Dein hochsensibler KÖRPER und DU – Warum wir uns so sehr von unserem natürlichen Wohlbefinden entfernt haben und wie Du Dich und Dein Kind unterstützen kannst, es wiederzufinden.

Im 21. Jahrhundert angekommen

  • können wir vernetzter denken als je zuvor
  • können wir uns technische Hilfsmittel zu Nutze machen, die uns das Leben enorm erleichtern
  • wissen wir größtenteils über die tiefsten Ozeane und die höchsten Berggipfel Bescheid
  • sitzen wir mindestens 9 Jahre in Schulen und lernen die komplexesten Inhalte
  • füttern wir unseren Geist tagtäglich über`s Handy, Fernsehen und den Computer …

ABER, ich traue mich zu sagen, dass wir eine sehr wichtige Sache dabei vergessen haben:

  • wir wissen nicht mehr, wie es sich anfühlt in einem völlig schmerzfreien, leichten und gesunden Körper zu leben – davon sind wir in dieser Zeit mehr entfernt als jemals zuvor.

Unser Verstand ist stark, wurde jahrhundertelang trainiert, enorm wichtig genommen und über den Verstand definieren wir nach wie vor Intelligenz.

Unseren Körper haben wir immer mehr in den Hintergrund gedrängt, versteckt, geleugnet, missachtet und sogar misshandelt – des Verstandes wegen, der uns vorgegaukelt hat, wie ein Schönheitsideal auszusehen hat, wie man sich zurechtmachen, zurechttrainieren oder zurechtoperieren soll, um einer Norm zu entsprechen, die der Verstand kreiert hat.

Unser Verstand ist stark.
Unsere Körper wird immer schwächer, kann nicht mehr mithalten mit dem Tempo, das der Kopf uns vorgibt.

Wenn wir aus irgendeinem Grund doch einmal auf ein Signal unseres Körpers achten und uns beispielsweise Ruhe gönnen, fühlen wir uns oft schuldig – unser Verstand hat gelernt, dass man nunmal auf eine bestimmte Weise funktioniert – tut man das nicht, ist man krank, nicht angepasst genug oder unwillig. Dann passen wir nicht mehr in die Norm und in das System.

Was also tun?
Die Signale des Körpers weiterhin missachten des Verstandes wegen? Mit Schmerz, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Überforderung, Stress und nicht selten Traurigkeit leben lernen (mit dem Verstand)?
Solange bis
… wir entweder am Boden zerstört merken, dass es so nicht weitergehen kann,
… oder wir ab einem gewissen Alter das Einnehmen von Pillen und Pulverchen zu unserer täglichen Routine zählen,
… oder bis wir unseren Verstand so weit trainiert haben, dass er sich völlig vom Körper losgelöst hat. Dann haben wir gelernt, den Verstand so stark zu machen und immer wieder mit Input zu füttern, der uns hilft zu ignorieren, um weitermachen zu können.

Ganz ehrlich – das beobachte ich heutzutage sehr oft.

Geist und Körper sind keine Einheit mehr sondern 2 seelenlose Teile eines einstmals seelenvollen Ganzen.

So sehr wir hochsensible Menschen auch oft mit unserem Körper hadern, der uns immer wieder fordert, achtsam zu sein, hinzuspüren und wahrzunehmen, so sehr haben wir auch die Möglichkeit durch genau diese Gabe wieder zu einer anderen Dynamik und Achtsamkeit unseres Alltags beizutragen.

Unsere Kinder sind das beste Beispiel dafür. Ihr Kopf ist so stark und es ist eine unendlich große Herausforderung für den Körper, sich bemerkbar zu machen, beachtet zu werden und zur Ruhe zu kommen.

Nur wenn es uns gelingt, unsere Kinder beim bewussten Umgang mit ihrem Körper zu unterstützen, dann können sie auch ihr volles Potential leben – dann sind sie GANZ.

Auch hier gilt natürlich: wir als Eltern sind gefordert, unseren eigenen Körper so gut zu achten, dass es uns oft gelingt in unserer Mitte zu sein, einen guten Mittelweg zu finden zwischen Über- und Unterforderung und einen guten Weg zu finden, die Körperlichkeit jedes Geistes wahrzunehmen – der Körper ist unser Mittel, den Geist hier auf der Erde zu halten, um unser Potential auch leben zu können. Wir sind gefordert uns mit unserer eigenen Ganzheit auseinanderzusetzen – eine gesunde Seele und ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.

Das kannst Du am Besten unterstützen, wenn

  • Du Deinen Körper immer wieder bewusst wahrnimmst und auch Dein Kind anleitetet, das zu tun.
    Wie fühlt sich Dein Körper heute an?
    Was braucht er?
    Kindern macht es Spaß, kleine Dinge (Muscheln, Steine…) aufgelegt zu bekommen, die sie einfach nur spüren und wahrnehmen sollen.
  • Du darauf achtest, stets beide Fußsohlen am Boden zu halten. Viele hochsensible Erwachsene und Kinder neigen zum Zehenspitzengang. Unser Körper ist unsere Erdung und somit macht es Sinn, ihn auch ganz am Erdboden zu halten.
  • Du darauf achtest, eine gesunde Beziehung zu Deinem Körper aufzubauen und zuzulassen. Nütze Deine somatische Körperintelligenz. Das bedeutet, dass Dein Körper weiß, was er gut verträgt und was nicht, wann er genug hat und was ideal (Gewicht) für ihn ist. Wahrnehmen und „Zuhören“ zu lernen, was wir brauchen, jenseits vom herkömmlichen Alltagsverständnis, wie etwas zu sein hat, ist essentiell. Wir alle brauchen unterschiedliche Nahrung, Ruhepausen und ein unterschiedliches Tempo – hilf Deinem Kind, seine Bedürfnisse zu erkennen.
  • Du Dich bewegst. Wenn Du keine sportlichen Ambitionen hast, geh viel spazieren oder generell zu Fuß. Spüre Deine Beine, Deine Schritte, die Du setzt.
    Schüttle Dich/Dein Kind regelmäßig so richtig durch. Das macht Spaß und befreit von „zu viel Verstand“.
  • Du auf Deine Haltung achtest und auf die Haltung Deines Kindes. Stelle Dich seitliche und schaue in den Spiegel – stehst Du aufrecht? Oder trägst Du vielleicht einen Rucksack voll mit ungelösten Themen Deines Verstandes?
  • Du versuchst, Dir Schritt für Schritt bewusst zu machen, welcher Lebensrhythmus zu Deinem Körper passt, wie und wann es ihm am Besten geht. Taste Dich schrittweise dorthin – wenn Du ein Kind hast, bist Du so das beste Vorbild!

…und, ja, ich weiß: es gibt viele JA, ABER und Hindernisse auf diesem Weg…

WIR SCHAFFEN ES GEMEINSAM, DAZU BEIZUTRAGEN, DASS UNSER BEWUSSTSEIN, UNSERE WELT UND UNSER MENSCHSEIN WIEDER GANZ WIRD <3

Shiatsu ist übrigens ein wunderbares Mittel, um das Hinspüren wieder zu erfahren und den Körper sanft von Ungleichgewichten zu befreien…schau mal hier.

Hast Du ein Kind mit Neurodermitis  und einem sehr sehr empfindlichen Körper?  Lies mal hier.

Hochsensible Mamas – Ein Appell an Deine besondere Aufgabe im Leben Deines Kindes!

  • Bist Du Mama?
  • Oft erschöpft?
  • Fühlst Du Dich in vielen Situationen hilflos?
  • Leidest Du viel mit Deinem Kind?
  • Möchtest Du Dein Kind vor dem Leben beschützen?
  • Fällt es Dir schwer, Dein Kind in „diese“ Welt zu entlassen?

JA?

Dann gehörst Du wahrscheinlich so wie ich zu jenen hochsensiblen Müttern, die ihr Kind um jeden Preis davor bewahren wollen, die negativen Erfahrungen, die wir selbst erlebt haben, durchmachen  zu müssen.

Gut so! Und vollkommen verständlich.

Ich könnte mir vorstellen, dass Du auch eine Mama bist, die sich sehr stark in ihr Kind einfühlen kann, die seine Gefühle noch vor allen anderen „liest“, manchmal sogar noch bevor Dein Kind sich derer bewusst ist.

Ich könnte mir vorstellen, dass Du eine Mama bist, die große Schwierigkeiten damit hat, wenn Dein Kind in der Schule oder im Kindergarten Menschen und Situationen ausgesetzt ist, die Du nicht gutheißen kannst.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Du Dich manchmal selbst verlierst und Deine Bedürfnisse sehr vernachlässigst, damit es Deinem Kind gut – oder sagen wir besser – geht.

Hab ich Recht? Ich kenne das alles!

Du bist wunderbar in Deiner Sensibilität!

Dein hochsensibles Kind hat bei Dir alles, was es braucht, um verstanden, in seiner Persönlichkeit akzeptiert und wahrgenommen zu werden. Alles Aspekte, die Du bei Deiner eigenen Mama womöglich (schmerzlich) vermisst hast. Es waren andere Zeiten und andere Umstände.

Also – Du bietest Deinem hochsensiblen Kind die besten Voraussetzungen, um eine selbstbewusste, starke und gleichzeitig sanfte und sensible Persönlichkeit zu entwickeln. Das ist großartig! Und wenn Du jetzt meinst, dass das ja alles schön und gut ist, aber Dich diese Großartigkeit doch jede Menge Kraft, Ressourcen und Mühen kosten, dann möchte ich Dir mit diesem Beitrag Mut machen und Dich bestärken, dass Du die beste Mama für Dein hochsensibles Kind bist,

…auch und vor allem, wenn Du Deine Bedürfnisse achtest, …auch und vor allem, wenn Du in Deiner Mitte bist,

…auch und vor allem, wenn Du vertraust, dass Dein Kind seinen eigenen Weg gehen wird,

…auch und vor allem, wenn Du Deinem Kind das Bewusstsein und die Stabilität vermittelst, die Du bei ihm sehen möchtest.

 

 

Und wenn Du Dich jetzt fragst, wie das gehen soll und wie Du es schaffen kannst, Dein hochsensibles Kind Schritt für Schritt in diese so wenig unterstützende Welt zu entlassen, dann möchte ich gerne meine Erfahrungen mit Dir teilen und Dir ein paar Impulse für Deinen Weg als hochsensible Mama mitgeben.

VERTRAUE!

Je nachdem, was wir in unserer Kindheit erfahren haben und wie viel Grundvertrauen wir mitbekommen haben, handeln wir in unserem späteren Leben auch aus diesem Vertrauen heraus.
Mamas, die wenig vertrauen in sich und das Leben als solches haben, neigen auch dazu, ihrem Kind oftmals nicht das Vertrauen entgegenzubringen, das es braucht, um eine selbstbewusste und stabile Persönlichkeit zu entwickeln.

Versuche Dein Vertrauen immer wieder zu stärken, indem Du Dich selbst herausforderst, Dein Kind Schritt für Schritt loszulassen, seine eigenen (auch leidvollen) Erfahrungen machen zu lassen.

Ich habe in diesen Situationen immer folgende Sätze im Kopf: „Ich vertraue meinem Sohn. Es ist sein Weg, den er geht. Ich kann ihm diesen Weg nicht abnehmen. Ich kann ihn beim Gehen unterstützen.“

Je mehr Du in Deiner Stabilität und im Vertrauen bist, desto stabiler und vertrauensvoller kann Dein Kind seinen Weg gehen.

KÜMMERE DICH UM DICH!

Es führt zu nichts, wenn Du Dich selbst aufgibst und verlierst, weil Du Dich über Dein Kind identifizierst. Dein Kind leidet mit Dir, anstatt ihm sein Leid und seine Erfahrungen, die es zu machen gilt, nehmen zu können.

Kümmere Dich darum, dass es DIR gut geht. Schau gut auf Dich und sorge gut für Dich. Dann wird Dein Kind lernen, das auch für sich zu schaffen.

Lass los – auch wenn der Trennungsschmerz groß ist. Gönn Dir Auszeiten, Alleinzeiten und liebevolle Aufmerksamkeiten.

SCHAU IN DEN SPIEGEL, DEN DEIN KIND DIR VORHÄLT!

Oftmals ist es doch so, dass wir uns als Mamas fragen, was mit unseren Kindern bloß los ist, wenn sie auf einmal wütend, aggressiv oder sonst wie sehr stark auf Situationen reagieren.

Achtung – Dein hochsensibles Kind ist Dein Spiegel! Alle Emotionen, die Du womöglich nicht auslebst oder die in Dir schlummern, kann Dein Kind empfangen und „für Dich“ an die Oberfläche bringen.

Auch Verhaltensweisen, die Du bei Dir ablehnst oder die bei Dir mit negativen Emotionen verbunden sind, kann Dir Dein Kind vor Augen führen, indem es Dich immer wieder herausfordert hinzuschauen.

Wir Mamas neigen dann vielleicht dazu zu sagen: „Ach, mein armes Kind, wie gerne möchte ich Dir das ersparen!“ – in Wirklichkeit wollen wir es uns nur selbst ersparen. Wir dürfen also aufmerksam hinschauen und anfangen, unser eigenes inneres Kind zu bemerken.

Dazu habe ich vor einiger Zeit einen eigenen Beitrag geschrieben.

WANDLE DEIN LEID IN DEINE STÄRKE UM!

Du bist unendlich stark. Stark in Deinem Leid, das Dich viel Kraft kostet. Nutze diese Kraft ins Positive!

Lebe Deinem Kind das Leben vor, in dem Du es gerne sehen würdest. Auch wenn die Gesellschaft da draußen nicht förderlich ist für die Bedürfnisse hochsensibler Menschen. Hilf mit, dass auch Dein Kind seine Aufgabe in diesem Chaos findet, um dazu beitragen zu können, dass sich was verändert.

LEBE DEINE GROSSARTIGKEIT!

Schütze Dein Kind wo es notwendig ist und lass es frei so oft es geht!

Aus eigener Erfahrung weiß ich gut, wie leicht es ist, all das zu schreiben oder zu lesen, und wie schwer und herausfordernd es sein kann, das umzusetzen.

Ich möchte Dich bestärken, diesen Weg Schritt für Schritt und mit immer mehr Bewusstsein die Verbindung zwischen Dir und Deinem Kind betreffend zu gehen.

Ich wünsche Dir aus ganzem Herzen die Kraft und die Stabilität, Eure Wege zu gehen. Manchmal ist es der gleiche und oftmals ein ganz anderer 🙂

Vielleicht interessiert Dich auch dieses Video zum Thema, das ich vor einiger Zeit aufgenommen habe:

Schreib doch bitte in die Kommentare, ob auch Du so ein starkes Band zwischen Dir und Deinem Kind wahrnimmst und was Eure Herausforderungen damit sind!

Danke für die Zeit, das zu lesen!

herzlich,

Karin

Hilfe Pubertät! – 5 Gedanken, die Dich beim Umgang mit Deinem hochsensiblen pubertierenden Kind unterstützen können

„Guten Morgen, mein Schatz – gut geschlafen?“
Ein grantiges Gesicht als einzige Antwort darauf. Danach sofort ein: „Wo sind meine Fußballschuhe?“
„Da, wo Du sie gestern ausgezogen hast, mein Schatz!“
„Ich hab´Hunger!“
„Was möchtest Du frühstücken, mein Schatz?“
„Weiß nicht. Mach mir was!“

Spätestens jetzt spüre ich, wie meine Gelassenheit die Geduldsprobe nicht besteht.
„Kannst Du vielleicht bitte sagen, wenn Du Etwas von mir möchtest!? Und überhaupt – ich bin nicht Deine Dienstbotin!!“

Wenn darauf eine Antwort zurückkommt, dann: “ Sei nicht immer so genervt, Mama!!“

Ich genervt?? Wohl vielmehr erschüttert, wie schnell sich doch mein lieber, süßer und freundlicher Sohn in ein ungehobeltes grantiges Monster mit riesigen Händen und Füßen verwandelt hat!
JA, ich weiß, diese Entwicklung ist „normal“ und hilft (irgendwann) beim Finden der eigenen Identität.
Ich muss in dieser Zeit sehr aufpassen, meine eigene – mühsam erarbeitete – nicht zu verlieren 🙂

Gerade als hochsensible Mama mit sehr enger Bindung zu ihrem hochsensiblen Sohn (und einem Hand zur Überidentifizierung) ist es eine riesige Herausforderung, bei mir zu bleiben und mich nicht allzu sehr auf die Stimmungsschwankungen meines pubertierenden Sohnes einzulassen. Ansonsten ist das Drama vorprogrammiert, indem wir beide uns allzu sehr in den Stimmungen und Schwingungen des jeweils anderen verlieren. Eine Dynamik, die meist darin endet, dass Türen fliegen, Wort fallen, die einem hinterher leid tun oder stundenlang eisiges Schweigen die einzige Gemeinsamkeit zwischen uns bleibt.

Kennst Du das auch?

Meine mittlerweile fast 15 jährige Tochter hat einen Großteil ihrer pubertierenden Tage bereits hinter sich (hoffe ich :). JA, es war auch herausfordernd und ich habe manchmal meine Grenzen verloren. Vor allem deshalb, weil ihre Persönlichkeit so gänzlich anders als meine ist und mir das immer wieder schmerzlich bewusst wurde – heute finde ich es großartig und ich kann viel von ihr lernen 🙂
Bei meinem 13 jährigen hochsensiblen Sohn erlebe ich es ganz anders. Es nimmt mich regelrecht ein, wenn negative Energie herrscht, wenn wir aneinander anecken und uns immer wieder aufs Neue gegenseitig herausfordern und provozieren. Das passiert nahezu automatisch und es kostet viel Kraft, aus dieser Dynamik auszusteigen und sie zu durchbrechen – eine Aufgabe, die mir als Mama aber sehr bewusst und wichtig ist. Wer sonst soll es tun 🙂 ?

Folgende Gedanken helfen mir immer wieder, aus negativen Verstrickungen auszusteigen, mehr bei mir zu bleiben und meinen hochsensiblen Sohn und seine Pubertät loszulassen. Vielleicht kannst Du auch was davon mitnehmen:

1. ZEIT

Wenn ich merke, dass Wut und Unverständnis in mir hochkommen, reagiere ich nicht sofort. Ich versuche die Welle, die da überschwappt, abzufangen, indem ich langsam bis 10 zähle. Meistens ist meine Reaktion dann weit weniger emotional und abgegrenzter.

2. ATMEN

So einfach es klingt, so schwierig ist es, wenn mich negative Schwingungen und destruktive Dynamik versuchen einzulullen. Ich merke dann sofort, wie sehr sich mein gesamter Körper verspannt und meine Atmung auf ein Minimum reduziert wird. Wir hochsensible Menschen reagieren sofort über unseren Körper. Ich achte darauf, beide Fußsohlen am Boden zu spüren und bewusst in den Bauch zu atmen. Das hilft mir, die Energie nach unten zu holen, damit sie mich nicht emotional oder voreilig reagieren lässt.

3. BERÜHRUNG

Wenn ich das Gefühl habe, mein Sohn überschreitet mit seinen Worten oder Verhaltensweisen eine Grenze, atme ich ruhig und berühre ihn meist an beiden Schultern. Das holt ihn sehr oft runter. Ich bitte ihn dann, mir in die Augen zu schauen (klappt meistens) und rede mit ihm möglichst gelassen, aber sehr bestimmt und meine Grenzen absteckend.
Zum Beispiel:“Es ist in Ordnung, dass Du heute schlechte Laune hast. Ich möchte diese nicht übernehmen. Wenn Du etwas von mir möchtest oder etwas brauchst, dann rede mit mir bitte freundlich.“

4. NICHT PERSÖNLICH NEHMEN

Etwas, das für ich als hochsensible Mama besonders wichtig ist, ist der Gedanke, dass ich es nicht persönlich nehme, wenn meine Sohn zum Beispiel schlechte Laune hat oder andere Eigenschaften an den Tag legt, die mir ein negatives Gefühl vermitteln. Ich weiß, ich neige dazu, das persönlich zu nehmen und dementsprechend emotional zu reagieren.

5. LAST BUT NOT LEAST

„Mit einer Kindheit voll Liebe kann man ein Leben hindurch die kalte Welt aushalten.“

…ein Zitat von Jean Paul (ein Pädagoge aus dem 18. Jh.)

 

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Gastbeitrag von Autorin und „Klopftechnik Expertin für hochsensible Menschen“ Monika Richrath zum Thema: Die eigene Hochsensibilität nicht aus dem Blick verlieren

Ich freue mich sehr über den Gastbeitrag von Monika Richrath. Durch ihre eigenen physischen und psychischen Erfahrungen, die sie ziemlich an ihre Grenzen brachten, hat sie es geschafft, aus konventionellen Arbeitsstrukturen auszubrechen und ihre eigene hochsensible Veranlagung anzunehmen und zu schätzen. Sie arbeitet als Coach und Trainerin für Klopfakupressur, vorrangig mit hochsensiblen Menschen.

Die eigene Hochsensibilität nicht aus dem Blick verlieren
Es erstaunt mich immer wieder, wie viele Menschen die eigene Hochsensibilität erst über die eigenen Kinder entdecken – aber ich freue mich über jedeN! Dabei ist die Erkenntnis nur der erste Schritt auf dem Weg in ein sinnvolles, erfülltes Leben. Ohne den zweiten Schritt, die Akzeptanz der eigenen Veranlagung (was durchaus auch schon mal ein paar Jahre in Anspruch nehmen kann) geht nichts (auch wenn das Wissen darum schon sehr viel Erleichterung bringen kann). Aber auch diese ist letztendlich nichts ohne den 3. Schritt, die Bereitschaft zur Umsetzung der Umgestaltung des eigenen Lebens. Davon sind häufig mehrere Menschen betroffen.
Wenn Sie Kinder haben, ist die Wahrscheinlichkeit, dass eines oder mehrere davon ebenfalls hochsensibel sind, ziemlich groß. Dies bedeutet, in Ihrem System „Familie“ gibt es mehr als einen Menschen, der sehr reiz- und stressempfindlich ist – was sich auf das ganze System auswirkt, jeden Tag und immer wieder.
Auf diesem Blog geht es zwar hauptsächlich um Kinder, aber ich möchte gerne Ihr Augenmerk auf die Tatsache lenken, dass es zu kurz gedacht ist, wenn Sie sich nur Gedanken darüber machen, wie Sie Ihr Kind am besten unterstützen können in seiner Hochsensibilität, wenn Sie sich gleichzeitig selbst dabei vernachlässigen. Kinder lernen ja durch Nachahmung und Beobachtung und kaum etwas kann Ihr Kind so stärken, wie wenn es erlebt, wie Sie mit Dingen umgehen.
Die eigene grundsätzliche Reiz- und Stressempfindlichkeit kann man natürlich nicht verändern, aber man kann einen sehr großen Einfluss nehmen auf das Stresserleben. Auslösende Stressoren lassen sich durchaus beeinflussen. Die Klopfakupressur ist hier ein wirklich probates Mittel, Glaubenssätze und Verhaltensmuster aufzulösen, die Stress erzeugen. Häufig ist es ja so, dass hochsensible Menschen aufgrund der schnellen Überforderung ein chronisch erhöhtes Stresslevel haben und sich das Gefühl einstellt „Ich komme überhaupt nicht mehr runter“. Es erscheint ziemlich logisch, dass in dieser Situation eher mit der hochsensiblen Veranlagung gehadert wird, da man sich einfach nur als ohnmächtig erlebt. Mit der Klopfakupressur können Sie dieser Ohnmacht aber etwas entgegensetzen, eine Form von Selbstermächtigung erleben, wie einfach es im Grunde genommen ist, sich selbst zu helfen. Und alles, was man dazu benötigt, sind die eigenen Hände!
Vielleicht fragen Sie sich, was Klopfakupressur eigentlich ist? Sie können sich diese Methode vorstellen wie eine Art Akupunktur, nur werden dazu keine Nadeln verwendet, sondern es werden bestimmte Punkte auf dem Körper mit den Fingern geklopft und dazu wird eine Belastung oder ein Problem formuliert. Zum Beispiel „Auch wenn ich nicht weiß, wie ich mit meiner Tochter über das Thema XY sprechen soll, liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz.“ Beim Klopfen werden Akupunkturpunkte benutzt, die besonders eng verknüpft sind mit dem limbischen System im Gehirn, da wo unsere Erlebnisverarbeitung stattfindet. Gleichzeitig werden im Körper bestimmte Informationsbotenstoffe ausgeschüttet (z. B. Serotonin), die dafür sorgen, dass unser Herzschlag sich beruhigt, das Immunsystem reguliert wird, Angstgefühle sich verringern usw. Man fühlt sich sofort besser.
Die Klopfakupressur ist wirklich für Groß und Klein geeignet. Eine Teilnehmerin eines Seminars gab mir die folgende Rückmeldung:
„Inzwischen klopfe ich jeden Tag und wenn ich es mal vergesse ist das gaaaaaaar nicht gut, denn dann ist alles aus dem Gleichgewicht! Es ist ganz erstaunlich, wie diese Technik mein Wohlbefinden, Laune, und meine Selbstachtung und -akzeptanz und -schutz fördert!
Für mich scheint es am besten zu sein, wenn ich mittags in meinem Mittagstief klopfe, das ist fast so wie ein Mittagschlaf! Und dann muss ich am besten 4 Durchgänge machen, jeweils 2x auf beiden Seiten. Dann fühl ich mich ganz bei mir. Und das Tolle ist ja, dass ich es mit der Klopfakupressur selbst in der Hand habe, wie es mir geht – ganz ohne den Stress, irgendwo hin zu müssen, um dort Sport zum Ausgleichzwischen vielen Leuten oder sonstwas zu machen! Ich sitz einfach auf dem Sofa und klopfe 10 Minuten an mir herum und dann ist alles gut.
Nachdem ich es einige Wochen erstmal bei mir getestet hatte, habe ich jetzt auch angefangen, bei den Kindern zu klopfen und was da passiert ist noch viel erstaunlicher als bei mir selbst! Innerhalb von Sekunden schlafen die dabei manchmal ein! Bei der Großen ist das meistens schon beim 4. Klopf-Punkt – unter der Nase – und die Kleine hält krampfhaft die Augen offen, bis sie bei dann bei der 2. Runde einfach wegleiern und zuklappen… Sie akzeptieren es natürlich nicht immer, weil sie gleich raushatten, dass man davon soooo entspannt und sooooooo müde wird… Aber beide Kinder haben gemerkt, dass es ihnen dann besser geht. Es scheint auch so zu sein, dass Kinder das nicht jeden Tag brauchen – im Gegensatz zu mir (hat sich noch nicht so viel Seelenmüll angesammelt und Sorgen usw.)“

Grundsätzlich würde ich Ihnen aber eher dazu raten, die Klopfakupressur für sich anzuwenden und sie ihren Kindern beizubringen. Damit diese nicht das Gefühl haben, es wird etwas mit ihnen gemacht, sondern ebenfalls erleben können: „Hey, da gibt es etwas, das macht, das ich mich besser fühle!“ Es gibt ein ganz wunderbares Buch von Anna Haker „Paul und Flora – die geheimen Kräfte“, was Sie vielleicht als allabendliches Vorlesebuch etablieren können, dort lernen schon ganz kleine Kinder das wichtigste über die Klopftechnik und auch wie sie angewendet wird.
Etwas ältere Kinder können ruhig wie Erwachsene klopfen aber mit abgewandelten Sätzen. In meiner Praxis verwende ich häufig den Satz „Auch wenn ich Problem XY habe. bin ich cool.“ Das kommt in der Regel sehr gut an.
Was ebenfalls bei Groß und Klein sehr nützlich ist, ist das Klopfen der Notfallpunkte. Wie man das macht, zeigt dieser Clip:

Vielleicht sind Sie ja jetzt neugierig geworden und möchten mehr über die Klopfakupressur erfahren? Vom 20. bis 21. Mai bin ich mit meinem Seminar „Besser umgehen mit Hochsensibilität“ in Wien. Dabei können Sie die Klopfakupressur nicht nur von der Pike auf lernen, sondern sich mit dem Erleben der eigenen Hochsensibilität konstruktiv auseinandersetzen und sich mit anderen austauschen. Und vor allen Dingen erfahren, wie Sie die Klopfakupressur in ihrer speziellen persönlichen Situation anwenden können. Für Informationen und Anmeldung stehe ich Ihnen unter 0049 228 71 01 27 57 zur Verfügung. Dabei geht es dann aber wirklich nur um Sie – und nicht Ihre Kinder 😉

Vielleicht lernen wir uns ja kennen. Ich würde mich freuen!
Herzlichst, Ihre
Monika Richrath

Monika Richrath, Autorin des Buches „EFT Klopftechnik für Hochsensible“, arbeitet seit 2011 als Coach und Trainerin für Klopfakupressur mit hochsensiblen Menschen
Webseite EFT für hochsensible Menschen

„Aber ich kann es doch spüren“ – Warum ich dieses Buch geschrieben habe.

Aber ich kann es doch spüren – Hochsensibilität als Potential nutzen. Mit Schwerpunkt Schule.

Warum ich dieses Buch geschrieben habe und was mir als hochsensible Frau, Mama eines hochsensiblen Sohnes (und einer sensiblen TochterJ, ehemalige Lehrerin und Scannerpersönlichkeit (mit Hang zum High Sensation Seeking) wichtig ist:

Ganz kurz – für alle, die (noch) nicht wissen, was sie mit den Begriffen Scanner und High Sensation Seeker anfangen sollen…

Scanner: sind Menschen, die ständig auf der Suche nach neuem Input sind, vielseitig interessiert sind, sich nicht gern festlegen, schwer fokussieren können und vielbegabt sind

(siehe auch: http://www.hochsensibilitaet.at/hochsensible-scanner-ich-bin-viele/)

High Sensation Seeker: sind Menschen, die die Balance zwischen höchster Anregung (=high sensation) und absolutem Rückzug brauchen. Nur 1 Seite auszuleben, macht sie auf Dauer krank.

 

Kennst Du das?

 

So, warum jetzt dieses Buch:

Jahrzehntelang war ich auf der Suche nach mir selbst. Ich konnte so Vieles, was da um mich herum passierte, wahrnehmen aber nicht einordnen. Ich war öfters unglücklich, fühlte mich schwer und traurig. Und ich habe mich sehr oft verstellt – um so zu sein wie die anderen – ohne zu wissen wer ICH bin.

Viel suchen, viel hinterfragen, viele Erfahrungen, viele Gespräche und viele Tränen, aber auch viele schöne Erlebnisse später, bin ich mir Schritt für Schritt näher gekommen.

Ich habe gelernt (und lerne immer noch) meine Bedürfnisse zu akzeptieren und zu leben.

Ich lerne meinen hochsensiblen Sohn als eigenständige Persönlichkeit (auch wenn er mir noch so ähnlich ist) da sein zu lassen und mich gesund abzugrenzen.

Ich lerne mein hochsensibles Mama Sein so zu nutzen, dass ich meinen Kindern Halt und Sicherheit geben kann.

Und ich habe gelernt – und lerne immer noch – beruflich mit meinen Herzensthemen zu arbeiten.

Ein langer, unsteter Weg – aber ich weiß, dass er zum Ziel führt :-).

Mit meinem Buch möchte ich dazu beitragen, Bewusstsein zu schaffen für Bedürfnisse hochsensibler Menschen, vor allem Kinder, in einer Gesellschaft, die diesbezüglich noch wenig Bewusstsein hat.

Je mehr wir hochsensiblen Menschen unser Potential leben und in die Welt einbringen können, umso mehr helfen wir mit, eben dieses Bewusstsein hervorzubringen.

Literatur über das Thema Hochsensibilität gibt es mittlerweile zahlreich.

Ich wollte mich als ehemalige Lehrerin und Mama eines hochsensiblen Sohnes vor allem dem Thema Kinder und Schulalltag annehmen.

Schule als Organisationsform mit starren und zumeist alten Strukturen ist für die meisten unumgänglich.

Ich bin überzeugt davon, dass sich auch das Schulsystem (so wie alle anderen starren und leidvollen Strukturen in Zukunft verändern (müssen).

Hochsensible Kinder können hier richtungsweisend sein, indem sie aufzeigen, was unbedingt beachtet werden muss und welche Bedürfnisse unsere Gesellschaft (wieder) ernst nehmen muss.

Jetzt aber leben wir noch in einem Alltag, der bestimmt ist von Stress – zu viel, zu laut, zu intensiv, zu schnell, zu unpersönlich und vor allem zu verstandesorientiert.

Mit meinem Buch möchte ich dazu beitragen, noch ein bisschen mehr in das Thema Hochsensibilität einzutauchen, und noch ein bisschen genauer wahrzunehmen, welche komplexen Aspekte hier Beachtung brauchen. Ich zeige einfache Möglichkeiten auf, sich selbst und sein hochsensibles Kind zu unterstützen auf einem Weg, der wichtig ist, um unsere Zukunft zu gestalten.

 

 

„Mama, was passiert eigentlich, wenn ich sterbe?“ – oder: Wie ich es schaffe, mit meinem hochsensiblen Kind über den Tod zu reden.

Angst.
Das ist jenes Wort, das ich mit dem Tod schon seit frühester Kindheit verbunden habe.
Gleich danach kam das verstehen Wollen. Verstehen, warum wir sterben müssen, verstehen, warum wir Menschen da sind und wieder gehen müssen, verstehen warum loslassen und Abschied nehmen zum Leben gehören.
Und die Frage nach dem Sinn. Die quälte mich am meisten.
Mein Verstand war schon immer unglaublich stark, unglaublich anspruchsvoll und unglaublich schwer zum Stillstand zu bringen.
Mein Kopf wollte immer schon verstehen – mein Herz spürte so viel Angst und Schwere im Zusammenhang mit der Endlichkeit – und ich hatte niemanden, der mir ausreichend Antworten zu geben imstande war.

So vermied ich es auf Friedhöfe zu gehen. Ich drehte meinen Kopf auf die andere Seite, wenn wir mit dem Auto an einem vorbeifuhren.

In der Privatschule, in die ich ging, hatten wir römisch katholischen Religionsunterricht und nahmen regelmäßig an Messfeiern teil. Ich war irgendwie immer schon fasziniert vom Weihrauch, von der Atmosphäre, die so gänzlich jenseits des Alltags war. Aber auch hier kam sie immer wieder hoch:
Angst!
Wir wurden unterrichtet, dass wir ein gottesfürchtiges Leben zu leben haben, ansonsten würden uns unsere Sünden und Straftaten irgendwann heimsuchen.
Angst.
Gott war immer schon männlich, strafend und beängstigend für mich. Und er war derjenige vor dem ich mich eines Tages zu verantworten hatte für mein Leben und der, der dann darüber urteilen durfte, was nun mit mir geschieht.
Angst.

Ja, ich war ein immer angepasstes Kind., habe versucht die Dinge mit mir auszumachen.
Es war mit unmöglich einen Sinn in dieser hierarchischen Angststruktur zu sehen.

Und so quälten mich meine Fragen noch viele Jahre lang:

Warum gibt es einen Gott, der so viel Leid auf der Welt zulässt?
Warum leben wir und sterben dann?
Was passiert nach dem Tod mit uns?
Was war davor?
Wie entstand das Universum?

Ich setzte mich regelmäßig auf unsere Toilette (ohne Fenster), drehte das Licht ab und stellte mir vor, im Weltall zu schweben. Ich liebte dieses Gefühl!

Ich wurde älter. Meine Fragen wurden mehr. Ich beobachtete andere Menschen und wie sie mit den Themen Tod, Sterben und Gott umgingen. Die meisten verdrängten es und hatten ihre eigenen Konstrukte rund herum kreiert.
Von „es gibt keinen Gott – wir leben, wir sterben und damit basta“ bis hin zu „wenn du nach dem Leben auferstehen möchtest, musst du brav in die Kirche gehen, nicht zu viel nachfragen und ein gottesfürchtiges Leben führen“.
Zwischen diesen Extremen konnte ich nichts finden.

Ich wurde noch älter. Ich lebte einen ausgefüllten Alltag, in dem ich sehr mit mir und den Menschen um mich herum beschäftigt war.
Psychische und körperliche Herausforderungen führten mich jedoch immer wieder zu meinen Fragen zurück. Und die quälende Suche nach den Antworten begann aufs Neue.

Ab einem gewissen Zeitpunkt meines Lebens gab es kein Entkommen mehr und ich musste mich diesen Fragen stellen. Musste auf die zielgerichtete Suche nach den Antworten gehen. Ich konnte nicht mehr anders – meine Seele und mein Körper drängten mich dazu.
Ich habe viel gelernt. Sowohl mit meinem Verstand als auch mit meinem Herzen.
Heute ist meine Spiritualität selbstverständlich für mich und ich habe Antworten auf alle Fragen, die mich unendlich lange so gequält haben. Es war ein langer und beschwerlicher Weg für mich.

Bei meinen Kindern, vor allem bei meinem hochsensiblen Sohn, achte ich darauf, Antworten zu geben.
Antworten zu geben, die ihm dabei helfen, seine eigenen Antworten zu einem sehr frühen Zeitpunkt zu finden.

Jeder von uns ist anders. Jeder braucht andere Antworten. Jeder Mensch, ob hochsensibel oder nicht, hat seine eigene Geschichte und damit verbundene Fragen.

Als Eltern sind wir sehr gefordert, unseren Kindern Halt und Stabilität zu geben – sie aufzufangen in ihrer Unsicherheit und sie anzuleiten, sich auf die Suche nach ihren eigenen Antworten zu machen.

Aufgrund meiner eigenen Suche und der Erfahrung mit hochsensiblen Kindern und deren tiefgründiger Fragenwelt, möchte ich Dir hier nun einige Gedanken mitgeben, die Dich im Umgang mit den Fragen Deines hochsensiblen Kindes unterstützen:

  • Versuche so selbstverständlich wie möglich mit Deinem Kind über derartige Themen zu sprechen. Sie sind Teil des (hochsensiblen) Lebens und es ist sehr wertvoll für uns alle, sie als solche zu sehen! Es nimmt Deinem Kind viel Angst und Unsicherheit, wenn es merkt, dass es mit diesen Fragen zu Dir kommen kann und sich angenommen fühlt.
  • Beantworte JEDE Frage Deines Kindes. Auch, und vor allem, wenn Du keine Antwort hast. Philosophiere gemeinsam mit Deinem Kind, interessiere Dich für seine Herangehensweise.
    Unsere hochsensiblen Kinder sind sehr spirituell und haben oft überraschende Gedanken und Informationen aus ihrer inneren Welt parat.
  • Wenn Du selbst hochsensibel bist, dann ist es wahrscheinlich auch für Dich selbstverständlich, Dich mit derartigen Fragen auseinanderzusetzen. Wenn nicht, dann bitte ich Dich, die Fragen Deines Kindes sehr wichtig zu nehmen und Dich gegebenenfalls individuell bei der Begleitung Deines Kindes in dieser Hinsicht unterstützen zu lassen.

  • Ich möchte Dich ermutigen, Dich mit Deinem hochsensiblen Kind auf die Reise nach dem Ursprung zu machen. Wir haben in unserer verstandesorientierten Welt so vieles, was früher selbstverständlich war, verdrängt und wollen uns nicht mehr damit beschäftigen.
    Der Tod ist ein eher lästiger Nebenaspekt des Lebens geworden. Hospize, Sterbebegleitung und Begräbnisse kann man nicht wirklich gut vermarkten ;-).

  • Ermutige Dein Kind, diese Fragen zu stellen. Jedem. Unsere hochsensiblen Kinder bringen längst verloren gegangene Aspekte des Lebens wieder an die Oberfläche.  Sie  fordern ein, das Leben in allen Facetten zu begreifen. Sei Deinem Kind dabei behilflich, wieder einen natürlicheren Zugang zu diesen essentiellen Fragen zu bekommen.

    …vom Anfang bis zum Ende (…das es meiner Meinung nach nicht gibt ☺ …).

„Sterben ist nur ein Umziehen in ein schöneres Haus.“
(Elisabeth Kübler-Ross, Ärztin und Sterbeforscherin)

„Hochsensible Scanner – Ich bin Viele“

…oder: Warum ich es oft nicht schaffe, Dinge zu Ende zu bringen.

 

Ich, 41:

hatte bereits als Kind das Gefühl, nichts wirklich zu können, hatte ständig zahlreiche Ideen im Kopf, die ich praktisch nicht umsetzen konnte, war mit meinen Gedanken permanent auf unterschiedlichen Ebenen gleichzeitig unterwegs, habe zahlreiche Jobs ausprobiert, Ausbildungen gemacht und schnell wieder abgehakt , hatte einfach immer das Gefühl „nicht ganz zu sein“, auch und vor allem, weil mir mein Umfeld stets vermittelte, dass man sich fokussieren muss, seinen Weg zu gehen hat, den man konsequent verfolgen müsse, zu Entscheidungen und „Opfern“ fähig sein muss, sich nicht so leicht ablenken lassen darf, nicht so wankelmütig sein darf… und so weiter und so fort – sonst würde man es im Leben zu nichts bringen.

Mein Sohn, 13:

hat zahlreiche Begabungen, die immer mal wieder präsent sind und an die Oberfläche kommen, macht oft den Eindruck eines „zerstreuten Professors“, setzt sich mit unglaublich vielen Themen auseinander und verwirft sie dann wieder, zeichnet Pläne, entwirft Spiele, fotografiert, bearbeitet Bilder, spielt Fußball und will manchmal damit aufhören, weil es ihn nervt zum Training zu gehen , will manchmal Volksschullehrer werden, manchmal Computerspezialist, um viel Geld zu verdienen, wollte zum Gitarrespielen anfangen, hat nach 1 Einheit aufgehört, hat sich früher mit Steinen/Mineralien und Vogelkunde beschäftigt…und so weiter und so fort. Ich fühle mich damit manchmal überfordert, weil ich mir wünschte er wäre schon „weiter“…und dann lache ich wieder über mich selbst, so etwas zu „erwarten“ 😀

Man könnte jetzt Folgendes meinen: wir sind wankelmütig, unbeständig, schaffen es nicht, Dinge zu Ende zu bringen, ich versage als Mutter, weil ich meinen Sohn nicht ausreichend motiviere, mir mangelt es an Disziplin und meinem Sohn an Ehrgeiz, wir lassen uns viel zu leicht ablenken, sind zertreut und unsicher….und natürlich vieles andere mehr.

Kennst Du das oder hast Du so etwas auch schon einmal über Dich oder Dein Kind gehört?

Dann zählst Du vielleicht, ebenso wie mein Sohn und ich, zur Gruppe der Scanner. Wenn Dir dieses Wort jetzt nichts sagt, dann kommst Du vielleicht mit der Übersetzung „Vielbegabung“ besser zurecht. Der Begriff wurde von der Therapeutin und Autorin Barbara Sher ins Leben gerufen und seitdem immer wieder mit Hochsensibilität in Zusammenhang gebracht. Scannerpersönlichkeiten verfügen über große Begeisterungsfähigkeit, Neugierde, Kreativität und Lebendigkeit. Aufgrund der Tatsache, dass sie besonders viele Interessen haben, können sie sich nur sehr schwer auf eine Sache konzentrieren, verlieren schnell das Interesse, wenn sie die Neugierde für eine andere Sache packt und neigen dazu, sich zu verzetteln. Das Bild des „chaotischen zerstreuten Professors“ passt hier ganz gut oder eben auch das Synonym „Vielbegabung“.

In den Lebensläufen von Scannern finden sich oft sehr viele verschiedene „Sprünge“ in unterschiedlichste Jobs oder/und nicht abgeschlossene Ausbildungen. Ihre Sprunghaftigkeit hat aber weniger mit Undiszipliniertheit und Unbeständigkeit zu tun, als mit Unterforderung. Sobald eine Sache zur eigenen Zufriedenheit „gescannt“ ist, verliert sie an Reiz und man will sich Neuem zuwenden.

Die Herausforderung eines Scanners ist es, die eigene Veranlagung und die damit oftmals verbundene Neigung zum Perfektionismus bewusst zu erkennen. Oftmals leben Scannerpersönlichkeiten mit einer großen Unzufriedenheit. Nicht scheint auf Dauer erfüllend und man versteht sich oft selbst nicht – vor allem im Vergleich mit Mitmenschen die augenscheinlich „Ihre“ Berufung und Erfüllung gefunden haben. Nagende Selbstzweifel kommen auf und, so wie es bei mir war, sehr oft das Gefühl: „Eigentlich kann ich gar nichts so richtig und wirklich gut.“

Scanner brauchen zumeist eine gewisse Zeit ihres Lebens, um über Wege und Umwege ihre Potentiale kennenzulernen und zu entfalten. Irrwege erkennen sie zumeist daran, dass der bereits erwähnte Langeweile- oder Bore Out Zustand eintritt.

Natürlich gibt es kein Patentrezept, wie es gelingen kann, als Scanner zu seiner Erfüllung zu finden und die komplexe Persönlichkeit bestmöglich ins Leben einzubringen. Ein wesentlicher Schritt ist sicher der, Selbstbewusstsein und Selbstannahme zu erreichen. Wenn ich weiß, warum es mir oder meinem Kind oft schwer fällt, konzentriert bei der Sache zu bleiben, gelingt es mir sicher besser, zu Akzeptanz und positiver Annahme zu gelangen. Scanner Persönlichkeiten müssen sich in Vielem ausprobieren, um nach und nach ihr vielseitiges Potential in unterschiedlichen Situationen kennenzulernen.

 Wichtige Fragen für Dich als Scanner:

  • Welche Grundwerte habe ich?
  • Wo und in welchen Bereichen kann ich meine Werte finden und leben?
  • Was gibt mir Stabilität (Familie, Wohnumgebung…) auf meinem oft unbeständigen Weg? – Wo liegen meine größten Begabungen?
  • Gibt es die Möglichkeit, meine Begabungen miteinander zu verbinden, um damit beispielsweise im beruflichen Kontext zu mehr Erfüllung zu finden?

Wenn Dein Kind zu den Scannerpersönlichkeiten zählt, dann helfen Dir vielleicht diese Gedanken/Tipps:

  • Lass Dein Kind viele mögliche und (für Dich vielleicht) unmögliche Sachen ausprobieren – auch wenn es nur für ganz kurze Zeit ist.
  • Stärke Dein Kind immer wieder in seinen Begabungen und Talenten.
  • Nimm Euch beiden den Druck, zu einem gewissen Zeitpunkt, Zukunftsentscheidungen getroffen haben zu müssen.
  • Und vor allem: Nimm Dein Kind in seinem So Sein an. Eine Scannerpersönlichkeit lebt keinen Mangel an Disziplin oder Ehrgeiz sondern verfügt über ungemein viel Potential, das in die Welt gebracht werden will 🙂

 

 

 

Gastartikel von Autorin Birgit Böhm: Vom “Ruf des Abenteuers” und dem Weg zu einem einzigartigen Schatz

Als Biologin und Pädagogin sieht Birgit Böhm eine wichtige Aufgabe darin, Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, dass die Natur einen Schatz darstellt, den wir Menschen gut behüten sollten. Spät hat sie ihre eigene Hochsensitivität und synästhetische Wahrnehmungsweise entdeckt (mehr Information dazu im Beitrag). Seitdem liegt es ihr als Autorin am Herzen, anderen Menschen diese Phänomene durch Erzählungen nahezubringen. Auch die fabelhaften Hauptcharaktere ihrer Bücher tragen hochsensible Wesenszüge.

Die Erzählungen von Alba eignen sich
  • zum Selberlesen ab circa 10 Jahren,
  • zum Vorlesen auch für jüngere Schulkinder
  • für Erwachsene, die sich als „feinsinnig“ einschätzen und die einen Blick zurück in die jungen Jahre hs Persönlichkeiten werfen möchten
  • als Familienlektüre in hochsensiblen Familien

Lass Dich verzaubern 🙂

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Die Raunächte mit ihrem ganz eigenen Zauber sind vorbei. Wie jedes Jahr seit Jugendzeiten haben sie ihre Wirkung auf meine Gefühle und Gedanken entfaltet: Mit Spannung und Vorfreude fühle ich mich nun bereit, mein wichtigstes Projekt für 2017 beherzt umzusetzen.

Meine Naturverbundenheit verdanke ich wohl meiner Kindheit in den 50er und 60er Jahren in Norddeutschland. Eingebunden in solide familiäre Strukturen, mit einer fürsorglichen Großmama, die mit mir im Sommer geduldig Blumen am Deich pflückte und im Herbst bunte Blätter sammelte, durfte ich weit gehend im eigenen Tempo groß werden. Die Nähe zur Nordsee mit ihren gefährlichen Sturmfluten lehrte mich früh den Respekt vor den Naturgewalten.

Waldrebe

Die Gemeine Waldrebe: Sie sollte später als „Zauberpflanze“ in meine Fantasy- Welt eingehen.

Dachs

Der Europäische Dachs: Er wurde zur Figur des „Fulgur“ in meiner Fantasy- Welt.

 

Diese enge Beziehung zur Natur beeinflusste auch meine Berufswahl.

Ich wurde Realschullehrerin mit Schwerpunkt Biologie, ging aber daneben künstlerischen Neigungen mit Kunst und Textilem Werken nach sowie meiner Liebe zu Büchern und Filmen. Nach Zeiten von Familienarbeit mit zwei Kindern, beruflicher Selbstständigkeit und als Sachbuchautorin erwarb ich an der Uni Kiel das Diplom in Schulpädagogik.
Mit frisch erworbenem Wissen in Psychologie, Soziologie, Pädagogik und beeindruckt von Wilhelm von Humboldts Bildungstheorie unterrichtete ich voller Elan: Biologie und Deutsch, Textillehre und Kunst.

Im Deutschunterricht meiner 6. Klasse wurde im Jahre 2006 die Idee geboren, eine Fantasy-Reihe für Kinder zu schreiben. Eine Schülerin hatte Cornelia FUNKEs „Tintenherz“ vorgestellt und ein Schüler schwärmte von Schullektüre „mit Einhörnern und so“. Als Pädagogin mit Liebe zur Biologie und Faible für TOLKIEN widmete ich fortan Ferienzeiten diesem Projekt: Eine spannende Heldenreise sollte jungen Lesern Möglichkeit zur Identifikation bieten und „nebenbei“ Wissen aus Botanik, Zoologie, griechischer Mythologie vermitteln. Die Helden: das norddeutsche Mädchen „Alba“ (12 Jahre) und der italienische Junge „Tonio“ (13 Jahre).

Alba

„Alba Brunnstein“

Schwebende Sterne

„Schwebende Sterne“

 

Einhorn_Morgenröte

„Morgenröte“

Wenn ich, oft in der Stille der Nacht, am Laptop saß und einzeln Szenarien erdachte, dann war ich immer voll im Bild, im Film, mitten im Geschehen. Ich spürte die Atmosphäre, fühlte mit meinen Figuren, sah Landschaft, Tiere, Pflanzen leibhaftig vor mir. Mit Hilfe eines alten Taschenbuches für Wortfelder und Synonyme suchte ich nach den treffendsten Formulierungen, damit meine Leser möglichst dasselbe sähen wie ich.

Schattenschloss

Das „Schloss der Schatten“

Für diese leidenschaftliche Beschäftigung mit Bildern und Sprache fand ich zwei Jahre später eine verblüffende Erklärung, als ich eine Fernsehsendung über „synästhetische Wahrnehmung“ sah: Ich bin vielfache Synästhetin. Fasziniert von dem Phänomen, thematisierte ich es in einer Erzählung für Jugendliche.

(Links zum Thema „Synästhesie“: siehe Anmerkungen)

Einige Jahre später machte mich eine Psychologin auf das Phänomen „Hochsensibilität/ Hochsensitivität“ aufmerksam. Ich fühlte mich sofort angesprochen, sichtete etliche Publikationen, stellte fest: Ich bin hochsensitiv.

Eine Durchsicht meines Manuskriptes zeigte: Das Element der Hochsensitivität war in Schreibstil und Inhalt meiner Erzählung eingeflossen, die Hauptfiguren „Alba“ und insbesondere „Tonio“ trugen entsprechende Persönlichkeitszüge. Eine sehr aufwühlende Entdeckung für mich, die ich zur Schöpfung meiner Figuren auch eigene Jugenderinnerungen herangezogen hatte!

So „eigen“ die Hauptfiguren, so außergewöhnlich die Reise in die wundersame Gegenwelt. Alba folgt ihrem Freund Tonio eher widerstrebend in diese Welt der „Elben“ mit unberührter Natur und geheimnisvollen Bewohnern. Dabei ahnt sie nicht, worin das eigentliche Ziel dieser Heldenreise besteht. Je tiefer die beiden in die „Welt der tausend Tore“ eintauchen, desto deutlicher wird die gegenseitige Abhängigkeit beider Welten.

Leseprobe 1:

„Wenig später standen Tonio, Alba und der Signore um das Wasserbecken herum. Ein warmer, seidiger Nachtwind wehte durch Frau Miros Garten. Der Mond stand als scharf umrissene, silberfarbene Sichel am tintenblauen Abendhimmel. Ein eigenartiges Zwielicht fiel durch das Blätterdach des alten Walnussbaumes. Ein einzelner Vogel zwitscherte in seinem Geäst.

Irgendwo huschte ein kleines Tier durchs trockene Gras. Alba spürte, dass an diesem Abend etwas Magisches von dem Becken ausging; es schien lautlos in jeden Winkel des Gartens zu strömen. Aufbruchstimmung, dachte sie, und schluckte trocken.
‚Keine Angst’, flüsterte Tonio ihr zu. ‚Horch auf das Rauschen der Blätter. Der Baum spricht zu uns: Wir sollen vertrauen.“ (aus: Alba Brunnstein – Das Geheimnis der tausend Tore. S. 103. FIORELLA. Uetersen 2013)

Leseprobe 2:

„Während Alba vergeblich nach Antworten suchte, veränderte sich das Bild des Weihers, das sie die ganze Zeit vor Augen hatte: Langsam, aber unaufhörlich und in immer schnellerer Folge leuchteten kleine, weiße Lichtpunkte auf der schwarzen Wasseroberfläche auf. Es war beinahe, als stürzten Sternschnuppen aus den dunklen Höhen des Himmels in den Weiher hinein. Zugleich näherte sich ein tiefes Rauschen …“ (aus: Alba Brunnstein – Die Befreiung der tausend Tore. S. 233. FIORELLA. Uetersen 2015)

Nun widme ich mich dem Manuskript für Band 3:
“Alba Brunnstein – Das Herz aus liebendem Gold“.

Guido

Natürlich wieder dabei: „Guido, der Mitternachtskobold“

 

Portrait_Autorin_BirgitBöhm

Birgit Böhm Autorin

Uetersen, am 11. Januar 2017

 

Anmerkungen:

Alle Abbildungen unterliegen dem Copyright des FIORELLA Verlages. Mehr im Internet unter: www.alba-brunnstein.de
Bezugsquelle: www.fiorella-verlag.de

Links zum Thema „Synästhesie“:

www.welt.de/gesundheit/psychologie/article148866017/Wie-Menschen-mit- Synaesthesie-die-Welt-wahrnehmen.html
www.eliane-reichardt.de

 

Ich möchte mich bedanken, weil ich unendlich dankbar bin

Seit etwas mehr als einem Jahr ist in meinem Leben nichts mehr so wie vorher. Ich habe endlich – nach vielen wertvollen, anstrengenden, aufregenden, erhellenden, erschütternden und aufwühlenden Erfahrungen – meine Berufung zum Beruf machen dürfen.

*** ICH LIEBE MEINE ARBEIT AUS GANZEM HERZEN ***

Lange Zeit hätte ich mir nicht gedacht, das jemals sagen zu können. Ständig habe ich mich fehl am Platz gefühlt, war unendlich ausgelaugt und energieleer, bin durch sehr viele Tiefen gegangen, habe ihn aber immer deutlich gespürt: Den Herzensruf, der mir immer wieder den Weg ebnete, um weiter zu gehen.

Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit und mit viel Respekt vor dem Leben, Menschen in ihrem SO-SEIN unterstützen zu dürfen, ihnen aus eigener Erfahrung Mut machen zu können, sie abholen und ein Stück weit auf ihrem Weg begleiten zu dürfen.

Im letzten Jahr ist so viel passiert…

Ich sehe meine Aufgabe darin, Menschen zu Be – Rühren. Etwas aufzuwühlen, das schon lange schlummert, um endlich angenommen und gelebt zu werden.

Ich schätze die Gespräche mit unterschiedlichsten Menschen so sehr. Auch ich kann immer sehr viel davon mitnehmen.

Es braucht viel Vertrauen, um den Körper eines Menschen wirklich berühren und in die Tiefe vordringen zu können.

Ich durfte ein Interwiev für Ö1 geben (wird bald gesendet), werde in einem Fach Artikel auf gesund.at als „Expertin“ genannt (auch dieser erscheint bald), durfte Workshops und Seminare halten, habe mein Buch über Hochsensibilität in Alltag und Schule fertig geschrieben, das voraussichtlich Ende Februar erscheint und darf kommendes Jahr endlich auch auf der Pädagogischen Hochschule eine Fortbildung zum Thema Hochsensibilität anbieten.

Es ist mir ein so unendlich großes Anliegen, BewusstSein zu schaffen. Dadurch glaube ich, geht vieles so viel einfacher. Weg von gesellschaftlichen Norm-Vorstellungen, hin zur bewussten, achtsamen und individuellen Gestaltung unseres Lebens.

Ich bedanke mich aus ganzem Herzen bei Euch, die Ihr

…meinen Blog lest,

…mir Kommentare schreibt und Feedback gebt,

…mir Euer persönliches Vertrauen schenkt.

Das treibt mich unglaublich an, weiterzumachen und den Weg weiterzugehen.

*** DANKE DAFÜR ***

Hier ein paar Zeilen, die mir persönliche KlientInnen als Feedback weitergegeben haben:

***

Liebe Karin,

vielen vielen Dank!

Wir haben schon einige Techniken ausprobiert und S. gefallen sie gut :o). Ich bin auch entspannter seit unserem Gespräch!

***

 Sehr geehrte Fr. Abriel!

 Ich bin dabei mein eigenes Verhalten während Maxis Wutanfällen zu ändern. Mehr ICH-Botschaften und auch ihm mehr Zeit alleine geben, bis ich zu ihm gehe. Das ist ein großer Lernprozess für mich!

Ansonsten war ich heute bei meiner/unserer Therapeutin um mit ihr zu besprechen, wie wir das Bearbeiten der Altlasten die Max und mich belasten angehen.

Es liegt noch ein langer Weg vor uns. Aber es tut im Moment einfach gut, „dass das Kind einen Namen bekommen hat“. Will heißen: wir wissen jetzt was bei uns los ist. Und damit haben wir eine Basis von der Weg wir arbeiten werden. Ich bedanke mich also vielmals bei ihnen für das wertvollste Telefonat, das ich je geführt habe!

 ***

 Hallo Frau Abriel,

Vielen lieben Dank für das gute Gespräch. Habe mich sehr gut dabei gefühlt und bin mir jetzt sicher das wir soviel nicht falsch gemacht haben und kann jetzt vieles besser einordnen. Danke

 ***

 Liebe Frau Abriel,

 vielen Dank für die gute Zusammenfassung und die wertvollen Tipps. Wir werden nun versuchen, Ihre Empfehlungen umzusetzen und schauen wie’s weiterhin läuft. 

 ***

 Liebe Karin, 

 Wir haben das Gefühl, dass unser Gespräch uns sehr geholfen hat, A. (und auch oft uns selber) besser zu verstehen. Langsam scheint eine harmonischere Beziehung in unsere Familie einzukehren.

***

 Sehr geehrte Frau Abriel!

 Vielen Dank für das tolle Gespräch gestern und die Zusammenfassung mit den Tipps.

Wir werden versuchen diese bestmöglich umzusetzen.

 ***

 Liebe Frau Abriel!

 J. hat freitags sehr entspannt und ausgeglichen gewirkt. Ich habe ihn daweil nur auf den Körperarbeitsteil angesprochen und er hat gesagt, dass er seinen Körper gut spüren kann und „dass jetzt alles wieder zu ihm gehört“. 😉

Ihre Meinung finde ich sehr hilfreich und bereichernd. 

 Danke!!!

 ***

„Warum bin ich manchmal so hilflos?“ – oder: Das starke Band zwischen hochsensiblen Kindern und Eltern

 

Viele von Euch kennen sicher folgende Situationen, vor allem dann, wenn Ihr selbst ein hochsensibler Elternteil seid:

  • Noch bevor Dein Kind in einer angespannten Situation zum Beispiel wütend wird, spürst Du die Wut Deines Kindes bereits am eigenen Leib. Du übernimmst sie praktisch und wirst auch selbst wütend. Das macht die Situation natürlich nur noch anstrengender für alle.
  • Du beginnst schrecklich zu leiden, wenn sich Dein Kind weh getan hat. Du spürst die Schmerzen am eigenen Körper.
  • Du gehst stark in den Widerstand, wenn Dein Kind in einer Situation ist, die Du selbst schwer aushältst – zum Beispiel das Thema Schule. Du leidest darunter, dass Dein Kind in die Schule geht.
  • Du willst Deinem Kind aus ganzem Herzen alle Themen abnehmen, unter denen du als Kind oder auch noch als Erwachsener gelitten hast oder leidest.

Das starke Band zwischen Dir und Deinem Kind ist ein wunderbares Geschenk. Es ermöglicht Dir, bestmöglich auf die Bedürfnisse Deines Kindes einzugehen. Schwierig wird es dann, wenn Du

  • dich oft gestresst und belastet fühlst.
  • das Gefühl hast, völlig hilflos den oftmals starken Gefühlen Deines Kindes gegenüberzustehen.

Folgende Aspekte können Dir dabei helfen, Dich mehr in Deine Stärke im Umgang mit Deinem hochsensiblen Kind zu bringen:

1. Der Schritt nach Außen

In belastenden und anstrengenden Situationen mit Deinem Kind kann es helfen, ganz bewusst ein paar Schritte raus aus der Situation zu machen. Entweder tatsächlich nur ein paar Schritte oder auch ganz raus aus dem Zimmer und der Umgebung. Das hilft, das starke Band ein wenig zu lockern und zu vermeiden, dass Eure Gefühle ineinander überfließen.

2. Leidensdruck hinterfragen

Wenn ich merke, dass mir eine Situation zu nahe geht und ich zu sehr leide, versuche ich mir bewusst zu machen WARUM. Oft liegt es daran, dass ich ein Problem mit der Situation einfach auch meine (negativen) Erfahrungen habe und ich das dann auf mein hochsensibles Kind übertrage. Das heißt noch lange nicht, dass mein Kind darunter genauso leidet.

3. Den eigenen Weg gehen lassen

In Situationen, in denen ich besonders gefordert bin, versuche ich mir bewusst zu machen, dass mein Kind SEINEN Weg geht, auf dem ich es „nur“ begleiten kann. Ich kann ihm den Weg nicht abnehmen. Dieser Aspekt des Loslassens ist wohl einer der schwersten, aber für Eltern und Kinder sehr gesund.

4. Dein Kind als Spiegel

Diesen Punkt will ich mir oft am wenigsten anschauen, weil er doch recht schmerzlich sein kann. Ich versuche mir bei allen anstrengenden und unangenehmen Verhaltensweisen meines Kindes bewusst zu machen, dass sie ein Spiegel meiner eigenen bewussten oder unbewussten Gefühle sind. Mein Kind ist genauso stark mit mir verbunden wie ich mit ihm.

Wenn es mir gelingt, einen oder mehrere dieser Aspekte in anstrengenden Situationen zu beachten, merke ich immer sehr stark, wie sehr sich das Thema entspannt und auch etwas objektiviert.

Viel  Erfolg beim Üben :-)!

Solltest Du mehr Unterstützung wollen, freue ich mich über einen Anruf (0660/1234 376) oder ein Mail (info@hochsensibilitaet.at).

Danke auch für`s Teilen des Beitrags!