er mag nicht in die Schule gehen, ist sehr aufgeregt, weil er Schularbeit hat. Er ist zappelig und unruhig – schwups, schwappt das wie eine riesige Welle auf mich über. Ich fühle mich elend, er tut mir leid. Wie gern möchte ich ihn beschützen, ihm Ruhe und Kraft geben. Doch dazu bin ich selbst zu zappelig und nervös. Ich fühle mich hilflos.

Kennen Sie Situationen wie diese?

Wenn Sie als hochsensibler Elternteil mit einer Situation im Alltag konfrontiert werden, die Sie als EmpathIn aus ganzem Herzen nachfühlen können, wünschen Sie sich sicher oft, sofort etwas tun zu können, um das Leid zu lindern und die Situation erträglicher zu machen.

Bei meinen KlientInnen und auch manchmal noch bei mir selbst bemerke ich oft eine riesige Hilflosigkeit, dem eigenen Kind eine unangenehme Situation nicht abnehmen zu können oder es annähernd gut zu unterstützen. Vor allem weil wir wissen, wie empfindsam unser Kind ist, wie viel es fühlt und wie schwer es ihm fällt, alle Wahrnehmungen gut zu verarbeiten und Anforderungen (zB in Schule und Kindergarten) “auszuhalten”.

Ja, es ist ein “Aushalten”, weil hochsensible Kinder oft überfordert sind mit dem Tempo und den Herausforderungen des Alltags. Sie fragen meist schon in jungen Jahren nach dem “Warum?”. Uns als Eltern tut das Herz weh, weil wir oft selbst noch sehr mit diesem “Warum?” hadern.

Ich habe viele Gespräche mit unterschiedlichen Menschen darüber geführt, wie schwer es ist, das eigene Kind loszulassen und sich liebevoll abzugrenzen. Jene Herangehensweisen, die mir im Alltag mit meinem hochsensiblen Sohn am meisten helfen, möchte ich hier teilen:

  • Wenn ich merke, dass mir eine Situation sehr zu Herzen geht, die Gefühle überschwappen und ich Stress erlebe, versuche ich bewusst, einen Schritt raus aus dem Geschehen zu machen. Das heißt, ich atme durch, gehe auch tatsächlich mehrere Schritte auf Abstand und denke: “Ok mein Sohn, das ist DEIN Weg, du gehst ihn! Ich kann dir deinen Stress/deine Unruhe nicht abnehmen. Ich kann dich nur auf deinem Weg begleiten.” Durch dieses bewusste Abstand nehmen entspanne ich mich und merke auch immer, wie es meinem Sohn dann besser geht.
  • Wenn ich merke, dass ich  mich überidentifiziert, versuche ich mir bewusst zu machen WARUM. Oft liegt es daran, dass ICH mit Situationen ein Problem habe oder mich im Widerstand befinde. Das Schulsystem ist ein gutes Beispiel dafür. Nur weil ICH damit nicht zurecht komme, heißt das noch lange nicht, dass mein Sohn genauso darunter leidet.
  • Für wesentliche Entspannung in stressigen Situationen hat sich herausgestellt, dass es notwendig ist, mich immer wieder dazu anzuhalten, ruhig zu bleiben. Wenn mein Sohn merkt, wie sehr eine Situation mich stresst oder wie sehr ich mit einem Thema hadere, schwappt das natürlich auch sofort auf ihn über und das (Gefühls)Chaos ist perfekt. Wenn ich es schaffe, ruhig und stark zu bleiben und ein paar Schritte zurückzugehen anstatt meinen Sohn mein “Mitleid” spüren zu lassen, gelingt eine beiderseitige Entspannung am besten. Das setzt natürlich voraus, dass ich es auch tatsächlich schaffe, auf Abstand zu gehen. Wenn ich meinem hochsensiblen Sohn etwas “vorspiele”, merkt er das natürlich sofort :-).
  • Ich tue etwas für MICH. Das heißt, wenn ich merke, dass mich so eine Situation emotional sehr belastet, versuche ich bewusst, mir etwas Gutes zu tun. Ich gehe dann zum Beispiel gerne laufen oder zumindest spazieren. Das hilft mir Abstand zu halten und wieder im Körper anzukommen 🙂

(Vielleicht interessiert Sie dazu auch folgendes Video verpackt in einen früheren Blogbeitrag: “Mitfühlen nicht Mitleiden – Der große Unterschied”)

“Schlaf gut!” – 7 Herangehensweisen, achtsam mit den Schlafbedürfnissen unserer hochsensiblen Kinder umzugehen

Der Abend naht. Die gewünschte Ruhe auch. Die Antennen unserer hochsensiblen Kinder sind überstrapaziert. Wieder ein Tag mit unendlich vielen Eindrücken, Erlebnissen und damit verbundenen Gefühlen. Jetzt endlich zur Ruhe kommen. Gleichermaßen notwendig für Kinder und Eltern. Aber, dann:

“Mama, ich kann nicht schlafen!”

“Mein Bauch tut weh!”

“Papa, ich brauch noch was zu trinken!”

“Kann ich zu dir ins Bett?!”

“Ich hab´Angst!”

Hochsensible Kinder zur Ruhe zu bringen, ist oft eine besonders schwierige Herausforderung. Abends kommt es oft zum Supergau aus noch nicht verarbeiteten Eindrücken, damit verbundenen Unruhezuständen und oftmals auch Angst. Es ist nur verständlich, dass wir als Eltern oftmals mit Ärger und Unverständnis reagieren, sehnen wir uns doch selbst abends nach unserer wohlverdienten Ruhe. Manchmal fallen uns dann irgendwelche Ratgeber in die Hand, die uns vermitteln, dass wir mit der richtigen Konsequenz und Durchsetzungskraft unser Kind dauerhaft im eigenen Bett ohne viel “Tamtam” zur Ruhe bringen können. Wir probieren es aus und es fühlt sich doch irgendwie nicht richtig an. Wir fühlen, dass unser Kind Bedürfnisse hat und stehen vor der Herausforderung, diesen bestmöglich zu begegnen und dabei auch auf unsere eigenen Grenzen zu achten.

Vielleicht helfen folgende Herangehensweisen dabei, das Schlafen und zur Ruhe kommen für unser Kind und uns selbst harmonisch zu gestalten:

  1. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind fixe Schlafenszeiten (sofern das altersmäßig bereits möglich ist). Fixe Zeiten geben Struktur, Halt und Sicherheit. Machen Sie Ihr Kind rechtzeitig abends darauf aufmerksam, dass bald Schlafenszeit ist. Ihr Kind kann sich gut darauf einstellen und darauf vorbereiten, dass die “Antennen und Systeme runtergefahren werden”.
  2. Bevor sich Ihr Kind ins Bett legt, helfen Sie ihm durch die Schüttelübung den vergangenen Tag abzustreifen, um so besser zur Ruhe zu kommen. Dazu stellt es sich hüftbreit und die Knie etwas gebeugt auf den Boden und beginnt nun aus den Knien heraus, den ganzen Körper durchzuschütteln. Dabei können Sie Ihr Kind anleiten, alles was es tagsüber aufgenommen hat und nicht mehr braucht, in den Boden zu schicken. Kindern macht es noch mehr Spaß, wenn Sie als Eltern diese Übung mitmachen und auch mit lautem und betontem Ausatmen begleiten.
  3. Wenn Ihr Kind im Bett liegt, setzen Sie sich noch einige Zeit zu ihm. Reden Sie in angenehmer, entspannter Atmosphäre über den verbrachten Tag. Fragen Sie ihr Kind: “Was hat dir heute am besten gefallen?” und “Was hat dir gar nicht gefallen?” Sie helfen Ihrem Kind so, die Eindrücke zu verarbeiten und stärken sein Selbstbewusstsein durch Ihr Interesse und Ihre Aufmerksamkeit.
  4. Verwenden Sie, wenn Ihr Kind im Bett liegt, noch einige Zeit für Körperkontakt. Besonders gut eignen sich jene Minuten, nachdem Ihnen Ihr Kind von den Eindrücken des Tages erzählt hat. Sie helfen so dem Körper Ihres Kindes beim Verarbeiten der Informationen, egal ob Füße massierend, streichelnd oder vorsichtig mit einem kleinen Ball den Körper abrollend.
    Die Knöchel und der Bereich um die Achillessehne sind besonders wichtige Stellen, um den Körper zur Ruhe zu bringen.
  5. Stellen Sie immer ein Glas Wasser für Ihr Kind bereit. Sollte Ihr Kind nicht gleich zur Ruhe finden, sagen Sie ihm, dass es immer dann, wenn es noch nicht gut einschlafen kann, einen Schluck Wasser trinken soll. Wasser hilft, das Stresshormon Cortisol, das in hochsensiblen Körpern im Übermaß vorhanden ist, abzubauen.
  6. Haben Sie keine Angst davor, das Falsche zu tun, wenn Sie Ihr Kind im eigenen Bett schlafen lassen bzw. Ihrem Kind nachts erlauben, ins Bett zu kommen. Die meisten Erwachsenen bevorzugen Doppelbetten und wollen nicht alleine schlafen. In früheren Zeiten war es völlig normal, dass die ganze Familie gemeinsam schläft. Auch wenn viele hochsensible Menschen früher oder später den Wunsch verspüren, ein Bett für sich alleine oder besser noch einen ganzen Raum für sich alleine zu haben, ist es doch bei den meisten hochsensiblen Kindern so, dass sie sehr oft das Bedürfnis haben, die ganze Nacht körperliche Nähe zu spüren. Das gibt Sicherheit und mindert Angstzustände, die gerade bei hochsensiblen Kinder aus unterschiedlichen Gründen (näheres in einem eigenen Blogbeitrag) sehr häufig auftreten.Heutzutage herrscht herrscht leider immer noch oft die Meinung vor, dass Kinder lernen müssen, in ihrem eigenen Bett zu schlafen, dass man sie “verhätschelt”, wenn man sie in der Nacht mit zu viel Nähe verwöhnt und dass man ihre Selbständigkeit damit verhindert. Ich bin überzeugt davon, dass man nichts “Falsches” tut, indem man das intuitive, ganz natürliche Bedürfnis nach Nähe während der (bedrohlichen) Schlafphase unterstützt. Ja, es ist eine Herausforderung als Eltern jede Nacht ein (oder mehrere) Kinder bei sich im Bett liegen zu haben und es erfordert einiges an Anstrengung, damit gut umzugehen, aber: die Geborgenheit und natürliche Nähe, die Sie Ihrem Kind damit ermöglichen, ist es allemal Wert. Haben Sie keine Angst davor, Ihr Kind nicht mehr aus dem elterlichen Bett zu bekommen…das funktioniert 🙂
  7. Sagen Sie Ihrem Kind JEDEN Abend, zum Beispiel bevor Sie aus seinem Zimmer gehen: ICH HAB DICH LIEB <3

Still jetzt

Die Flügel meiner Seele umschließen dich leise.
In deinem zarten Gesicht, ganz in deine eigene Welt versunken, spiegelt sich meine ungeahnte Kraft.
Still jetzt, Wunder sind zerbrechlich.
Doch selbst wenn du die Augen öffnest, halten dich meine Flügel geborgen.

(geschrieben neben meiner schlafenden Babytochter vor mittlerweile 13 Jahren)

Wenn Sie mehr zum Thema Unruhe und Schlafschwierigkeiten bei hochsensiblen Kindern wissen möchten, habe ich 43 wertvolle Tipps in einem eBook zusammengefasst. Bis Sonntag 10.6.208 um 20:00 Uhr ist das eBook zum Vorteilspreis von 16 EUR (statt später 20 EUR) erhältlich 🙂
Hier geht’s zum eBook

10 Dinge, die Eltern hochsensibler Kinder loslassen dürfen, um die bestmögliche Unterstützung im Alltag zu bieten

1. Bitte loslassen: Die Vorstellung, das eigene Kind könne irgendwie mit der Masse schwimmen.

Ihr hochsensibles, oft hochintelligentes und wahrnehmungsbegabtes Kind wird immer anders sein.
Ihre Herausforderung ist es, das bewusst zu erkennen, anzunehmen und in den Alltag so gut es geht zu integrieren.

2. Bitte loslassen: Die Vorstellung, irgendwann kehrt Ruhe ein.

Ihr hochsensibles Kind ist mit seinem wachen Geist ständig in Bewegung.
Ihre Herausforderung ist es, bewusst anzuerkennen, dass alles fließt und das Leben Ihres hochsensiblen Kindes ein höchst dynamischer Prozess ist.

3. Bitte loslassen: Die Vorstellung, das Leben Ihres Kindes kontrollieren zu können.

Ihr hochsensibles Kind lässt durch seine Veranlagung Kontrolle nicht zu und wird immer mit Widerstand reagieren, latent oder offensichtlich.
Ihre Herausforderung ist es, partnerschaftlich und erklärend zu sein und trotzdem liebevolle Grenzen zu ziehen.

4. Bitte loslassen: Die Vorstellung, das eigene Kind abhärten zu können.

Versuche abzuhärten bringen nur neuen Widerstand mit sich.
Ihre Herausforderung ist es, Ihrem Kind seine besonderen Wesenszüge bewusst zu machen, sie respektieren zu können und damit ein herzoffenes JA zum Leben zu sagen.

5. Bitte loslassen: Die Vorstellung, das eigene Kind mit durchschnittlichen Argumenten überzeugen zu können.

Ihr hochsensibles Kind hat die Gabe, Menschen, Situationen und Systeme tiefgründig zu durchschauen.
Ihre Herausforderung ist es, alles ehrlich und altersgemäß anzusprechen, um ihr Kind zu unterstützen, Vertrauen in die eigene Wahrnehmung zu bekommen.

6. Bitte loslassen: Die Vorstellung, das Seelenleben Ihres Kindes wirklich zu kennen.

Die Seele Ihres hochsensiblen Kindes ist ein unendlich weites Land.
Ihre Herausforderung ist es, Ihr Kind bewusst dabei zu begleiten, sich selbst und seine ureigenen Wesenszüge immer besser kennenzulernen, um im Laufe des Lebens das volle Potential ausschöpfen zu können.

7. Bitte loslassen: Die Vorstellung, dass Ihr Kind die Möglichkeit besitzt, manche Verhaltensweisen dauerhaft verändern zu können.

Ihr hochsensibles Kind verfügt über einen ungeheuren inneren Antrieb. Jeder Versuch, diesen zu unterdrücken, scheitert.
Ihre Herausforderung ist es, die Verhaltenseigenarten Ihres Kindes zuzulassen und mit notwendigen liebevollen Grenzen abzustecken.

8. Bitte loslassen: Die Vorstellung, dass Ihr Kind unabhängig vom umgebenden Familiensystem agieren kann.

Ihr vielfühlendes Kind vereint die Besonderheiten Ihres gesamten Familiensystems.
Ihre Herausforderung ist es, Ihr Kind dabei zu unterstützen, sein eigenes Wesen nach und nach zu erkennen und sich von systemischen Verstrickungen zu lösen.

9. Bitte loslassen: Die Vorstellung, dass sich Ihr Kind irgendwann an unnatürliche Systeme anpassen kann.

Das widerspricht zur Gänze der Natur Ihres hochsensiblen Kindes.
Ihre Herausforderung ist es, mit Ihrem Kind Möglichkeiten zu finden, zufriedenstellend und vor allem sinnerfüllt in diesen Systemen zurecht zu kommen und diese Schritt für Schritt mit dem eigenen innewohnenden Potential zu verändern.

10. Bitte loslassen: Die Vorstellung, Sie wüssten, was für Ihr Kind das Beste ist.

Ihr hochsensibles Kind hat ein starkes Bewusstsein für die eigenen Bedürfnisse.
Ihre Herausforderung ist es, Ihrem Kind zu helfen, diese zu verbalisieren, diese als Eltern ernst zu nehmen, nicht verändern zu wollen und mit offenem Herzen im Alltag für geeignete Rahmenbedingungen zu sorgen.

Diese Herausforderungen sind schwer. Oftmals bringen sie uns an unsere eigenen Grenzen – und darüber hinaus. Je mehr wir sie jedoch meistern, desto erfüllter und bewusster wird das Leben unserer hochsensiblen Kinder. Dann sind sie bereit, ihr Potential zur Veränderung in die Welt zu bringen – Schritt für Schritt :-).

Wie unsere Seele uns dabei unterstützt, einen guten Weg zu finden, mit der eigenen Hochsensibilität und mit der unserer Kinder umzugehen

Viele kennen sich das Lied vom großartigen Georg Danzer “Über meine Seele führt mein Weg…”.

Was ist denn eigentlich unsere Seele?

Das Wort wird viel strapaziert und viele pathetische Gedanken, viel Herzschmerz wird damit in Verbindung gebracht.

Ja, unsere Seele lässt uns im Laufe unseres Lebens viele Schmerzen fühlen. Wir fühlen uns unverstanden, ungeliebt, nicht beachtet und wertgeschätzt. Das tut uns sprichwörtlich “in der Seele weh”.

Genau diese schmerzhaften Gefühle können uns den Weg zu uns selbst zeigen. Die Seele ist unser ureigenes Potential, das wir in dieses Leben mitbringen. Das Licht dieses Potentials kann nur leuchten, wenn wir uns mit den Schattenseiten unseres eigenen ICH auseinandergesetzt haben. Erst dann können wir für uns selbst und für andere WIRKLICH Verantwortung übernehmen.

Es gibt völlig unterschiedliche Auffassungen vom unendlich großen Potential unserer Seele.

Eine geht davon aus, dass wir in unterschiedlichen vergangenen Leben unsere Seele mit Lernerfahrungen füllen, die wir brauchen, um irgendwann ganz zu werden, ganz bei uns selbst ankommen, völlig frei vom Ver-Urteilen und ganz bei und in unserem eigenen Potential sind.

Eine andere Herangehensweise meint, dass wir durch die Erfahrungen in diesem jetzigen (einzigen) Leben unseren Seelenrucksack seit Geburt unbewusst füllen und mit mehr oder weniger Bewusstheit im Erwachsenenleben daraus agieren.

Unabhängig davon welche Sichtweise die Ihre ist – um mit uns selbst ins Reine zu kommen und unsere Kinder in ihrer Seelenentwicklung bestmöglich unterstützen zu können, macht es absolut Sinn, daran zu arbeiten, die eigenen Schatten zu kennen und diese mit mehr und mehr Licht zu füllen. Für uns selbst, für unsere Kinder und für die uns umgebende Umwelt.

Allzu viele Probleme, mit denen wir auf dieser Welt exzessiv konfrontiert werden, basieren auf der Unbewusstheit von Seelen, die so oft in der Vergangenheit misshandelt und mit Füßen getreten wurde.

ABER wir alle haben es in der Hand, wieder die Verantwortung zu übernehmen, hinzuschauen, hinzuspüren und Schritt für Schritt den Weg in die Selbstverantwortung zu gehen.

Wie kann das funktionieren?

Ea gibt zahlreiche Therapien, zahlreiche Techniken und Methoden, Seelenverletzungen aufzuspüren und Gründe für unser Verhalten zu finden.

Ja, es macht sicher Sinn, sich qualifizierte Unterstützung zu holen, aber ich glaube, dass wir alle auch im Alltag viele kleine Schritte gehen können, um uns selbst wieder an unsere Seele und unser innewohnendes Potential anzunähern.

Folgende Fragen können auf dem Weg helfen:

  1. Wo im Alltag fühle ich mich klein, ungeliebt und nicht beachtet? Ganz oft wurde unsere Seele verwundet, indem wir nicht das bekommen haben, was wir uns gewünscht hätten. Wenn wir es schaffen, uns in diesen Situationen selbst die Liebe, Zuwendung und Akzeptanz unserer Schatten zu geben, hilft uns das, einen Schritt näher zu unserer Ganzheit zu kommen.
  2. Wo gebe ich anderen die Schuld für meine unangenehmen Gefühle? Wenn wir akzeptieren, dass nicht das “böse, ungerechte Leben” oder ein anderer Mensch für unser Wohlbefinden verantwortlich sind, können wir es schaffen, einen Schritt näher zu unserer Selbstverantwortung zu kommen.
  3. Bei welchen Situationen glaube ich, dass ich sie nicht schaffen kann, dass es anderen vorbehalten bleibt, ihre Träume Wirklichkeit werden zu lassen? Wenn wir verstehen, dass es niemanden gibt, der mehr Glück als wir verdient, niemanden, der besser ist und mit vorteilhafteren Lebensbedingungen mehr erreichen kann, gehen wir einen Schritt näher in unsere ureigene Kraft, unsere Stärke und unser Potential.
  4. Wo stoße ich bei meinem Kind an meine Grenzen? Dort, wo uns unsere Kinder unsere Grenzen zeigen, bekommen wir einen guten Spiegel vorgehalten. Wenn wir erkennen, dass das unsere eigene Grenze ist, die nichts mit dem Verhalten unseres Kindes zu tun hat, können wir vielleicht einen Schritt gehen, diese Grenze zu erweitern und mehr von unserem Potential zuzulassen.
  5. Was hat mich als Kind bzw. als Erwachsene/r mit Befriedigung erfüllt? Wo liegt mein eigenes großes Talent, das sich ganz ohne Anstrengung, ohne das Gefühl “funktionieren” zu müssen, völlig stimmig und leicht anfühlt? Wenn wir unterscheiden lernen, wo wir aufgrund unserer Muster “funktionieren” und wo unser ureigenes Talent steckt, das wir in die Welt einbringen können, kann uns dieses Bewusstsein zu mehr Offenheit führen, immer mehr von unserem SELBST zu zeigen.

Wir können unseren Kindern ein riesiges Geschenk machen, wenn wir uns mit uns selbst, unseren Schattenseiten und vielleicht noch versteckten Anteilen beschäftigen.

Über unsere Seele führt unser Weg zu uns SELBST. Dann werden wir auch unsere Kinder bestmöglich unterstützen können, ihr wertvolles hochsensibles Potential zu entfalten.

10 Sätze, die Ihr hochsensibles Kind dabei unterstützen, ein gesundes Selbst-Bewusstsein aufzubauen

Für alle Kinder ist die Unterstützung eines gesunden Selbst-Bewusstseins unendlich wertvoll. Hochsensible Kinder haben es oft besonders schwer, ihren Wert bewusst wahrzunehmen, weil sie durch die Rahmenbedingungen unserer heutigen Zeit in ihrem So-Sein stark verunsichert werden.

Ich weiß noch sehr gut, wie sehr ich mir damals als Kind gewünscht hätte, die im folgenden aufgelisteten Sätze zu hören (mein inneres Kind tut das teilweise heute noch :-). Auch meine Arbeit bestätigt mich immer wieder in meiner Wahrnehmung, dass die Macht der Worte enorm ist, wenn es darum geht, einen anderen Menschen zu erreichen.

Natürlich spüren Kinder, wenn Eltern für sie da sind. Das schönste Geschenk, das Sie Ihrem Kind machen können, ist, Ihr Da-Sein mit folgenden Worten immer wieder zu unterstreichen. Sicherheit, Selbstverantwortung und das Bewusstsein über die eigenen Stärken werden unterstützt und auf gesunde Art und Weise gestärkt.

  1. Ich bin stolz auf dich!
  2. Ich nehme wahr, wie es dir gerade geht!
  3. Du hast eine große Begabung, ich unterstütze dich dabei, gut damit umzugehen!
  4. Ich vertraue dir!
  5. Ich weiß, dass du das schaffst!
  6. Bitte komm zu mir, wenn du Hilfe brauchst!
  7. Ich bin immer für dich da, pass auf dich auf und beschütze dich!
  8. Ich helfe dir dabei, dich zu entspannen!
  9. Es ist so schön, dass es DICH gibt!
  10. Ich liebe Dich!

…und in einem meiner nächsten Beiträge möchte ich darüber schreiben, wie Worte dabei unterstützen können, Überidentifizierung zu vermeiden, sich als (hochsensibler) Elternteil liebevoll abzugrenzen und das Loslassen zu üben 🙂